Unfassbar! City holt Titel in der Nachspielzeit

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Der LAOLA1-Saloon meldet sich zurück - mit echten Spitzenspielen und solchen, die im Schatten der Top-Ligen über die Bühne gehen. Wir feiern Stars und schimpfen Söldner.

Wir berichten über unsere Legionäre und versorgen euch mit jeder Menge Anekdoten. Diese Woche im Angebot: Der unglaubliche Messi, Fairplay der besonderen Art und erlaubtes Doping.

Top-Spiele

Dortmund im Freudentaumel, die Bayern im Jammertal. An diesen 5:2-Sieg der Borussen wird man sich noch lange erinnern. Wie in der Liga war auch im DFB-Pokalendspiel nicht viel zu holen für die Bayern. Zu behäbig und starr wirkten die Münchner. Sogar der sonst so sichere Tormann Manuel Neuer leistete sich beim letzten Gegentreffer einen Patzer. Der BVB dagegen spielte schönen Kombinationsfußball gepaart mit fast schon perfektem Defensivspiel. Hat sich Chelsea davon etwas abgeschaut, könnten die Münchner in dieser Saison zu den "Vizebayern" werden.

Wie bekommt man einen Korken zurück in die Champagner-Flasche? Frag nach bei den ManUnited-Fans! Die "Red Devils" hatten nach dem 1:0-Sieg bei Sunderland (Tor: Rooney) die Hände schon am Meisterpokal. Doch dann kam diese unglaubliche Nachspielzeit bei ManCity gegen Queens Park. 1:2 lagen die "Citizens" trotz Rot gegen Joey Barton (55./siehe unten) zurück, aber Dzeko per Kopf (91.), sowie Aguero (94.) mit einem strammen Schuss vom Fünfer sorgten für Jubelstürme im Etihad-Stadion. So atemberaubend kann Fußball sein.

In Italien, Spanien und England ist die Meisterschaft jetzt auch zu Ende. Nur in Frankreich wird nächsten Sonntag noch eine Runde gespielt. In dieser reicht Leader Montpellier ein Unentschieden bei Auxerre, um den Titel zu fixieren. Der HSC durfte am Sonntag nämlich über einen Last-Second-1:0-Sieg über Titelverteidiger Lille jubeln. Das Gold-Tor erzielte Joker Karim Ait Fana nach einem Konter. Die Millionentruppe von PSG besiegte Rennes gleichzeitig mit 3:0 (Nene-Triplepack), muss am letzten Spieltag jedoch auf Schützenhilfe hoffen.

Ich wollt' ich wär' ein Huhn ...

Dreierkette

Huhn der Woche: Der Vorhang ist gefallen: Blackburn muss nach elf Jahren in der Premier League den bitteren Gang in die Championship antreten. So ist es kaum verwunderlich, dass bei der letztlich entscheidenden 0:1-Niederlage gegen Wigan nicht die Kicker für das Highlight der Partie sorgten. Nach wenigen Minuten verrirte sich ein Huhn in den Strafraum der Latics und sorgte so für eine Unterbrechung. Das Federvieh - geschmückt mit einer Fahne der Rovers - wurde von Fans aus Protest gegen die indischen Klubbesitzer auf den Rasen gelassen.

Tribute der Woche: Moonwalk in der Samba-Nation? Aber natürlich. Tobi spielt beim brasilianischen Verein Sport Club do Recife. Der Verteidiger sah beim 0:0 gegen Santa Cruz in der 70. Minute für einen unfairen Einsatz bei einem Luftduell Gelb. Als der Schiedsrichter den 33-Jährigen aufforderte, ihm seine Rückennummer zu zeigen, gab er plötzlich den Parade-Move von Michael Jackson zum Besten. Tobi nach dem Spiel: "Ich war sauer, weil ich die Gelbe Karte erhalten habe, aber ich wollte nicht Michael Jackson immitieren."

Der Pazifist der Woche: „Warum wollen bestimmte Menschen jeden Konflikt mit einem Kampf lösen? Als Pazifist finde ich das unglaublich“, twitterte Joey Barton noch im Dezember. Scheinheiliger geht es kaum, denn seine Aktion gegen ManCity war ganz und gar nicht friedfertig. In der 55. Minute verpasste der QPR-Mittelfeldspieler Carlos Tevez abseits des Spielgeschehens einen Ellbogenschlag. Das gute Auge des Assistenten wurde Barton zum Verhängnis. Er sah Rot. Eine Entscheidung, die den 27-Jährigen zum Ausrasten brachte. Wild geworden gab er Kun Aguero einen Tritt mit. Danach konnte der ehemalige "Citizen" nur mit Mühe von Micah Richards abgeführt werden, denn natürlich suchte auch unser aller Liebling Mario Balotelli von der Ersatzbank aus die Konfrontation mit ihm. Barton war auch schon früher kein Kind von Traurigkeit, verprügelte er doch schon einmal einen Mitspieler, saß im Gefängnis und fuhr einem Jugendspieler mit einer Zigarre ins Auge. Nach einer Therapie zur Aggressionsbewältigung schien der „Twitter-Gott“ (mehr als 1,4 Mio. Follower) geläutert. Der Vorfall im Etihad-Stadium darf wohl getrost als Rückfall bezeichnet werden.

Schattenspiel

Wer sich wunderte, warum es in so manchem Wiener Bezirk am Samstag laut wurde, wird hier aufgeklärt: Galatasaray sicherte sich mit einem 0:0 im Derby bei Titelverteidiger Fenerbahce den 18. Meistertitel. Nach dem Spiel ereigneten sich jedoch sehr unschöne Szenen. Aufgebrachte Fener-Anhänger stürmten das Spielfeld und gingen u.a. mit Feuerlöschern auf Ordner sowie Polizei los. Die Fans wollten die Meisterpokalübergabe an Galatasaray in ihrem Heimstadion verhindern. Das gelang letztlich nicht, denn nach mehrstündiger Wartezeit und zwischenzeitlichem Lichtabschalten ging die Feier nach Mitternacht doch noch über die Bühne.

Hoheneders Premierentor hilft RB Leipzig nicht

Legionär im Fokus

Niklas Hoheneder wechselte in letzter Zeit mehrfach sein Trikot. Von Sparta Prag ging es leihweise zur Austria, dort wusste er aber nicht zu überzeugen, so verkauften die Tschechen den Oberösterreicher nach Karlsruhe. Auch dort war Innenverteidiger nicht unumstritten und verabschiedete sich im Winter still und heimlich in die Regionalliga Nord in Richtung RB Leipzig. Beim Krösus der vierten Liga spielt der 25-Jährige zwar regelmäßig, zufrieden kann er aber trotzdem nicht sein. Nachdem 2:2 gegen die Amateuere des VfL Wolfsburg verpassen die Bullen auch im zweiten Anlauf den Aufstieg in die dritte Liga. Da half auch Hoheneders Premierentor in der 88. Minute nicht, weil Sebastian Polter in der Schlussminute noch der Ausgleich gelang.

"On Fire"

Das Wörtchen Matchwinner bekam am Sonntag durch Gary Hooper eine neue Bedeutung. Der 24-jährige Engländer erzielte bei Celtics 5:0-Sieg über die Hearts alle Tore. Sowohl Hooper, als auch sein Verein setzten damit einer hervorragenden Saison die Krone auf. Die "Bhoys" wurden souveräner Meister, der Stürmer mit 29 Treffern Torschützenkönig. Dabei kam Hooper erst im Sommer aus der englischen zweiten Liga. Vielleicht wirft vor der EURO auch noch Roy Hodgson ein Auge auf ihn.

"On Ice"

Lässige 22,8 Mio. Euro ließ sich Liverpool Stewart Downing im Sommer kosten. Besonders gut investiert ist das viele Geld jedoch bislang nicht. Der Mittelfeldspieler hat in dieser Saison ganze 72 Mal auf das Tor geschossen. Getroffen hat er dieses jedoch nie. Sein letztes Liga-Tor erzielte der 27-fache englische Nationalspieler ausgerechnet gegen die "Reds" - am letzten Spieltag der vergangenen Saison.

Elano traf in Südafrika zweimal für die Selecao

Was macht eigentlich … Elano?

Die meisten Fußballfans kennen Elano Ralph Blumer, genannt Elano, von der WM 2010. Dort traf er bei den Siegen in der Gruppenphase gegen Nordkorea und die Elfenbeinküste jeweils ins Schwarze, musste aber gegen die Ivorer verletzt raus. Die Titelkämpfe waren für Elano beendet, ohne ihn schied die Selecao im Viertelfinale gegen die Niederlande aus. Auf der Klubebene sollte der ganz große Durchruch in Europa nach den Stationen Shakhtar, ManCity und Galatasaray ausbleiben. So kehrte der Mittelfeldspieler im Jänner 2011 zum FC Santos zurück. Zuletzt war der mittlerweile 30-Jährige im Achtelfinalrückspiel der Copa Libertadores gegen Bolivar im Einsatz, es galt ein 1:2 aufzuholen. Schon in der sechsten Minute eröffnete Elano mit einem Flatterball aus der Distanz den Torreigen. Im Anschluss spielte sich der FC Santos in einen Rausch, gewann schließlich 8:0 - zweites Elano-Tor inklusive. Im Übrigen trafen auch die Youngsters Neymar und Ganso doppelt.

Fußnoten

Verdient - Manchester City feuerte gegen QPR 44 Schüsse auf das gegnerische Tor ab und kam auf 81 Prozent Ballbesitz. Beide Werte sind Saisonrekord in der Premier League. Ausgerechnet die beiden letzten Tormöglichkeiten sorgten für den Sieg.

Nicht gut genug - Mit 89 Zählern stellte Manchester United einen neuen Punkterekord für Tabellenzweite in der Premier League auf.

Pech - Robin van Persie holte sich mit 30 Treffern die Torjägerkrone in England, obwohl er auch am öftesten Aluminium traf (zehn Mal).

Trefferreigen - 2,81 Tore fielen in dieser Saison durchschnittlich pro Premier-League-Spiel. So viele, wie schon seit der Spielzeit 1967/68 nicht mehr.

Ungeschlagen - Juventus ist das erste Team, das ohne Niederlage bleibt, seitdem die Serie A 20 Mannschaften umfasst.

Ciao - Sowohl Alessandro Del Piero als auch Filippo Inzaghi trafen in ihrem letzten Ligaspiel für Juve bzw. Milan.

Hunderter - Mit 100 Punkten in einer Saison stellte Real Madrid einen neuen Rekord auf. Die Mourinho-Mannschaft übertraf die alte Barca-Bestmarke aus der Saison 09/10 um einen Zähler.

Unbalanciert - Valencia beendet die La-Liga-Saison als Dritter 39 Punkte hinter Meister Real und 30 hinter Barca. Zwischen den "Fledermäusen" und den Abstiegsplätzen liegen jedoch nur 20 Zähler.

Versenkt - Die letzte Saison beendete Villarreal noch auf Rang vier. Heuer lief es jedoch gar nicht rund, am Sonntag setzte es nach der 0:1-Pleite bei Atletico sogar den Super-Gau: Die "Gelben U-Boote" steigen als 18. ab.

Spezialisten - Montpellier feierte in dieser Saison elf 1:0-Siege. Kein anderer Verein der fünf Top-Ligen hat mehr Spiele mit diesem Ergebnis gewonnen.

Abstieg - Nach 32 Saisonen en suite in der ersten französischen Spielklasse muss Auxerre in Liga zwei.

 

Jakob Faber/Mate Esterhazy

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