Schwarzer Kater und Pechvogel

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Fernando Torlos und der "blaue" Fluch

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Der LAOLA1-Saloon meldet sich zurück - mit echten Spitzenspielen und solchen, die im Schatten der Top-Ligen über die Bühne gehen. Wir feiern Stars und schimpfen Söldner.

Wir berichten über unsere Legionäre und versorgen euch mit jeder Menge Anekdoten. Diese Woche im Angebot: Ein schwarzer Kater, ein lauffreudiger Junuzovic und Geschichten aus der Pralinenschachtel.

Top-Spiele

Hui, was war das für ein Spektakel an der "Bridge". Chelsea führte gegen Manchester United nach 51 Minuten mit 3:0, die "Red Devils" kamen aber mit zwei Elfer-Toren von Rooney und einem Chicharito-Kopfball (84.) wieder heran. Die Erkenntnis des Tages: De Gea ist doch kein Fliegenfänger, der junge Spanier kassierte zwar drei Stück, zeigte aber teilweise unglaubliche Paraden. Dass nach so einem Spiel viel über den Schiedsrichter lamentiert wird, ist hingegen überhaupt nicht neu.

Für Inter ist es eine Saison der Extreme: Zunächst ein katastrophaler Saisonstart, dann sieben Liga-Siege en suite, jetzt wieder die zweite Niederlage in Folge. Bei der Roma kann man schon verlieren, aber die Truppe von Ranieri war beim 0:4 (höchste Niederlage seit dem 0:6 im Mailänder Derby 2001) völlig überfordert. Weitere frohe Kunde für die Roma: De Rossi verlängert bis 2017.

Olympique trifft auf Olympique. Allein der Klang der Vereinsnamen beim Duell Marseille gegen Lyon lässt das Herz höher schlagen. Das Spiel selbst brauchte dann auch nicht lange, um auf Touren zu kommen. Die Gastgeber aus Südfrankreich gingen durch Cheyrou und Brandao in Führung, noch vor der Pause kam Lyon durch Gomis und ein Eigentor von Diawara zum Ausgleich. In Hälfte zwei passierte dann nicht mehr allzu viel, es blieb beim 2:2. Freundschaftliche Punkte-Teilung der zwei Namensvetter.

 

"Neuzugängin" für Blackburn-Manager Kean

Dreierkette

Pechvogel der Woche: Was Leverkusen-Stürmer Eren Derdiyok in der Woche unterlief, ist ziemlich bitter und für eine Verletzungspause auch kurios: Dem Schweizer fiel zuhause das Zahnputz-Glas auf den Badezimmer-Boden. Er übersah beim Aufräumen eine Scherbe und trat auf dem Weg zur Toilette voll rein. Das Resultat: Sieben Stiche und ca. drei Wochen Pause. Wer denkt, dass so eine Verletzung einzigartig sei, der irrt: Spaniens Santiago Canizares musste 2002 für die WM absagen, da ihm ein Parfümfläschchen auf den Fuß gefallen war.

Unglücksbringer der Woche: In Minute 36 sträubten sich den Zuschauern im Camp Nou die Haare. Beim Spielstand von 1:0 für den FC Barcelona gegen Real Sociedad stürmte ein schwarzer Kater das Spielfeld. Nicht wenige dürften da ihrem Aberglauben erlegen sein und befürchteten das Schlimmste, einen weiteren Punkteverlust auf Leader Real. Doch zum Glück sitzt bei den Katalanen mit Pep Guardiola die Vernunft in Person auf der Bank. Der 41-Jährige konnte seine Mannen davon überzeugen, dass das alles Unfug ist und durfte am Ende einen 2:1-Sieg bejubeln.

Transfer der Woche: Viel wurde in den letzten Wochen über Transfers von Jugendlichen zu europäischen Spitzen-Teams gesprochen. Den Vogel schoss nun aber Blackburn ab. Der Tabellen-19. in Englands oberster Spielklasse gab am Wochenende die Verpflichtung von Lily Lawson bekannt. Die 8-Jährige hat in 14 Spielen für das Team von Cleckheaton unglaubliche 70 Tore geschossen und soll nun die - aufgepasst - männlichen Jugend-Teams der Rovers aufmischen. Ihre ehemaligen Jugendtrainer attestieren Lawson Talent für die Premier League. Blöd nur, dass dort keine Frauen spielen dürfen. Hilfe könnte der abstiegsgefährdete Klub auf jeden Fall brauchen.

Schattenspiel

SüperLig: Derby-Time in Istanbul. Fenerbahce gegen Besiktas. Fener war die ganze erste Hälfte am Drücker, belohnte sich aber "nur" einmal durch Yobo (14.). In der zweiten Halbzeit wurden die Gäste besser, kassierten aber durch Star-Neuzugang Sow in der Nachspielzeit das 0:2 durch einen Konter. Fenerbahce liegt nun drei Punkte hinter Leader Galatasaray, Besiktas fehlen sechs weitere Zähler. Nach zwei Jahren ohne Istanbuler Meister riecht es wieder nach Normalität in der Süper Lig.

Junuzovic: Ein Debüt, das Lust auf mehr macht

Legionär im Fokus

Mit Spannung wurde das Debüt von Zlatko Junuzovic bei Werder Bremen erwartet und so viel schon vorweg: Er enttäuschte trotz des mageren 2:2 in Freiburg nicht. "Zlaggy", wie er von manchem Deutschen interessanter- wenn auch fälschlicherweise genannt wird, lieferte den Assist zum 1:0 von Claudio Pizarro und war mit weit über 12 zurückgelegten Kilometern der lauffreudigste Spieler auf dem Platz. Die Tempo-Dribblings haben noch nicht ganz so hingehauen und auch die Standards waren ausbaufähig - trotzdem zeugte es von Vertrauen, dass der Neuzugang bei seiner ersten Partie schon welche treten durfte. Fazit: Ordentliches Debüt mit Luft nach oben, das aber Lust auf mehr macht.

"On Fire"

Als Martin O'Neill den AFC Sunderland Anfang Dezember vor dem 15. Spieltag übernahm, dümpelten die Nordengländer auf Rang 16 der Premier League herum. Knapp zwei Monate später lautet die Realität Platz acht. In den zehn Ligaspielen seit dem Antritt des Nordiren holte Sunderland 22 Punkte (am Wochenede gab es ein 1:0 in Stoke) - so viel wie kein anderes Team. O'Neill, der - wie schon in seiner Zeit bei Aston Villa - als Trainer der "Three Lions" oder eines CL-Klubs im Gespräch ist, bleibt bescheiden: "Die Spieler glauben an sich selbst und gehen mit Selbstvertrauen an die Sache. Das ist alles, was man von uns verlangen kann".

"On Ice"

Fernando Torres wird in Fachkreisen nur noch Fernando Torlos genannt. Das 3:3 gegen ManUnited war das 13. Spiel in Folge ohne Treffer des 27-jährigen Spaniers. Absoluter Negativ-Rekord für "El Nino". Noch trauriger fällt die Bilanz aus, führt man sich vor Augen, dass der einst so erfolgreiche Liverpool-Angreifer bei den "Blues" seit Sonntag nun bei mehr Gelben Karten (4) als Toren (3) in der Premier League hält.

Über 200 Mal lief Palermo im Boca-Dress auf

Was macht eigentlich … Martin Palermo? 

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen...oder spielt sich in einer solchen ab. Martin Palermo lieferte Stories für ein Dutzend Fußballer-Karrieren: Drei verschossene Elfer in einem Spiel, kuriose Verletzungen, ein Kopfball-Tor aus knapp 40 Metern. Alles war dabei. Am Samstag zelebrierte der Stürmer in der argentinischen Heimat seinen Abschied. Und zwar in einer pickepackevollen Bonbonera (auf Deutsch: Pralinenschachtel), wie das Boca-Stadion genannt wird. Palermos Team gewann gegen seine eigenen "Friends" mit 3:2 und der Jubilar trug sich auch selbst in die Torschützenliste ein. Illustre Gäste wie Juan Veron, Alvaro Recoba oder Ivan Zamorano durften natürlich auch nicht fehlen. "Es war eine traumhafte Nacht und wie ein perfektes Ende eines Films", resümierte Palermo. Randnotiz: Carlos Tevez war im Stadion, spielte aber entgegen anderslautenden Vorberichten nicht.

Fußnoten

Böse Buben - Leverkusen wurde jahrelang für tollen Fußball gelobt. Wir hören damit auf und rügen die Werkself aufs Heftigste: Mit 109 Platzverweisen (Kadlec war der letzte) führt Bayer die All-Time-Wertung an.

Ballermann - 122 Minuten dauerte es im Schnitt, ehe Thierry Henry in der Premier League zuschlug. Kein Konkurrent, der mehr als 25 Treffer erzielte, kann diesen halten.

Heimatliebe - Zuhause ist es doch am schönsten. PSG-Stürmer Nene erzielte alle elf Saisontreffer im Parc des Princes.

Meilenstein - Das Remis in beim HSV bedeutete für Bayern-Coach Jupp Heynckes den 1000. Punkt in seiner Bundesliga-Karriere. Einzig Otto Rehhagel (1.370) sammelte mehr.

Torgarantie - Spielt der VfB Stuttgart, sollte man lieber nicht auf ein 0:0 wetten. 76 Mal in Folge gab es in Liga-Spielen mit Beteiligung der Schwaben zumindest einen Treffer.

Kälteschock - Negativer Zuschauer-Rekord für den FC Barcelona in "La Liga". Wohl auch aufgrund der winterlichen Kälte blieben viele Sitze im Camp Nou leer. Gekommen sind dann "nur" 52.646 Fans.

Zielstrebig - Novara hat es endlich geschafft - gegen Cagliari (0:0) hielt man erstmals in dieser Saison den eigenen Kasten sauber. Deutlich konsequenter agiert Blackburn, das nun als einziges Team der Top-Ligen seine Serie fortsetzt. Die Rovers haben sich gleich sieben Dinger vom FC Arsenal eingefangen.

Verbundenheit - Trifft Sergio Ramos, macht er das mit seiner Birne. Die letzten fünf Tore des Real-Verteidigers entstanden mit Köpfchen. Auffällig: Die Vorlage leistete jeweils Mesut Özil.

Hellwach - "Ein frühes Tor täte dem Spiel gut." - Eine Phrase, die keiner braucht. Schon gar nicht Udinese. Die Elf von Francesco Guidolin ist die einzige in der Serie A, die in der Startviertelstunde noch keinen Gegentreffer bekam.

Abwärtstrend - Kritiker haben es ja schon immer gewusst. Mit Gladbach geht es klar bergab. Bester Beweis: Erstmals in der Spielzeit 11/12 brachten Reus und Co. keinen Schuss aufs gegnerische Tor. (Aberkannte Treffer scheinen in dieser Statistik nicht auf, Anm.)

Beinehochleger - Einmal vorne, immer vorne? Denkste, FSV! Mainz 05 gab nach einer Führung schon 20 Punkte ab. Mangelt's den Mainzern an der Einstellung?

Trainerliebling - Erstes Spiel für den neuen Klub, erster Platzverweis. Neumann (Hertha) und Borysiuk (K'lautern) haben sich gleich beim Debüt Respekt verschafft - so bringt man den Trainer auf seine Seite. Die beiden waren Nr. 16 und 17, denen dieses Kunststück in der Bundesliga gelang.


Christoph Nister/Mate Esterhazy/Jakob Faber/Christian Eberle

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