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Der BVB als "Bruchbude"

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Er ist wieder da. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Diese Woche unter anderem im Angebot: Ein Superheld, zwei verrückte Frust-Aktionen und Gesichtsbrüche aller Art.

Top-Spiele

 

"Furios!", titelte der FC Bayern auf seiner Homepage. "Meine Mannschaft hat heute super Fußball gespielt, wie aus dem Lehrbuch", urteilte Trainer Jupp Heynckes. Ein 9:2 spuckte die Anzeigetafel nach dem Schlusspfiff aus. Das vermeintliche Spitzenspiel gegen den Hamburger SV wurde zur Lehrstunde für den "Bundesliga-Dino". Ohne Herz, ohne Leidenschaft und vor allem ohne Gegenwehr präsentierten sich die Gäste aus dem hohen Norden. Die Rechnung wurde ihnen mit der Einstellung der höchsten Bundesliga-Niederlage ihrer Vereinsgeschichte präsentiert. "Wir haben alle versagt", wusste Thorsten Fink. Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Auf eine gelungene CL-Generalprobe blickt auch Juventus Turin zurück. Vor dem Kracher bei den Bayern stand jener bei Inter auf dem Programm. 80.000 Tifosi mussten in Mailand mitansehen, wie die "Alte Dame" im "Derby d'Italia" mit 2:1 die Oberhand behielt. Quagliarella sorgte für einen Blitzstart (3.), nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Palacio (54.) stellte Matri den alten Abstand wieder her (60.) und war zugleich für den Endstand verantwortlich. Damit muss Inter erstmals in der Ära Stramaccioni zwei Liga-Pleiten in Folge verdauen.

 

 Besonders herzlich war es nicht, aber immerhin passierte es: Im Gegensatz zum ersten FA-Cup-Viertelfinal-Duell (2:2) zwischen Chelsea und Manchester United schüttelten sich Rafa Benitez und Alex Ferguson diesmal doch die Hände. Was danach folgte, ist der bisher wohl größte Erfolg der Ära Benitez bei den Londonern. 1:0 gewannen die "Blues" dank Demba Bas (49.) langen Füßen und Petr Chechs Reaktionsschnelligkeit. Der Goalie machte Chicharitos Ausgleichsschance mit einem Wahnsinns-Save zunichte. Für ManUnited wird es jetzt hingegen ein fader Saisonabschluss. Denn in der Liga ist der Titel mit 15 Punkten Vorsprung so gut wie fix, in allen restlichen Bewerben sind sie schon ausgeschieden. 

Schattenspiel

Der Rangers Football Club, hierzulande als Glasgow Rangers bekannt, ist der "Normalität" einen Schritt näher gekommen. Nachdem der insolvente schottische Rekordmeister (54 Titel) aufgrund einer Zwangsversetzung in die vierte Liga verfrachtet wurde, hat er nun die erste Hürde genommen. Dank eines trostlosen 0:0 beim FC Montrose haben die "Gers" bereits am 31. von 36 Spieltagen den Aufstieg in Liga drei fixiert. Der Vorsprung auf den ersten "Verfolger", den FC Queens Park, beträgt bei zwei mehr absolvierten Spielen 22 Zähler.

Mulumbu sah die lustigste Rote der Saison

Viererkette

Ausschluss der Woche: Fußball kann die schönste Sache der Welt sein. Vor allem dann, wenn man gewinnt. Läuft es allerdings nicht nach Wunsch, dann kann Fußball auch sehr frustrierend sein. Youssouf Mulumbu muss sich bei der 1:3-Pleite von West Bromwich gegen West Ham so gefühlt haben. Denn in der Nachspielzeit platzte dem Mittelfeldspieler der Kragen. Nachdem ihm Gary O'Neil bei einem Zweikampf auf den Fuß stieg, schnappte er sich den Ball mit den Händen und kickte diesen gegen den West-Ham-Profi. Ein Auszucker, den man nur selten zu sehen bekommt. Natürlich gab es dafür Rot. "Es tut mir echt leid", entschuldigte sich Mulumbu später via Twitter.

Verrückter der Woche: Mulumbus Kurzschlussaktion war jedoch nicht die verrückteste Frust-Attacke, die Fußball-Europa an diesem Wochenende erlebte. Bursaspor-Goalie Harun Tekin legte noch einen drauf. Vor lauter Jubel über das 2:0, das in der Nachspielzeit Kasimpasas Heimsieg fixierte, stürmte ein Fan hinter dem Kasten des Bursa-Goalies auf den Rasen. Das ließ sich der eben erst bezwungene Tekin nicht gefallen. Wutentbrannt ging er auf den Anhänger los und prügelte auf ihn ein, als sogar schon die Ordner da waren. Erst die eigenen Mitspieler konnten den 23-Jährigen zurückhalten. In der Türkei wird nun angeblich eine Namensänderung von Tekin auf Tekken diskutiert.

Held der Woche: Bruce Willis, Sylvester Stallone oder Jason Statham. Echte Männer, echte Helden. Nun ja, Filmhelden. Wir küren in dieser Woche einen realen Action-Hero. Einen, der selbst vor Einbrechern nicht zurückschreckt. Nelson Valdez, Bundesliga-Fans als Werder- und BVB-Stürmer in Erinnerung, La-Liga-Konsumenten als Valencia-Angreifer bekannt, hat gleich mehrere Diebe zur Flucht getrieben. Der 29-Jährige kam gerade nach Hause, als er bemerkte, dass Eindringlinge sich dort zu schaffen machten. Reflexartig griff er zu Steinen und warf damit nach den Einbrechern. Diese waren erschrocken und suchten das Weite. Dass Valdez auch als Handballer gute Figur machen würde, bewies er mit der Zerstörung einer Scheibe des Fluchtautos.

Streitfall der Woche: Paolo di Canio ist zurück auf der großen Fußballbühne. Und wie man es von ihm kennt, sorgt seine Verpflichtung als Sunderland-Coach gleich einmal für große Aufregung. Vizepräsident David Miliband, zugleich ehemaliger Außenminister Großbritanniens, wollte diese Entscheidung nicht einfach hinnehmen: "Im Lichte der früheren politischen Äußerungen des Trainers halte ich es für richtig zurückzutreten." Di Canio, der sich in einem Interview 2005 als Faschist bezeichnete, wies die Vorwürfe auf das Heftigste zurück. "Ich will nicht über Politik reden, sondern mich auf den Sport konzentrieren", meinte der Italiener, der das "Rasissmus-Gerede" als "dumm und lächerlich" abstempelte.

Legionär der Woche

Einst wechselte er als junges Torhütertalent zu Aston Villa. Mittlerweile ist Robert "Bobby" Olejnik bei Peterborough United in der zweiten englischen Liga gelandet. Trainer Darren Ferguson, Sohn von Sir Alex, holte ihn im Sommer von Torquay United, nachdem er dort in der vierten Spielklasse zum Tormann der Saison gewählt wurde. Bei Peterborough standen die Zeichen lange Zeit auf Abstieg, doch in den letzten zehn Spielen kassierten die "Posh" nur eine Niederlage. Am Samstag wurde sogar Tabellenführer Cardiff mit 2:1 besiegt. Damit verließen Olejnik und Co. erstmals seit Oktober wieder die Abstiegszone.

"On Fire"

Bei Burak Yilmaz läuft es momentan wie am Schnürchen. In den letzten beiden Liga-Partien erzielte der Galatasaray-Stürmer jeweils einen Doppelpack. Auch für die Türkei war der 27-Jährige gegen Andorra (2:0) und Ungarn (1:1) erfolgreich. Nun erwartet ihn am Mittwoch das große Duell der besten Torschützen der aktuellen Champions-League-Saison. Cristiano Ronaldo und er halten bei je acht Treffern. In Madrid hat Yilmaz eine Serie zu verteidigen: Denn in den letzten sechs UCL-Partien schoss er immer zumindest ein Tor.

"On Ice"

Schon in der letzten Saison bekam Pescara viele Tore. Trotzdem schafften die "Delfini" dank furiosem Offensiv-Fußball im Stile Zdenek Zemans den Aufstieg in die Serie A. Seit dem Abgang des tschechischen Kult-Trainers läuft es jedoch nicht mehr. Angesichts eines Torverhältnis von 21:61 liegt Pescara verdient am Tabellenende der Serie A. Die letzten sechs Spiele wurden allesamt verloren. Trainer Cristian Bucchi hat den Klassenerhalt aber noch nicht abgeschrieben: "Mit sechs Punkten Rückstand gibt es noch immer Hoffnung."

Bei Werder holte Basler '95 die Torjägerkanone

Was macht eigentlich … Mario Basler?

Werder, Bayern, Kaiserlautern oder auch Hertha - Mario Basler spielte in Deutschland für das "Who is Who" und wurde aufgrund seiner Fertigkeiten mit dem Ball "Super-Mario" getauft. Auch abseits des Platzes ließ es der heute 44-Jährige gerne mal krachen. Einer Wirtshaus-Rangelei hatte er 1999 seinen Rauswurf bei den Bayern zu "verdanken". Nach Beendigung seiner Profikarriere versuchte er sich als Trainer bei unterklassigen Vereinen - mit mäßigem Erfolg. Wohl auch deshalb findet er nun wieder Zeit, um selbst die Schuhe zu schnüren. In der Bezirksliga, der achthöchsten Spielklasse, lässt er es für die TuS Rüssingen "ganz locker" angehen. Das wiederum ist wörtlich zu verstehen, denn von Training hält er nicht viel. "Trainiert hat er zuletzt beim FC Bayern", scherzt sein Trainer Ako Yalcin. Ein bisschen wird wohl dahinter stecken ...

Fußnoten

Blitzstart - Exakt 12,6 Sekunden hatte es gedauert, bis es im Bremer Tor erstmals einschlug. Adam Szalai erzielte beim 1:1 des FSV Mainz gegen den SV Werder das drittschnellste Tor der Bundesliga-Geschichte. Lediglich Giovane Elber und Ulf Kirsten waren schneller.

Historisch - Erstmals in der Geschichte der Premier League gelang es mit Manchester United einer Mannschaft, 25 der ersten 30 Saisonspiele für sich zu entscheiden.

Historisch II - Claudio Pizarro war beim 9:2-Sieg des FC Bayern über den HSV an sechs Toren direkt involviert. Nie war jemand an mehr Treffern beteiligt.

Historisch III - Noch einmal FCB-HSV. 0:5 lagen die "Rothosen" zur Pause bereits zurück. Nie zuvor waren sie schon nach 45 Minuten so aussichtslos in Rückstand geraten.

Premiere - Messi und Ronaldo trugen sich am selben Tag in die Torjägerliste ein, doch weder Barca noch Real fuhren einen Dreier ein. Das gab es noch nie, klammert man direkte Duelle mal aus.

Premiere II - 277 Einsätze in der Serie A hat es gebraucht, ehe Inters Esteban Cambiasso erstmals einen Platzverweis kassierte.

Elfer-Versager - Der SSC Napoli erwies sich einmal mehr als nervenschwach vom Elfmeterpunkt. Hamsiks Fehlschuss war der achte bei 17 Versuchen in den letzten beiden Jahren.

Lieblingsgegner - Trifft der AC Milan auf Chievo, sollten Wettlustige all ihr Hab und Gut auf die "Rossoneri" setzen. Die letzten 13 Liga-Duelle gingen allesamt an die Lombarden. Das wiederum bedeutet Vereinsrekord.

 

Jakob Faber/Christoph Nister

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