Der "Schwarze Panther" wird 70

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Geburtstag einer Legende - Eusebio wird 70

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Cristiano Ronaldo ist heute Portugals Aushängeschild Nummer eins.

Für viele seiner Landsleute ist aber immer noch Eusebio der beste Spieler der portugiesischen Fußball-Geschichte. Am Mittwoch wird der "Schwarze Panther" 70 Jahre alt.

"Er war wie von einem anderen Planeten. Ein Außerirdischer", versicherte etwa der angesehene portugiesische Journalist Pedro Vasco in einem Buch.

Die Sportzeitung "Record" schrieb am Wochenende, Eusebio sei ein "Mythos", der das Land noch heute "mit Stolz und Freude" erfülle. An seinem Thron könnten weder Ronaldo noch Figo rütteln, so das Blatt.

Nach Lungenentzündung zur EM?

Die Kerzen wird Eusebio da Silva Ferreira am Mittwoch in seinem Haus in Lissabon in kleinem Familienkreis ausblasen. Noch erholt er sich nämlich von einer beidseitigen Lungenentzündung.

Weihnachten hatte er deshalb im Krankenhaus verbringen müssen, nach zwölf Tagen zum Teil auf der Intensivstation war er Silvester entlassen worden. Er wünscht sich für das neue Jahr deshalb Gesundheit, "damit ich Portugal bei der EM vor Ort unterstützen kann".

Auf dem Feld zeichnete sich der Stürmer aus Mosambik vor allem durch psychische Stärke, Schnelligkeit und einen starken Schuss aus. An die Heldentaten des Stürmers erinnert eine zwei Meter große Bronze-Statue vor Benficas Estadio de Luz in Lissabon.

"Ruth" wechselt zum Erzrivalen

Geboren wurde Eusebio am 25. Jänner 1942 in ärmlichen Verhältnissen in Lourenco Marques, dem heutigen Maputo in Mosambik. Ein Talentspäher Benficas entdeckte ihn bei Sporting Lourenco Marques, einer Filiale des Erzrivalen Sporting Lissabon.

Damit die ungeliebte Konkurrenz ihn nicht noch wegschnappt, wurde der schüchterne junge Mann 1960 in einer Nacht- und Nebelaktion unter dem Falschnamen "Ruth" nach Lissabon geflogen und vor der Vertragsunterzeichnung wochenlang versteckt.

Seinen Höhepunkt erlebte Eusebio bei der WM 1966 in England, als er mit neun Treffern Torschützenkönig wurde und Außenseiter Portugal auf den dritten Platz schoss.

Legenden unter sich: Pele und Eusebio

"Unser Verband hat das Spiel verkauft"

Damals schaltete die "Seleccao" bei ihrer ersten WM-Teilnahme auch Titelverteidiger Brasilien von König Pele sensationell aus. Legendär ist aber vor allem das Comeback des Teams im Viertelfinale gegen Nordkorea, als die Portugiesen mit vier Eusebio-Toren aus einem 0:3 noch einen 5:3-Sieg machten.

Noch heute versichert Eusebio, bei der 1:2-Niederlage im Halbfinale gegen den Gastgeber und späteren Weltmeister England sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen.

"Unser Verband hat damals das Spiel verkauft", versicherte er jüngst wieder. Eusebio ging damals unter Tränen vom Platz. Grund zum Weinen hatte er in seiner Karriere aber sonst kaum.

Titel und Tore am Fließband

In 15 Jahren bei Benfica gewann er elf Meistertitel, fünfmal den Cup und ein Mal auch den Europacup der Meister. Im Finale 1962 in Amsterdam gegen das damals fast unschlagbare Team von Real Madrid schaffte Eusebio mit zwei Toren an der Seite der Sturmkollegen Mario Coluna und Jose Augusto Torres den internationalen Durchbruch.

Seine Torquote ist aufsehenerregend: Mit der Nationalelf traf der explosive Stürmer in 64 Spielen 41 Mal, im Benfica-Trikot schoss er in 614 Pflichtspielen nicht weniger als 638 Tore. Siebenmal wurde er Torschützenkönig in Portugal.

1968 gewann der 1,77-Meter-Mann mit 42 Toren den erstmals vergebenen "Goldenen Schuh" als bester Torschütze in Europas Ligen. 1973 wiederholte er mit 40 Treffern das Kunststück. 1965 wurde Eusebio außerdem zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.

Reich? "Ich lache mich tot"

Großen finanziellen Profit schlug Eusebio aus seiner Karriere nicht. Lukrative Angebote aus Italien durfte er nicht annehmen, weil Diktator Salazar Portugals Imageträger nicht verlieren wollte und ein Verkaufs-Verbot aussprach.

"Die Leute in Portugal denken, ich sei reich. Ich lache mich tot", sagte Eusebio jüngst. Trost für den entgangenen Gewinn findet Eusebio auf Reisen.

"Die Freude, die ich spüre, wenn Kinder mich in Portugal oder Afrika noch heute bejubeln und umarmen, die ist unbezahlbar", versichert er.

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