Niemand trägt die Schuld

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War das peinliche Scheitern ein Racheakt?

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"Lächerlich" titelte "Marca" am Dienstagmorgen in großen Lettern und drückte damit in einem Wort aus, was sich jeder Fußballfan zum Thema David De Gea dachte.

Real Madrid und Manchester United sorgten mit dem Last-Minute-Scheitern des Deals um den Tormann für die Transferposse des Sommers und machten sich damit zum Gespött der internationalen Sportszene.

Einen Spielerwechsel, der seit Monaten mehr oder weniger beschlossene Sache zu sein schien, am letzten Transfertag (in Spanien) zu vergeigen, das ist zwei der größten Fußballklubs der Welt unwürdig.

Genauso unwürdig sind die gegenseitigen Schuldzuweisungen, denn am Ende will naturgemäß niemand an dem Desaster schuld sein.

Während die Engländer, die De Gea abgeben, dafür aber Geld und Real-Keeper Keylor Navas haben wollten, beteuerten, alle Dokumente rechtzeitig übermittelt zu haben, sah Real die Ursache für den Nicht-Transfer bei United.

Niemand will schuld sein

Nach Informationen des "Guardian" könne Manchester mittels Zeitstempeln auf den Dokumenten nachweisen, alles fristgerecht erledigt zu haben. Real hält mit einer offiziellen Stellungnahme, die in zehn Punkten die Geschehnisse des 31. August rekapituliert, dagegen:

1. Manchester United akzeptierte gestern, mit Verhandlungen zu beginnen.

2. Real Madrid hat das Gespräch initiiert.

3. Manchester United wollte nur einem Deal zustimmen, der Keylor Navas inkludiert.

4. Beide Klubs akzeptierten den Deal und Real übermittelte die Dokumente um 13:39 spanischer Zeit an Manchester United.

5. United antwortete um 21:39 Uhr spanischer Zeit und bat um einige Änderungen, die Real umgehend akzeptierte.

6. Real übermittelte um 23:32 Uhr spanischer Zeit die Verträge an Manchester United und wartete auf die Rücksendung der unterschriebenen Kontrakte.

7. United einigte sich um 23:53 Uhr spanischer Zeit mit den Beratern von Navas und schickte Navas den Vertrag zur Unterzeichnung. 

8. Manchester United loggte sich um 0 Uhr spanischer Zeit in das Transfersystem ein, um die Details zum Transfer von De Gea einzutragen. Gleichzeitig wurden die die unterschriebenen Verträge nach Madrid geschickt. Real erhielt die gesamten Dokumente um 0:02 Uhr spanischer Zeit und versuchte, sich in das internationale Transfersystem einzuloggen, das aber bereits geschlossen war.

Rafa Benitez versucht die Dokumente zu öffnen

9. Um 0:26 spanischer Zeit bat der Computer des Transfersystems Real, die Dokumente für David De Gea auszufüllen, da das Transferfenster in England noch geöffnet war. Real entschied sich, ob der Strittigkeit des Transfers und im Wissen um die abgelaufene Zeit, sich mit den Verträgen an die spanische Liga zu wenden. 

10. In der finalen Analyse kommt Real zu dem Schluss, dass man alles Erforderliche getan hat und alle Zeiten eingehalten hat, um diese beiden Transfers zu vollenden.

Fakt: De Gea darf nicht nach Madrid

Es gibt viele verschiedene Standpunkte und Aussagen in diesem Fall, letztlich ist aber das Einzige, was zählt, dass De Gea der Transfer verwehrt bleibt. Damit steht Real ohne seinen Wunschtormann da, dafür hat United einen Spieler, der tendenziell äußerst unzufrieden über das Scheitern des Wechsels sein dürfte.

Ob das mit den Unterlagen passierte?

Bleibt abzuwarten, ob man in Manchester nun einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Einen Mann wie De Gea weiter auf der Bank sitzen zu lassen, kann sich Louis van Gaal auch ob der Alternativen auf der Goalie-Position nicht leisten.

Racheakt?

Ganz böse Zungen und Verschwörungstheoretiker verbreiten aber ohnehin ihre eigene Theorie zu dieser Posse und vermuten eine Revanche-Aktion der Red Devils. 2013 scheiterte der Wechsel von Fabio Coentrao nach Manchester ebenfalls wegen verspätet eingereichter Dokumente und Sergio Ramos, den United in diesem Sommer gerne zu sich gelotst hätte, blieb letztlich auch in Madrid.

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