"Niemand mag den NK Zavrc"

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Das slowenische Grödig: Pacults NK Zavrc

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1.569 Einwohner. Ein Stadion mit 962 Sitzplätzen.

Das ist der NK Zavrc, Peter Pacults neue fußballerische Heimat.

Der slowenische Erstligist glänzt nicht gerade mit einer beeindruckenden Infrastruktur. Selbst Grödig kann dem Klub als Vorbild dienen.

Dennoch legten die Ostslowenen in den letzten Jahren einen beeindruckenden Erfolgslauf hin. Zwischen 2008 und 2013 gelang der Durchmarsch von der sechsten in die erste Leistungsstufe.

Dort liegt man aktuell auf dem starken fünften Platz. Pacult, der bereits der dritte Coach der aktuellen Saison ist, soll diesen Erfolgslauf nun fortführen.

>>>Testspiel: WAC gegen NK Zavrc am Freitag ab 16 Uhr LIVE bei LAOLA1.tv<<<

„Niemand mag den NK Zavrc“

„Die Geschichte hinter dem Erfolg ist schnell erzählt: Miran Vuk, einer der reichsten Menschen unseres Landes, investiert viel Geld. Er ist auch Bürgermeister von Zavrc“, erklärt ein Experte der Twitter-Plattform „Slovenia Footy“ gegenüber LAOLA1. Der Account informiert auf Englisch über den slowenischen Fußball.

Bei den Menschen in Österreichs Nachbarland kommt der Retortenklub nicht gerade gut an. „Niemand mag den NK Zavrc. Die Leute sagen, sie hätten zu viele ausländische Spieler. Dass sie den Kader in jeder Transferzeit neu aufstellen, macht sie auch nicht gerade beliebter“, so der Kenner.

In diesem Sommer stießen nicht weniger als 20 neue Spieler zum Klub, darunter Stefan Petrovic (21) vom FC Liefering. Mit Albert Riera hat der ehemalige U19-ÖFB-Nationalspieler einen prominenten Teamkollegen.

Ex-Liverpool-Profi als großer Star

Der mittlerweile 33-jährige Spanier lief in seiner besten Zeit für den FC Liverpool auf. Damals verdiente er Millionen, in Zavrc soll der 16-fache Internationale Medienberichten zufolge nun gerade einmal 2.000 Euro pro Monat bekommen.

Riera will seine Karriere als Spielermanager in Slowenien starten

„Er ist ein guter Freund vom ehemaligen Sportdirektor Dusan Petkovic, der ihn im Sommer von Mallorca nach Slowenien lotste, später aber entlassen wurde. Lange Rede, kurzer Sinn: Riera arbeitet an einer Karriere als Spieleragent und es gibt keinen besseren Weg, eine ausländische Liga kennen zu lernen, als selbst darin zu spielen.“

Neben Riera und Petrovic dominieren vor allem Kroaten den Kader des 1969 gegründeten Vereins. 15 Legionäre stammen aus dem nur unweit entfernten Nachbarland. In der Grenzregion nahe Slowenien spielt kein kroatischer Klub in den ersten beiden Ligen. Starke Fußballer aus der Umgebung zieht es deswegen oft zum NK Zavrc.

Der Mäzen

Zumal auch die Gehälter stimmen dürften. Dafür sorgt Mäzen Vuk, der den Aufstieg des Vereins von Anfang an finanzierte. Sein Geld verdient der Gründer der weltweit tätigen RM VUK Holding mit Montagearbeiten an Rohrleitungen.

In der Vereinspolitik dürfte sich Vuk, dem auch schon Steuerhinterziehung vorgeworfen wurde, kein Blatt vor den Mund nehmen.

Diese Saison verbrauchte der Klub bereits zwei Trainer. „Ivica Solomun wurde entlassen, sein Ersatzmann Slavko Matic schlug sich mit fünf Siegen und zwei Unentschieden exzellent, aber danach trat er aufgrund eines besseren Angebotes zurück. Nun haben sie Pacult verpflichtet“, erklärt der Experte von „Slovenia Footy“.

Pacults Kontakte in die Region

Bei dem Job-Angebot dürfte Pacults Manager Danko Dikic seine Finger im Spiel gehabt haben. Der Kroate, der auch einige Spieler in der slowenischen Liga vertritt, pflegt gute Kontakte in die Region. Nicht umsonst wurde Pacult zuletzt schon mit dem Trainerposten bei Hajduk Split in Verbindung gebracht.

In Zavrc wird der Wiener mit Miran Emersic von einem deutschsprechenden Assistenten, der für ihn als Übersetzer fungiert, unterstützt.

Pacult lässt sich mit dem NK Zavrc auf ein Abenteuer ein. Ihm ist zu wünschen, dass seine Arbeit dort von mehr Erfolg gekrönt ist als dies zuletzt beim FAC der Fall war. Die erste Gelegenheit dazu gibt es schon am Freitag im Test gegen den Wolfsberger AC (ab 16 Uhr LIVE bei LAOLA1.tv)

 

Jakob Faber

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