Der kürzeste Meister seit S04

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Schalke reloaded: Team feiert Titelgewinn zu früh

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80.000 Fans waren aus dem Häuschen.

Sie stürmten das Feld und bejubelten die Mannschaft, die soeben Meister geworden war.

Dann der Schock. Der Jubel kam verfrüht, der Titel ging an die Konkurrenz.

Im Iran ereigneten sich kuriose Szenen, die an jene auf Schalke im Jahr 2001 erinnerten.

Die Königsblauen wähnten sich vier Minuten lang als Meister, ehe Patrik Andersson einen indirekten Freistoß in Hamburg zum 1:1 verwertete und den Meisterteller bescherte. Der Rest ist Geschichte.

Eine Geschichte, die sich in ähnlicher Form wiederholte.

In der eigenen Hand

Der Tractor Sazi Tabriz FC ging als Tabellenführer in den letzten Spieltag der Iran Pro League, die an Spannung kaum zu überbieten war. Die Ausgangslage war klar: Gewinnt der von Toni Oliveira trainierte Klub das Duell gegen den Liga-Zweiten Naft Teheran, ist der Titel in trockenen Tüchern.

Bei einer Niederlage wären die Gäste Meister, bei einem Remis hätte auch der Tabellendritte Sepahan FC noch eine Titelchance – ein Sieg im Parallelspiel gegen SaiPa Karadj vorausgesetzt.

Es kam, wie es kommen musste

Tabriz lieferte ein starkes Spiel und lag mit 3:1 in Führung. Doch dann kam es, wie es kommen musste. Naft Teheran kämpfte sich wieder heran und glich zum 3:3 aus, zeitgleich lag Sepahan mit 2:0 in Front.

Die „Red Wolves“, so wird das Team aus Tabriz genannt, feierten dennoch wie wild und wähnten sich als Titelträger. Grund dafür war eine Fehlinformation, die sich rasch verbreitete.

Kuriose Szenen im TV

Gerüchten zufolge war es ausgerechnet der Sohn von Trainer Oliveira, der kurz vor Schluss alle Beteiligten darüber informierte, dass es im Parallelspiel zu einem Remis gekommen sei.

Als wäre dies nicht schon kurios genug, waren Millionen Fernseh-Zuschauer, die Jubelbilder aus beiden Stadien zu sehen bekamen, völlig verwirrt. Selbst TV-Experten waren kurzzeitig perplex und sich nicht mehr sicher, ob nicht doch noch etwas passiert wäre, sodass in Tabriz so wild gefeiert werden konnte.

Sportministerium will Aufklärung

Nachdem die Spieler sich in die Kabine zurückzogen, wurden sie jedoch über den fatalen Irrtum aufgeklärt. Auch unter den Fans machte nach erster Euphorie die Schock-Nachricht von der verpassten Meisterschaft die Runde.

Die Folge waren Randale und Krawalle, hunderte Sitze wurden aus der Verankerung gerissen und auf das Spielfeld geworfen. Aufgrund der prekären Vorfälle hat das Sportministerium sich inzwischen zu Wort gemeldet und eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle gefordert.

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