UEFA sperrt Besiktas aus dem Europapokal aus

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Schock für die Österreicher Ekrem Dag, Tanju Kayhan und Veli Kavlak.

Die UEFA verbannt ihren Klub Besiktas Istanbul für ein Jahr aus dem Europacup. Grund sind die finanziellen und strukturellen Probleme des Vereins.

Mehrere Verstöße gegen Financial Fair Play

Sportlich hätte der 13-fache türkische Meister die Qualifikation für die Europa League mit Platz vier in der abgelaufenen Meisterschaft zwar geschafft, aber Verstöße gegen mehrere Paragraphen der Financial-Fair-Play-Lizenzierung ließen der UEFA keine andere Wahl.

Besiktas schuldet mehreren Spielern – sowohl aktuellen als auch ehemaligen - noch Gehälter. So beklagen etwa Matteo Ferrari und Manuel Fernandes, dass ihnen noch Zahlungen zustünden. Auch Ablösesummen an diverse Vereine wie etwa Udinese Calcio sollen seit mehreren Jahren ausstehen.

Bei einem kolportierten Schuldenberg von 280 Millionen Dollar (ca. 225 Millionen Euro) nicht allzu verwunderlich.

Bereits Anfang Mai hatte die UEFA den Türken Auflagen erteilt, nun griff der Verband hart durch. Ein Jahr lang kein Europacup, dazu eine Geldstrafe von 200.000 Euro. Nicht nur die konkreten Vergehen, sondern auch die allgemeine finanzielle Undurchsichtigkeit beim türkischen Topklub war ein Kritikpunkt der UEFA.

„Das Vermächtnis von Yildirim Demirören“

Schon in der vergangenen Spielzeit hatte die UEFA in der Türkei keine Gnade gezeigt und Fenerbahce Istanbul den Start in der Champions League verboten. Damals ging es allerdings um die Verwicklung von Fenerbahce in einen Manipulationsskandal.

Der ehemalige Besiktas-Funktionär Celal Kolot kommentierte der Nachrichtenagentur „DHA“ das Urteil: „Ich habe bereits mit so einer Entscheidung gerechnet, deswegen war es auch keine Überraschung für mich. Das ist jedoch nicht die Schuld von Fikret Orman, eher ist es das Vermächtnis von Yildirim Demirören und seinem Vorstand. Damit es wieder aufwärts geht, muss der Verein jetzt radikale Entscheidungen treffen.“

Ob das geschieht ist mehr als fraglich. Im Gegenteil, Vereinspräsident Fikret Oman zeigte sich enttäuscht vom Urteil und kündigte sogleich weitere rechtliche Schritte an:

Klub geht in Berufung

„Ich bin sehr traurig über dieses Urteil. Nicht weil wir aus dem Europapokal ausgeschlossen worden sind, sondern wegen dem Klub. Besiktas ist ein seit 110 Jahren bestehender Verein, der seine Pflichten immer erfüllt hat. Wir werden nächste Saison nicht am Europapokal teilnehmen. Dazu müssen wir eine Geldstrafe von 200.000 Euro entrichten. Selbstverständlich werden wir vor dem CAS Einspruch gegen das Urteil erheben.“

Endgültig ist also noch nicht geklärt, ob Besiktas - und somit auch Dag, Kayhan und Kavlak - tatsächlich nicht international spielen darf.

Einem Einspruch gegen das Urteil werden jedoch nur sehr geringe Chancen auf Erfolg eingeräumt.

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