Jantscher will nicht zurück

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"Für mich wird es dort keine Zukunft geben"

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Die weiteste Anreise zum Nationalteam hatte eindeutig Jakob Jantscher.

Schließlich kam der 24-Jährige aus Moskau nach Wien. Mit dem Auto wären das 1973 Kilometer zum Fahren, glücklicherweise zahlt der ÖFB Flugtickets – so dauerte die Anreise läppische drei Stunden.

Im fernen Russland geht es dem Offensivspieler gut. Im Gegensatz zu einigen anderen Legionären im Nationalteam stand Jantscher zuletzt in der Startelf und legte das einzige Tor seines Klubs Dinamo Moskau beim 1:1 im Gastspiel bei Kuban Krasnodar auf.

Zuletzt gespielt, zuletzt assistiert

Im Land von Väterchen Frost hat die Winterpause erst vor kurzem geendet. Zwei Spieltage wurden ausgetragen, am ersten fehlte der Linksfuß aufgrund der Folgen eines Muskelfaserrisses. Aber das ist mittlerweile Schnee von gestern.

„Ich habe ein gutes Gefühl aus Moskau mitgenommen. Am Freitag wollen wir gegen die Färöer eine gute Partie machen und dann mit Selbstvertrauen nach Irland fliegen“, so Jantscher bei LAOLA1.

Obwohl manch Teamkollege mit weniger Spielpraxis ausgestattet ist, ist nicht davon auszugehen, dass der Steirer gegen die Färöer von Beginn weg spielen wird. Das weiß er wohl auch selbst.

 „Wichtig ist, dass wir an einem Strang ziehen und gut arbeiten“, gibt der 15-fache Internationale vor.

„Für mich gibt es in Salzburg keine Zukunft“

Dieses Gefühl vermittelt sein eigentlicher Arbeitgeber, Red Bull Salzburg, der russischen Leihe nicht immer. Zuletzt erklärte Trainer Roger Schmidt, er gehe davon aus, dass Jantscher im Sommer wieder in die Mozartstadt zurückkehre. Der Spieler bekam das mit, es kostet ihm aber nur ein Lächeln.

„Er hat damit Recht, dass ich noch Spieler von Red Bull Salzburg bin. Aber ich glaube nicht, dass es für mich noch eine Zukunft dort geben wird“, gibt Jantscher klipp und klar zu verstehen.

Der Mittelfeldspieler führt dabei Dinge an, die nicht gepasst haben sollen. Auch in der jüngeren Vergangenheit, in der der Russland-Legionär nicht mehr in Österreich zugegen war.

Stichwort Stefan Maierhofer (Hier zum LAOLA1-Interview). Stichwort David Mendes, dessen Abgang ebenso nicht ganz rund verlaufen sein soll, wie der Niederländer wissen ließ.

„Nicht unbedingt professionell“

„Wenn ich jetzt höre, was so abgeht, dann ist das nicht etwas, was ich mir vorstelle“, so Jantscher.

Konkret? „Es sind schon sehr viele Sachen von anderen Spielern angesprochen worden. Bei mir war das im Sommer auch so, dass ein paar Dinge nicht so reibungslos abgelaufen sind. Und ich habe ja noch Kontakt nach Salzburg, da hört man auch immer mal wieder etwas, wie und was abgeht. Dann stellt man sich das nicht unbedingt sehr professionell vor. Deswegen schauen wir einmal.“

Vor allem sein bester Kumpel in Salzburger Zeiten, Maierhofer, fühlte sich dessen Aussage zufolge nicht gut behandelt, Salzburg widersprach dem allerdings vehement. Doch auch Sportdirektor Ralf Rangnick hat sich bei Jantscher nicht unbedingt ins Herz geredet.

Rangnicks Aussagen

„Ich denke, es war auch nicht richtig, dass Herr Rangnick sagt, dass wir letztes Jahr nichts erreicht haben. Wir sind vergangene Saison Meister geworden, haben den Cup-Titel geholt und sind ins Sechzehntel-Finale der Europa League gekommen. Da ist einfach alles schlechtgeredet worden, was vergangene Saison war. Und wenn man jetzt schaut, hat man 13 Punkte Rückstand auf die Austria. Also ich weiß nicht, was vergangene Saison so schlecht war“, so Jantscher, der auch Unverständnis bei anderen ehemaligen Kollegen ortet.

Also wie geht’s weiter? Tatsache ist, dass der Leihvertrag im Sommer endet, Dinamo hat eine Kaufoption. Alles ist möglich, auch vertragsbedingt (bis 2014 bei den „Bullen“) eine Rückkehr an die Salzach, die allerdings wohl beidseitig keine zufriedenen Parteien hervorbringen würde. So richtet sich der Blick auf Moskau.

„Wenn ich die nächsten zehn Spiele nicht mehr spiele, werde ich wohl nicht hier bleiben. Wenn ich gut spiele, werde ich wohl bleiben. Wenn ich sehr gut spiele, kann auch etwas anderes passieren. Da muss man schauen.“

In zwei Wochen kommt sein Manager nach Moskau, um sich mit seinem Mandanten und den Klubverantwortlichen zu besprechen. Aus Jantschers Sicht wohl oder übel auch über Salzburg.

 

Bernhard Kastler

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