"Habe das Fußballspielen nicht verlernt"

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Valencia, Sonnenschein und rund 20 Grad plus.

NAC Breda und Andreas Lasnik genießen an Spaniens Ostküste perfekte Bedingungen, um sich auf das Frühjahr vorzubereiten.

Doch der Schein trügt. Denn der Steirer würde lieber heute als morgen bei einem anderen Verein unterkommen.

„Ich möchte das Kapitel Breda so schnell wie möglich abhaken und eine neue Herausforderung suchen“, erklärt der 29-Jährige.

Sein aktueller Abreitgeber legt ihm auch keine Steine in den Weg. Trotz laufendem Vertrag bis Sommer 2013 dürfte Lasnik den Tabellenvorletzten der niederländischen Eredivisie im Winter ablösefrei verlassen.

Im LAOLA1-Interview spricht der Offensivakteur über das Missverständnis Breda, die aktuelle Vereinssuche und eine mögliche Rückkehr nach Österreich.

LAOLA1: Andi, wie sieht es bei der Vereinssuche aus?

Andreas Lasnik: Langsam läuft es an. Das Transferfenster hat seit ein paar Tagen offen. Wir stehen mit einigen Vereinen in Kontakt, noch ist aber nichts Konkretes dabei. Deswegen bin ich auch mit auf Trainingslager, schließlich habe ich bis Sommer einen Vertrag. Ich hoffe aber, dass ein Wechsel spätestens in zwei Wochen über die Bühne geht.

LAOLA1: Hast du eine Wunschdestination für deinen nächsten Aufenthalt?

Lasnik: Ich bin für relativ alles offen, bin ja auch schon fünf Jahre im Ausland. Ich war in Deutschland und in Holland. Es gibt jetzt wirklich nichts, wo ich sage: Da muss ich unbedingt hin. Ich höre mir alles an und werde dann entscheiden, wohin die Reise geht.

LAOLA1: Was waren die Gründe, warum es beim NAC Breda so überhaupt nicht gelaufen ist?

Lasnik: Es waren absolut verlorene eineinhalb Jahre – menschlich hingegen nicht, denn aus Negativ-Erlebnissen lernt man am meisten. Sportlich war es aber schlicht und einfach unbefriedigend. Der Verein und ich haben einfach nicht zueinander gepasst. Egal ob Fans oder Mitarbeiter: Es war nicht das Gelbe vom Ei.

LAOLA1: Was hat es mit deiner Aussage: „Ich war im Kopf nicht frei“ auf sich?

Lasnik: Wenn man sich speziell als Offensivspieler nicht wohl fühlt, wird es schwierig, gute Leistungen abzurufen. Und dann fängt man an, darüber nachzudenken. Wie gesagt: Ich will weg. Das habe ich deponiert. Der Verein weiß Bescheid.

Lasnik und die Breda-Fans wurden nie warm

LAOLA1: Du hast dich vor eineinhalb Jahren im Sommer bei Sturm Graz fit gehalten. Sind die „Blackys“ eine Option?

Lasnik: Österreich ist immer wieder ein Thema. Und als Steirer ist Sturm natürlich naheliegend. Ich lege mich aber auf keinen Verein fest. Ich hatte tolle Jahre in der Heimat, habe alles erlebt, was man erleben kann – Höhen und Tiefen. Eine Rückkehr kann ich mir jederzeit vorstellen.

LAOAL1: Breda würde dich jedenfalls ablösefrei ziehen lassen. Das erleichtert bestimmt die Vereinssuche.

Lasnik: Na klar. Ich möchte aber keinen Schnellschuss machen und irgendwohin wechseln. Das wäre nicht das Problem. Der nächste Schritt muss sitzen, ich muss mich mit dem neuen Klub identifizieren können. Das ist das Wichtigste.

LAOLA1: Sind schon Anfragen eingetrudelt?

Lasnik: Es gibt Anfragen. Aber es wurde noch nicht wirklich verhandelt. Und Anfragen alleine sind nichts. Es sind jedoch einige interessante Sachen dabei, die ich mir gut vorstellen könnte. Deswegen hoffe ich, dass es so schnell wie möglich über die Bühne. Ich bin jetzt hier in Valencia, werde mich komplett fit machen und abwarten.

Das Gespräch führte Martin Wechtl

LAOLA1: Wie schwer ist es, bei einem neuen Klub unterzukommen, wenn man in letzter Zeit kaum gespielt hat und daher schwer auf sich aufmerksam machen konnte?

Lasnik: Irgendwo unterzukommen, ist kein Problem. Ich habe aber noch Ambitionen, will mich noch einmal beweisen. Vor zwei Jahren war ich ein Top-Ten-Scorer in der Eredivisie. Okay, die letzten Jahre ist es nicht so gelaufen, aber ich habe das Fußballspielen nicht verlernt. Deswegen hoffe ich, dass diesen Umstand einige berücksichtigen werden.

LAOLA1: Wie würdest du eine Zeit in Holland bilanzieren? Bei Willem II ist es ja bekanntlich nicht schlecht gelaufen.

Lasnik: Ich bin aus Deutschland gekommen, hatte ein Dreiviertel-Jahr zuvor noch einen Kreuzbandriss. Der Entschluss, nach Holland zu gehen, war für mich die richtige Entscheidung. Dort wird Fußball gespielt, der mir liegt. Hier wird großer Wert auf Technik gelegt. Dass es mir liegt, habe ich in meinem ersten Jahr bewiesen. Da ist es mir mit neun Toren und 13 Vorlagen sehr gut gegangen. Willem ist dann aber abgestiegen und ich musste mir einen neuen Verein suchen. Es gab zwar genug Anfragen, aber es war nicht Zählbares dabei. Schlussendlich habe ich mich für Breda entschieden. Der Klub hatte mich schon länger auf der Rechnung. Ich hatte auch ein gutes Gefühl, weil Breda ein guter Verein ist. Dass es dann so in die falsche Richtung läuft, ist natürlich schade.

LAOLA1: Machst du dir im Nachhinein Vorwürfe, weil du dich so getäuscht hast?

Lasnik: Man ist immer selber verantwortlich. Es ist leider nicht so aufgegangen, wie ich bzw. sich der Verein das erhofft haben. So etwas kann eben passieren. Deswegen möchte ich dieses Kapitel auch so schnell wie möglich abhaken und eine neue Herausforderung suchen. Ich bin 29, habe noch ein paar gute Jahre in mir. Die will ich nutzen.

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