Viktor Fischers kometenhafter Aufstieg

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Was ihm gelungen ist, hat weder Marco van Basten, noch Zlatan Ibrahimovic geschafft.

Die Rede ist von Viktor Fischer. Der junge Mann erlebt gerade einen kometenhaften Aufstieg.

Fünf Tore und drei Assists hat der 18-Jährige nach seinen ersten zehn Ligaspielen für Ajax Amsterdam zu Buche stehen. Solch eine Bilanz konnten nicht einmal die beiden genannten Superstars aufweisen.

Tore, Tore, Tore

Seit seinem Doppelpack beim 3:0-Sieg gegen Feyenoord am vergangenen Wochenende ist der Teenager jedenfalls in aller Munde.

Dabei war dieser Auftritt nicht sein erster, der für Furore sorgte. In der „NextGen Series“, der Nachwuchs-Champions-League, machte der Däne in der Vorsaison mit einem Doppelpack gegen den FC Barcelona und einem Triplepack gegen Liverpool von sich reden.

Team-Debüt nach fünf Profi-Spielen

Und im November 2012 debütierte der Offensiv-Allrounder beim 1:1 in der Türkei sogar schon im Nationalteam der Skandinavier. Gerade einmal fünf Profi-Spiele mit Ajax hatte das Talent in den Beinen, als es zum siebtjüngsten dänischen Internationalen aller Zeiten wurde.

„Das ist eine Investition in die Zukunft“, hatte Teamchef Morten Olsen damals gesagt.

Heiß umworben

Das dachten sich vor rund zwei Jahren auch etliche europäische Top-Klubs, als sie versuchten, den Nachwuchsspieler des FC Midtjylland zu verpflichten.

Bei Manchester City, Chelsea und Inter Mailand absolvierte Fischer Probetrainings, doch als die Anfrage von Ajax kam, entschied er sich rasch für eine Zukunft in den Niederlanden. Nicht zuletzt die positiven Rückmeldungen seiner Landsleute und nunmehrigen Teamkollegen Christian Eriksen und Nicolai Boilesen bestärkten ihn bei seiner Entscheidung.

Viktor Fischer lässt die Gegenspieler reihenweise stehen

Danny Blind, der Ajax trainierte, als Fischer Mitte April 2011 unterschrieb, sagte: „Nun haben wir einen weiteren künftigen Dänemark-Star geholt. Ich bin sicher, dass wir noch sehr viel von ihm hören werden.“ Er sollte Recht behalten.

Eine Sportler-Familie

Dass der Youngster überhaupt Kicker wurde, ist bei einem Blick auf seine Familie nicht weiter überraschend.

Großvater Poul Pedersen war Mittelfeldspieler, holte 1960 in Rom Olympia-Silber und war der erste Däne, der 50 Länderspiele für sein Land bestritt.

Papa Henrik Fischer trug in mehreren Nachwuchs-Auswahlen das Nationalteam-Trikot, schaffte den Durchbruch letztlich aber nicht. Und Bruder Magnus war ebenfalls in der Jugend des FC Midtjylland engagiert, wurde aber nie Profi.

Einzig Mama Jane tanzt aus der Reihe – sie jagte nie dem runden Leder nach, sondern war eine ausgezeichnete Badminton-Spielerin.

Lobeshymnen der Ex-Trainer

Daran, dass der Ajax-Profi in die Fußstapfen seines Opas treten wird, besteht kein Zweifel, wenn man sich nur die Lobeshymnen seiner ehemaligen Trainer vor Augen führt.

„Es ist sehr selten, einen derart talentierten Spieler so hart an sich arbeiten und so viel für das Team geben zu sehen. Er ist irgendwie wie Lionel Messi – ein großartiger Individualist, der für die Mannschaft spielt“, so Thomas Frank, einst Fischers U17-Teamchef.

Per Andersen, bis 2012 U19-Coach der Dänen, meint: „Ich will ihn nicht mit Messi und Cristiano Ronaldo vergleichen, aber es ist so ein Spielertyp. Er hat einen unstillbaren Hunger nach Toren, auch wenn er schon zwei oder drei geschossen hat. Seine größte Qualität ist der Abschluss. Was auch immer passiert, er bleibt vor dem Tor ruhig. Und er kann mit dem Ball alles!“

Das konnten bzw. können van Basten und Ibrahimovic auch. Und selbst wenn Fischers Karrierestart jene der beiden sogar überflügelt, ist es noch ein weiter Weg, um wirklich in einem Atemzug mit dem Duo genannt zu werden.


Harald Prantl

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