Machtkampf bei Ajax

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Feuer am Dach bei Ajax Amsterdam: Die Verpflichtung von Louis van Gaal als neuer Generaldirektor des niederländischen Fußball-Rekordmeisters sorgt für Entrüstung bei seinem Rivalen Johan Cruyff.

"Ich habe zuerst an einen Scherz gedacht. Das war eine Entscheidung unter der Gürtellinie. Sie haben Ajax in Brand gesteckt. Sie haben den Klub in Brand gesteckt", echauffierte sich das Ajax-Aufsichtsratsmitglied Cruyff im niederländischen Radiosender NOS am Freitag über die Entscheidung der Vereinsführung. Sie war ohne sein Einverständnis getroffen worden.

Cruyff drohte, den Verein zu verlassen, sollte er keine Unterstützung mehr haben. Die Ajax-Legende und Van Gaal können sich nicht leiden - die Entscheidung für Van Gaal ist daher auch eine herbe Niederlage für den legendären Ex-Stürmer.

Cruyff war für Van Basten

Cruyff hatte sich für Marco van Basten als neuen Generaldirektor ausgesprochen, ein Engagement von Van Gaal hatte er bereits in der Vergangenheit stets strikt abgelehnt. Auch der zum Ende der Vorsaison beim FC Bayern München entlassene Van Gaal hatte eine Zusammenarbeit mit Cruyff zuletzt ausgeschlossen.

Am Donnerstag hat Ajax Amsterdam dann die Verpflichtung Van Gaals bekanntgegeben. Ob der 60-Jährige am 1. Juli oder bereits am 1. Jänner sein Amt antritt, ist noch unklar. Unterschrieben sei noch nichts, es gäbe aber verbindliche mündliche Vereinbarungen. Bereits als Spieler, Trainer und Technischer Direktor hatte Van Gaal Aufgaben in Amsterdam inne gehabt.

Trainerteam droht mit Rücktritt

Die Stimmung beim Klub und im ganzen Land ist gespalten. Das Trainerteam steht jedenfalls auf der Seite von Cruyff:

In einem offenen Brief erklärten unter anderem Chefcoach Frank de Boer, sowie Dennis Bergkamp und Wim Jonk, dass alle Trainer der Ajax-Fußballschule "König Johan" unterstützen.

"Wir sind an dem Entscheidungsprozess überhaupt nicht beteiligt gewesen und haben alles aus den Medien erfahren. Das ist unseriös und nicht zu akzeptieren. Darum distanzieren wir uns von dieser Handlungsweise und rufen die vier Aufsichtsräte (Anm.: Edgard Davids, Paul Römer, Marjan Olfers und Steven ten Have) auf, dieses Thema mit uns intern zu besprechen", hieß es in besagten Brief.

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