Endet Juves Serie im San Siro?

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"Pirlos Qualität steht nicht zu Debatte"

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Wenn am Samstag um 20:45 Uhr Milan auf Juventus trifft, ist es wahrscheinlich zu früh, von einer Vorentscheidung um den Scudetto zu sprechen.

Aber das Spiel Erster gegen Zweiter in der 25. Runde der Serie A verdient zumindest das Prädikat richtungsweisend. Der Meister (50 Punkte) und der Rekordmeister (49/ein Spiel weniger) haben sich mittlerweile ein wenig vom Rest des Feldes abgesetzt und sind sicherlich die größten Favoriten auf den Titel in Italien.

Von den bisher 207 Duellen gingen 64 an die Lombarden und 73 an die Piemontesen. Bei den Begegnungen dieser Spielzeit behielten beide Male (2:0 in der Liga, 2:1 in der Coppa) die Bianconeri die Oberhand.

Ibrahimovic nicht dabei

Unabhängig davon, wie der Schlager ausgeht, will Massimiliano Allegri die Bedeutung des Spiels gegenüber „RTL 102.5“ nicht überbewerten: „Die Aufgabe am Samstag ist wichtig, aber nicht entscheidend“, so der Rossoneri-Übungsleiter, der auf Zlatan Ibrahimovic verzichten muss.

Der Topstürmer fasste für eine Tätlichkeit in der Liga-Auseinandersetzung gegen Napoli eine Drei-Spiele-Sperre aus, wovon er zwei bereits absaß. Am Donnerstag wies das Gericht den Antrag auf Reduzierung der Zwangspause ab. So bleibt dem Schweden auch gegen Juve nur die Tribüne.

Wobei Andrea Barzagli Ibrahimovics Fehlen gar nicht so positiv sieht: „Ohne Ibrahimovic bewegen sie sich mehr als Team“, so der Verteidiger der Alten Dame, der bisher jede Minute der Saison auf dem Platz stand.

Pirlo zurück im San Siro

Eine weitere interessante Personalie ist Andrea Pirlo. Der Routinier spielte zehn Jahre für Milan. Nachdem aber die Dienste des 32-Jährigen in der Modemetropole nicht mehr benötigt wurden, wechselte er ablösefrei zur Konkurrenz nach Turin.

Italienische Medien sprechen bereits nach etwas mehr als einem halben Jahr vom „Steal des Jahrzehnts“. „Er hat es den Spielern um ihn herum erlaubt, dass sie wachsen. Er ist nicht nur ein Champion, sondern auch eine ausgezeichnete Persönlichkeit“, ist etwa Mitspieler Giorgio Chiellini voll des Lobes.

Mit zwei Assists und einem Tor wurde der zentrale Mittelfeldspieler im letzten Ligaspiel gegen Catania (3:1) zum Matchwinner. Auch Allegri gibt zu: „Pirlos Qualität steht nicht zur Debatte“.

Wer greift bei Juve an?

Während bei Milan das 4-4-2 recht einzementiert ist, wechselte Juve-Coach Antonio Conte mehrfach in der Saison sein System. Italienische Medien meinen zu wissen, dass der 42-Jährige, der gegen Catania elf Italiener in der Startaufstellung auflaufen ließ, im San Siro auf ein 3-5-2 zurückgreifen wird.

Vor allem bei der Wahl der Stürmer hat der Übungsleiter der Alten Dame (trotz der Winterabgänge Amauri, Vincenzo Iaquinta und Luca Toni) die Qual der Wahl: Mirko Vucinic hat laut Tuttosport sehr gute Karten für einen Einsatz von Beginn an.

In diesem Fall würden sich Fabio Quagliarella, Alessandro del Piero, Alessandro Matri und Marco Borriello um den Platz neben dem Montenegriner streiten.

Verletzungssorgen

Tatsächlich ist es so, dass die Bianconeri in 13 von 23 Ligaspielen den Kasten sauber hielten, dabei allerdings auch fünfmal ohne eigenen Torerfolg blieben. 36 Treffer sind „nur“ der sechstbeste Wert der Liga – eine Statistik, die von Milan mit 48 angeführt wird.

Während in gewissen Mannschaftsteilen des Rekordmeisters ein Überangebot herrscht, sieht es bei den Rossoneri eher anders aus: Teilweise war eine zweistellige Anzahl an Profis verletzt. So fallen neben den Langzeitverletzten Antonio Cassano und Gennaro Gattuso etwa auch Pato, Kevin-Prince Boateng und Clarence Seedorf für die Auseinandersetzung der italienischen Großmächte aus.

Dass Allegris Team mit Verletzungssorgen umgehen kann, hat man aber schon in der Champions League gegen Arsenal gesehen und dass Milan sich sehr freuen würde, den Turinern die erste Saisonniederlage zuzufügen, versteht sich von selbst.


Máté Esterházy

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