Stramaccionis Meisterstück

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Stramaccionis Meisterstück

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„Das war keine angenehme Niederlage. Wir sind es nicht mehr gewohnt, zu verlieren“, sagte ein geknickter Gianluigi Buffon.

Tatsächlich hatte Juventus seit 538 Tagen in der Serie A kein Spiel mehr verloren. 49 Partien in Folge waren die Turiner ungeschlagen. Und dann kam Inter.

Die Mailänder beendeten mit dem 3:1-Auswärtssieg die unheimliche Erfolgsserie der „alten Dame“.

„Ja, das war ein historischer Sieg“, stellte Javier Zanetti fest. Er muss es wissen, immerhin ist der 39-Jährige schon 580 Mal in der höchsten italienischen Spielklasse aufgelaufen.

Sorgen nach 17 Sekunden

Dabei hatte für die Hausherren alles nach Plan begonnen. Gerade einmal 17 Sekunden waren gespielt, als Arturo Vidal für die 1:0-Führung sorgte. Ein Tor, das nicht gelten hätte dürfen, weil Assistgeber Kwadwo Asamoah zuvor im Abseits gestanden war.

„Da habe ich mir Sorgen gemacht“, gab Inter-Präsident Massimo Moratti zu, Schlimmes befürchtet zu haben.

"Mir hat unsere Einstellung nicht gefallen"

Doch die „Nerazzurri“ ließen die Köpfe nicht hängen, Juve hingegen den nötigen Nachdruck vermissen.

„Mir hat unsere Einstellung nicht gefallen. Ich verstehe nicht, warum wir so abwartend gespielt haben. Nach 15 Minuten haben wir ihnen die Initiative überlassen“, kritisierte Buffon das Verhalten seiner Vorderleute.

 „Wir haben Juventus, das Italiens Fußball in den vergangenen zwei Jahren dominiert hat, in echte Probleme gebracht“, war Inter-Coach Andrea Stramaccioni stolz.

Stramaccionis Meisterstück

Der 36-Jährige durfte einen nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg auf seine Kappe nehmen. Mit seinem 3-4-3-System überraschte er nämlich nicht nur sämtliche Experten, sondern auch die Turiner.

„Nicht jeder kommt mit drei Stürmern nach Turin“, sagte ein verblüffter Juve-Sportdirektor Beppe Marotta.

„Unsere Stärke ist, dass wir vielseitig sind und einen grundsätzlichen Zugang, den wir an jede individuelle Situation anpassen können, haben“, kommentierte Stramaccioni sein taktisches Meisterstück.

Auch Buffon zollte dem Sieger Respekt: „Sie haben mit großer Überzeugung gespielt und mich sehr an das Juventus aus der vergangenen Saison erinnert.“

Mailänder Träume

Tatsächlich wird in Mailand nun von der Meisterschaft geträumt. Sieben Spiele in Folge hat Inter nun gewonnen und somit den Rückstand auf Spitzenreiter und Titelverteidiger Juventus auf einen Punkt verkürzt.

„Unser Ziel ist es, ein großartiges Team zu werden und ich glaube, wir sind am rechten Weg dorthin“, so Zanetti.

Wer würde ihm da widersprechen, hat seine Mannschaft doch soeben das großartigste italienische Team der vergangenen Jahre bezwungen?


Harald Prantl

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