LAOLA1 checkt die Serie A

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Mit der Serie A startet am Wochenende auch die letzte große europäische Liga in die Saison 2014/2015.

Zum Auftakt gastiert Meister Juventus Turin mit Neo-Trainer Massimiliano Allegri am Samstag, um 18:00 Uhr, bei Chievo Verona, um 20:45 folgt mit AS Roma gegen AC Fiorentina gleich ein absolutes Topspiel.

Aber auch das Pflichtspiel-Debüt von Filipo Inzaghi auf der Betreuerbank des AC Milan gegen Lazio Rom am Sonntag, um 18:00 Uhr, hat es in sich.

Überhaupt wird es spannend, wie sich der ehemalige Goalgetter als Coach der "Rossoneri" schlägt.

Was man von "Pippo" erwarten kann und wer sich neben Serien-Meister Juventus Hoffnungen auf den Scudetto machen darf, erfahrt ihr im großen LAOLA1-Check:

Juventus Turin

Obwohl Juve alle Leistungsträger halten konnte und sich mit Routinier Patrice Evra sowie Stürmer-Talent Alvaro Morata sogar verstärkte, geht die "alte Dame" nicht mehr als so klarer Favorit wie zuletzt in die Saison. Einerseits hat die Konkurrenz nämlich aufgeholt, andererseits - und das trifft Juve viel härter - verließ Meistermacher Antonio Conte den Verein nach drei Jahren, um italienischer Nationaltrainer zu werden. Sein Nachfolger Massimiliano Allegri wird es nicht einfach haben, tritt er doch in sehr große Fußstapfen. Zudem ist der Ex-Milan-Coach bei den Fans nicht gerade beliebt. Man darf auch gespannt sein, wie die Mannschaft die Umstellung vom unter Conte praktizierten 3-5-2 auf das von Allegri präferierte 4-3-3 umsetzt. Insgesamt hat sich bei Juve also doch sehr viel getan, gelingt Allegri ein guter Start, wird der Weg zum Scudetto allerdings erneut nur über die Turiner führen.

 

AS Roma

Dank eines fulminanten Starts mit zehn Siegen in Folge und 17 Partien ohne Niederlage führten die Hauptstädter die Tabelle vergangene Saison bis zum zwölften Spieltag an und lieferten Juventus zumindest bis zehn Runden vor Schluss einen Zweikampf um den Titel. Rudi Garcias Team überraschte die gesamte Liga mit einer kompakten Defensive und schnellem Umschaltspiel über die Flügel. Dementsprechend wurde im Sommer auch in diese für Garcias System wichtigen Positionen investiert. Neben Routiner Ashley Cole holte man Urby Emanuelsson für die linke Außenbahn, Konstantinos Manolas soll den Abgang von Mehdi Benatia in der Innenverteidigung kompensieren. Im Angriff verstärkte man sich mit dem vielseitigen Flügelstürmer Juan Iturbe, der auch auf dem Wunschzettel von Konkurrent Juventus stand. Die "Giallorossi" sind auf dem Papier stärker geworden und könnten der dreijährigen Hegemonie der "alten Dame" ein Ende setzen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie die Doppelbelastung durch die Champions League, der man letzte Saison nicht ausgesetzt war, meistern.

 

SSC Napoli

Obwohl Napoli die vergangene Saison mit ganzen 24 Punkten Rückstand auf Meister Juventus beendet hat, zählt das Team von Rafael Benitez auch in diesem Jahr wieder zum Favoritenkreis auf den Scudetto. Mit Jonathan de Guzman und Michu wurde das ohnehin schon starke Mittelfeld verstärkt, Kalidou Koulibaly soll der Abwehr, dem "Sorgenkind" Napolis, mehr Stabilität verleihen. Dass der 23-jährige Franzose dafür allerdings ausreichend ist, darf bezweifelt werden. Vor allem da man mit Pepe Reina einen der besten Torhüter der gesamten Liga verloren hat. Im Angriff ist man mit Gonzalo Higuain, Dries Maertens, Lorenzo Insigne, Jose Callejon und Marek Hamsik weiter brandgefährlich aufgestellt. Sollten Juve und die Roma schwächeln, ist mit Napoli, das den Einzug in die Gruppenphase der Champions League verpasst hat, auf alle Fälle zu rechnen.

Die Krise der Mailänder Klubs

Inter wurde nur Fünfter, der AC Milan verpasste als Siebenter sogar erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit das internationale Geschäft. Ähnlich schwach schnitten die beiden Mailänder Großklubs zuletzt in der Saison 2000/2001 ab, als sie auf Platz fünf (Inter) und sechs (AC) landeten. Seither beendete zumindest einer der beiden die Saison unter den Top drei, Milan wurde zwei Mal Meister, Inter sogar fünf Mal. Bis die Lombarden die Liga wieder ähnlich dominieren, werden wohl noch ein paar Saisonen vergehen, wobei den "Nerazzurri" dank Neo-Eigentümer Erick Thohir noch eher eine baldige Rückkehr in die Serie-A-Spitze zuzutrauen ist. Beim AC Milan dürfte es hingegen noch etwas dauern, bis der Glanz vergangener Jahre zurückkehrt, zu groß war der Umbruch. Mit Mario Balotelli haben die "Rossoneri" ihren einzigen richtigen Superstar abgegeben, immerhin kommt Fernando Torres als Ersatz. Den klangvollsten Namen hat jedoch der Trainer. Pippo Inzaghi steht neuerdings an der Seitenlinie, nachdem sein ehemaliger Teamkollege Clarence Seedorf nach nicht einmal einem halben Jahr gefeuert wurde. Ob es dem Ex-Stürmer, der bislang lediglich über Primavera-Erfahrung verfügt, besser ergehen wird, darf angesichts des ihm zur Verfügung stehenden Personals allerdings bezweifelt werden.

Maurizio Zamparinis Rückkehr

In Italien nennen sie ihn "L'ammazza allenatori", den Trainer-Mörder. Nach einer Saison in der Serie B ist Maurizio Zamparini mit US Palermo zurück in der höchsten Spielklasse. Das bedeutet mindestens genauso viel Spektakel wie Zdenek Zemans Offensiv-Harakiri bei Cagliari Calcio, aber eben auf höherer Ebene. Zamparini wird verbal im Wochentakt Amok laufen. Und es ist davon auszugehen, dass in dieser Saison nicht nur einmal der Trainer gewechselt wird. Wobei in diesem Zusammenhang nicht zwingend ein neuer Coach kommen muss, Zamparini hebt beurlaubte Trainer gerne mal wieder ins Amt. Man darf gespannt sein, wie lange Giuseppe Iachini - der seit September 2013, also für sizilianische Verhältnisse eine gefühlte Ewigkeit, im Amt ist - werken darf. Nach dem Aus in der Coppa (0:3 gegen Modena) ist er jedenfalls schon vor Saisonstart angezählt. Und Zamparini träumt öffentlich von einem internationalen Bewerb.

Andrea Stramaccionis zweite Chance

Als Andrea Stramaccioni Ende März 2012 die Profi-Abteilung von Inter Mailand übernahm, hatte er den Ruf eines Wunderwuzzis, zumal er mit der Primavera der "Nerazzurri" soeben erst die NextGen-Series, Vorgänger der UEFA Youth League, gewonnen hatte. Doch der mittlerweile 38-Jährige wurde den Erwartungen nicht gerecht bzw. konnte es aufgrund der Kader-Situation bei Inter gar nicht - darüber lässt sich immer noch trefflich streiten. Jedenfalls führte er den Verein 2012/13 nur auf den enttäuschenden neunten Platz und musste gehen. Nach einem Jahr Auszeit ist der Römer nun zurück in der Serie A. Bei Udinese findet er zwar weniger Geld, dafür aber vernünftigere Strukturen vor. In Norditalien tritt er die Nachfolge von Francesco Guidolin, der vier Jahre im Amt war, an und wird in Ruhe das tun können, was er vermeintlich am besten kann - Talente entwickeln.

Die AS Roma ist reif für den Titel

 

PRO (ein Kommentar von Harald Prantl):

In den vergangenen Jahren war jeden Sommer von einer Revolution bei der Roma zu lesen. Nachdem Luis Enrique und Zdenek Zeman allerdings an den hohen Erwartungen gescheitert sind, haben die US-Eigentümer vor einem Jahr mit Rudi Garcia einen Goldgriff getan. Der französische Coach hat mit den "Giallorossi" eine ganz starke Saison hingelegt und es spricht nichts dagegen, dass die Römer in dieser Saison nicht noch stärker werden. Auf dem Transfermarkt wurde die Mannschaft - auch in der Tiefe - allemal verstärkt. Als Highlights seien Juan Iturbe und Ashley Cole genannt. Auch der Abgang von Mehdi Benatia zu den Bayern wurde durch die Verpflichtungen von Konstantinos Manolas und Davide Astori abgefangen. Außerdem ist zu bedenken, dass die Roma den Rückstand von 17 Punkten, den sie am Ende der vergangenen Saison auf Juventus hatte, nicht aufholen muss, die Turiner werden der Roma entgegenkommen. Nach dem ziemlich chaotischen Abgang von Antonio Conte wird sich der Titelverteidiger gewiss nicht noch einmal so stark präsentieren wie in den vergangenen Saisonen. Es ist Zeit für einen Wechsel am Thron der Serie A.

CONTRA (ein Kommentar von Fabian Santner):

Die AS Roma hat ihre starke letzte Saison drei Umständen zu verdanken. Zuerst wäre da der Lauf zu Beginn der Saison. Die „Giallorossi“ spielten sich förmlich in einen Rausch und eilten in den ersten zehn Spielen von Sieg zu Sieg. Als die Serie beendet war, mangelte es dann allerdings an Konstanz. Genau diese ist aber vonnöten, um Meister zu werden. Zweitens waren die Römer nicht international vertreten und konnten sich auf die Liga konzentrieren. Jetzt müssen sie beinahe jede Woche auch in der Champions League ran, für diese Doppelbelastung ist der Kader einfach nicht breit genug. Zu guter Letzt sei natürlich auch erwähnt, dass Coach Rudi Garcia den größten Anteil am Widererstarken der Roma hat. Der 50-jährige Franzose hat es unter anderem geschafft, das Team von seiner Totti-Abhängigkeit zu befreien, ohne den Superstar abzusägen, was ihm dieser mit einer starken Saison dankte. Die AS Roma ist dank Garcia zweifelsfrei reifer als in den Jahren zuvor und wird auch wieder vorne mitspielen, aufgrund der eingangs erwähnten Punkte wird es aber nicht für ganz oben reichen.

 

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