Die Legende des Raffaele Rubino

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Es war nur ein normales Kopfballtor. Nichts Spektakuläres.

Es war nur der Ausgleich zum 1:1. Nichts Überraschendes.

Es war nur das 13. Saisontor des Aufsteigers. Nichts Außergewöhnliches.

Und dennoch war Raffaele Rubinos Treffer bei Novaras 2:1-Heimsieg gegen den FC Parma etwas ganz Besonderes.

Eintrag in die Geschichtsbücher

Denn der Routinier sicherte sich damit einen Eintrag in die Geschichtsbücher des italienischen Fußballs. Ein Eintrag, der wohl noch lange Zeit Bestand haben wird.

Das erste Saisontor des Stürmers bedeutet nämlich, dass er als erster Spieler in den vier höchsten Spielklassen des Landes für einen Verein getroffen hat.

Alles begann vor zehn Jahren

Alles fing im Sommer 2001 an, als der Blondschopf innerhalb der Serie C2 von A.C. Pro Sesto zu Novara wechselte. 16 Treffer sollte er für seinen neuen Klub erzielen. Genug, um es anschließend bei Siena und Torino in den beiden obersten Ligen zu versuchen.

Doch so richtig erfolgreich war der Kicker aus Bari bei den beiden Klubs nicht. Also kehrte er im Juni 2004 zu Novara, das mittlerweile in der Serie C1 spielte, zurück. Mit neun Treffern im Herbst empfahl sich Rubino abermals für höhere Aufgaben.

Diesmal nahm er sie mit Salernitana in der zweiten Liga in Angriff. Doch erneut konnte er seinen Torriecher auf dieser Ebene nicht unter Beweis stellen, nach einem halben Jahr war die Leihzeit schon wieder zu Ende.

Kaum Einsätze, trotzdem Tore

Ab diesem Zeitpunkt hielt der Rechtsfuß den „Biancoazzurri“ die Treue – abgesehen von einem Abstecher zu Perugia in der Saison 2006/07. Nicht zuletzt seinen Treffern war es zu verdanken, dass Novara 2010 erstmals seit 33 Jahren in die Serie B zurückkehrte.

2010/11 stand der alternde Angreifer zwar nur noch ein Dutzend Mal in der Startelf, war mit seinen sechs Toren aber immer noch viertbester Goalgetter seines Teams, das sensationell den Aufstieg in die Serie A schaffte. Nach 55-jähriger Absenz war der Verein, für den sich einst der legendäre Silvio Piola verdingte, wieder ganz oben angelangt.

Ausführlich gefeiert

Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls des Japaners Taka Morimoto durfte Rubino, der als Kapitän davor stets nur auf der Bank saß, in den vergangenen beiden Partien als Stürmer auflaufen.

„Er bekommt diese Möglichkeit, weil er sie sich durch starke Trainingsleistungen verdient hat, und nicht, weil er diesen Rekord brechen kann“, stellte Trainer Attilio Tesser bereits vor zwei Runden fest.

Nun hat sich das Vertrauen in den Oldie ausgezahlt. Der Treffer gegen Parma wurde von Rubino auch entsprechend zelebriert. Nachdem der Ball im Netz zappelte, präsentierte der Stürmer nicht nur ein Shirt mit der Aufschrift „Record“, sondern war auch den Tränen nahe.

"Ich verdiene diesen Moment"

„Ich wollte diesen Rekord unbedingt und habe in der Nacht zuvor davon geträumt“, strahlte er nach dem Spiel. Und fügte hinzu: „Ich habe eine Menge für den Verein und die Stadt getan. Ich denke, dass ich diesen Moment im Rampenlicht verdiene.“

Klub-Boss Massimo de Salvo war voll des Lobes für Rubino: „Ich möchte mich bei ihm bedanken. Er hat das Team geführt. Ich bin stolz auf ihn.“


Harald Prantl

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