Aus dem Nichts zu Juventus

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Alessio di Massimo war einmal in seinem Leben bei einem Spiel der Serie A. Ascoli gegen den AC Milan hat er sich damals angesehen.

Die Welt, in der sich der 19-Jährige bewegt, ist für gewöhnlich eine andere. Der Offensivspieler kickt in der Serie D - Girone F, das ist eine der vielen vierthöchsten Spielklassen Italiens.

Isernia, Recanatese, Matelica, Fermana und Castelfidardo sind einige der Mannschaften, gegen die di Massimo Woche für Woche antritt. Sein Verein: Avezzano Calcio aus den Abruzzen, rund eine Autostunde von Rom entfernt und eine der eher unwirtlicheren Gegenden des Landes.

Zu gut für die Serie D

In Avezzano gibt es wenig. Rund 42.000 Einwohner, eine karge Landschaft, einige Berge im Umland und das Stadio di Marsi, das 3.692 Menschen Platz bietet.

Di Massimo ist in Avezzano ein Star. Er ist bei weitem der beste Spieler des Vereins. 600 Euro kassiert er pro Monat für sein Dasein als Fußballer. Wer sich verpixelte Youtube-Videos von dem Teenager ansieht, erkennt schnell, dass di Massimo zu gut für die Serie D ist.

Im Winter nach Turin

Das hat auch ein gewisser Aldo Jacopetti festgestellt. Der Mann ist Scout bei Juventus Turin und hat dafür gesorgt, dass sich di Massimos unspektakuläres Leben in den kommenden Monaten schlagartig ändern wird.

Wie die „Gazzetta dello Sport“ berichtet, wird der italienische Serien-Meister das Talent im Winter unter Vertrag nehmen. Avezzano Calcio soll 100.000 Euro Ablöse kassieren.

Vor zwei Jahren noch zehn Kilo zu viel

„Als ich gehört habe, dass mich Juventus will, habe ich eine Träne zerdrückt“, sagte di Massimo am Wochenende den Journalisten, die ihn bei seinem jüngsten Auftritt besucht haben. Vor zwei Jahren habe er noch zehn Kilo Übergewicht gehabt, nun werde er Juve-Spieler.

Bei der „alten Dame“ soll der Youngster tatsächlich in die Profi-Mannschaft integriert werden, nicht in der Primavera zum Einsatz kommen. Ins Juventus Stadium würden übrigens alle Einwohner von Avezzano passen.

Torricelli hat es vorgemacht

Dass dieser riesige Sprung funktionieren kann, hat 1992 Moreno Torricelli bewiesen. Der Verteidiger kam damals auch aus der vierten Liga, nämlich von US Caratese zu den Turinern.

In weiterer Folge absolvierte er 152 Pflichtspiele für den Klub, wechselte später zur Fiorentina und zu Espanyol Barcelona, spielte zehn Mal im Nationalteam und nahm an der EM 1996 und der WM 1998 teil.

Davon ist di Massimo freilich noch meilenweit entfernt. Sicher ist aber, dass er künftig regelmäßig Spiele der Serie A sehen wird. Und vielleicht darf er ja sogar mitspielen.

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