"Hätte nichts dagegen, noch einen Sprung zu schaffen"

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Sucht man einen ÖFB-Legionär als Beispiel dafür, dass auf eine Durststrecke auch wieder positive Phasen folgen, bietet sich György Garics an.

Den kompletten Februar über beim FC Bologna „nur“ als Joker am Feld, erkämpfte sich der Rechtsverteidiger zuletzt wieder seinen Stammplatz.

Dank eines Zwischenspurts mit drei Siegen in Folge, ehe man am vergangenen Wochenende gegen Juventus den Kürzeren zog, ist das Abstiegsgespenst mehr oder weniger verscheucht. Unter den Erfolgserlebnissen befand sich auch ein 1:0-Erfolg bei Inter Mailand, bei dem Garics durchspielte.

„In den letzten Wochen haben wir Kontinuität gefunden. Wenn wir es Woche für Woche schaffen, solche Leistungen zu bringen, können wir wahrscheinlich jeden Gegner in Verlegenheit bringen, ansonsten hätten wir nicht gegen Fiorentina und Inter gewinnen können. Selbst gegen Juve haben wir eine gute Partie abgeliefert, aber die sind zurzeit natürlich das Nonplusultra in Italien“, erklärt der Wiener.

Vertragsverlängerung oder Wechsel im Sommer?

Bologna hat bislang 35 Zähler gesammelt und rangiert damit zehn Punkte vor einem Abstiegsplatz, sollte somit gerettet sein. Das glaubt auch Garics: „Nach unten haben wir nun endlich einen ganz gut abgesicherten Platz. Nach oben wird leider Gottes sehr wenig gehen, dafür haben wir schon zu viele Punkte liegengelassen. Wenn wir so weiter machen, können wir vielleicht wieder an die 45 bis 50 Punkte herankommen. Das wäre eine super Sache für einen Verein wie Bologna.“

Ein Verein, bei dem der 30-fache ÖFB-Teamspieler noch bis Sommer 2014 unter Vertrag steht. Vermeintlich noch eine lange Zeit, weniger jedoch im Fußball-Business. Will Bologna mit dem Österreicher Geld verdienen, müsste dies schon in diesem Sommer geschehen.

„Es wird sicherlich ein interessanter Zeitpunkt, sowohl für mich als auch für den Verein. Entweder werden sie versuchen, den Vertrag zu verlängern oder mich zu verkaufen. Ansonsten riskieren sie, dass sie mich ein halbes Jahr später verlieren - ab Jänner könnte ich ja eigentlich überall unterschreiben. Das wird sicherlich nicht der Fall sein“, rechnet Garics nicht damit, dass er sich ablösefrei einen neuen Verein suchen darf.

„Ich schließe nichts aus – außer exotische Sachen“

Bis dato habe es jedoch noch keine Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen gegeben: „Bisher habe ich ehrlich gesagt auch noch nicht den Drang verspürt.“ Der Fokus liege derzeit darauf, die aktuelle Spielzeit so gut wie möglich abzuschließen.

Danach sei alles möglich. Da er sich wohl fühle, ein Verbleib genauso wie ein Wechsel: „Ich hätte natürlich auch nichts dagegen, wenn ich noch einen Sprung schaffen könnte. Von den Leistungen her passt es Gott sei Dank, also könnte sich vielleicht etwas Interessantes ergeben. Ich schließe nichts aus – außer exotische Sachen wie Russland oder solche Geschichten. Nichts gegen diese Ligen oder ihre Vereine, aber ich möchte schon in einer Top-Liga bleiben.“

„Geld ist nicht alles, Lebensqualität gehört für mich dazu“

An dieser Devise könne auch der Lockruf des Geldes nichts ändern. Am 8. März feierte Garics seinen 29. Geburtstag, sein nächster Vertrag – egal ob diesen Sommer oder erst 2014 geschlossen – wird also kein unentscheidender.

„Aber Geld ist nicht alles, Lebensqualität gehört für mich dazu. Natürlich möchte man Geld verdienen, vor allem in meinem Alter – ich komme jetzt ins beste Fußball-Alter, und da wird Geld dann auch wichtig. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Mir ist lieber, ich habe eine gewisse Lebensqualität, lebe in einer schönen Stadt und es geht meiner Familie gut. So schlechtes Geld verdiene ich auch nicht“, setzt der frühere Rapidler klare Prioritäten.

Klare Priorität habe auch ein Verbleib in Italien, wo er nun schon seit bald sieben Jahren aktiv ist – erst bei Napoli, dann bei Atalanta Bergamo und seit 2010 in Bologna.

„Spanien würde mich reizen“

Bei aller Affinität zur Serie A wagt er dennoch einen Seitenblick: „Ich würde schon gerne in Italien bleiben – die Liga kennt mich, ich kenne die Liga. Die Leute wissen, was sie von mir erwarten können. Aber ich wäre auch nicht abgeneigt, in ein anderes Land zu wechseln. Ich habe schon öfter gesagt, dass mich Spanien reizen würde.“

In der Liga des Welt- und Europameisters wäre jedes seiner Spiele via LAOLA1.tv live verfolgbar. Seine Leistungen in der Serie A gehen hierzulande indessen medial bisweilen ein wenig unter.

Ein Umstand, der Garics nicht wirklich beschäftigt: „Ob das in Österreich registriert wird oder nicht, tangiert mich wenig. Ich habe nicht viel Wert darauf gelegt, jemanden um mich herum zu haben, der versucht das den Medien näher zu bringen, weil ich dafür bezahlt werde, um Fußball zu spielen und nicht um mit Journalisten zu reden.“

Peter Altmann

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