Sneijder will Krise mit Inter vergessen machen

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Er hatte es schon irgendwie geahnt, doch die Flucht vor der Herausforderung war ihm dann doch zu einfach.

Die Creme-de-la Creme des internationalen Fußballs hatte in der Sommerpause bereits die Fühler nach Wesley Sneijder ausgestreckt, im Endeffekt erhielten aber alle einen Korb.

Auch Manchester United, das bis zur letzten Minute des Transferfensters auf den Mega-Deal mit dem niederländischen Regisseur gehofft hatte.

Die Vergangenheit und die Zukunft heißt Inter Mailand. Doch von Glanz und Gloria vergangener Tage sind die Nerazzurri derzeit weit entfernt.

Sneijder ist nicht angst und bange

In die Serie A startete der vom Stadtrivalen AC Milan entthronte Serienmeister mit nur vier Punkten aus sechs Spielen.

„Die Situation ist klar. Das hätte zu Beginn der Meisterschaft niemand erwartet, aber wir haben noch die ganze restliche Saison, um uns wieder aufzurappeln“, so der Vize-Weltmeister von 2010.

Zwar mussten die erfolgsverwöhnten Italiener in den vergangenen Wochen einige Ausfälle hinnehmen, diese rechtfertigen allerdings nicht den verkorksten Saisonstart.

Auch in der Champions League blamierte sich der Champion von 2010, damals noch unter der Führung von Jose Mourinho, gleich am ersten Spieltag gegen Neuling Trabzonspor, ehe in der zweiten Runde ein knapper Sieg bei ZSKA Moskau folgte.

„Müssen endlich wieder ein Team werden“

Dass mit Claudio Ranieri nach Leonardo und Gian Piero Gasperini bereits der dritte Trainer binnen sechs Monaten am Werk ist, unterstreicht die derzeitige Unzufriedenheit beim Traditionsverein.

Sneijder wirft die Flinte aber nicht ins Korn und appelliert in dieser schwierigen Phase an den Zusammenhalt des Teams und die Besinnung auf alte Stärken.

„Siege sind im Fußball das Wichtigste. Es ist an der Zeit, dass wir wieder alle zusammen beginnen zu kämpfen und endlich wieder ein Team werden. In dieser Situation zählen nur Siege, nichts anderes.“

Der „Oranje“-Leistungsträger kehrt in der „Königsklasse“ gegen OSC Lille ebenso ins Team zurück wie Julio Cesar und Christian Chivu. Eine Oberschenkelverletzung von Walter Samuel ist nicht so ernst wie nach der Niederlage gegen Catania angenommen.

Rückkehrer geben Inter Hoffnung

Zwar fehlen die in der Champions League nicht spielberechtigten Diego Forlan und Luc Castaignos sowie die weiterhin verletzten Philippe Coutinho, Andrea Rannocchia und Emiliano Viviano, trotzdem ist Sneijder überzeugt, dass man über kurz oder lang endlich wieder aus dem Vollen schöpfen und positive Schlagzeilen schreiben kann.

„Das ist vielleicht das erste Spiel, in dem wir eine komplette Mannschaft zur Verfügung haben“, glaubt der 27-Jährige an eine mögliche Trendwende.

Er verschwendet keinen Gedanken daran, dass Inter Potenzial eingebüßt haben könnte. Das soll die Mannschaft noch mit Fortlauf dieser Saison unter Beweis stellen.

„Ich vertraue in Inter“

„Wir müssen als Team auftreten. Wir sind mehr oder weniger die gleiche Truppe, die wir vor zwei Jahren waren, als wir alles gewonnen haben“, erinnert sich Sneijder an die Triumphe der jüngeren Vergangenheit.

Seinen Verbleib in der Modestadt hat der holländische Nationalspieler bisher noch keinen Augenblick bereut. Auch für die Zukunft bleibt er zuversichtlich.

„Wir müssen alle hart arbeiten und uns gegenseitig helfen, aber die momentane Situation macht mir keine Angst. Ich habe ein positives Gefühl und vertraue in Inter. Wir werden uns erfangen.“

Besser früher als später. Die Fans gehen bereits auf die Barrikaden, außerdem passt der 17. Tabellenplatz so ganz und gar nicht in die Inter-Erfolgsgeschichte der letzten Dekade.


Alexander Karper

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