Mit offensivem Stil zurück an die Spitze

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Elf Mal. So oft hat Louis van Gaal bei seiner Antritts-Pressekonferenz das Wort „Philosophie” benutzt.

Was der neue Manchester-United-Trainer darunter versteht, davon konnten sich die Fans beim ersten Testspiel der „Red Devils“ überzeugen: 7:0 wurde LA Galaxy vor 84.432 Zuschauern im Rose-Bowl-Stadium abgeschossen.

Der Niederländer will Uniteds triste Vorsaison unter David Moyes vergessen machen. Er schickt sich an, den Klub mit offensivem Fußball zurück an die Spitze zu führen.

Der Gegensatz zu Moyes

Wayne Rooney, Ashley Young sowie der 20-jährige Verteidiger Reece James, der eine hervorragende Talentprobe ablegte, erzielten jeweils einen Doppelpack. Zudem traf Danny Welbeck beim 7:0-Erfolg über den MLS-Klub.

Natürlich dürfen Testspiele nie überwertet werden, doch van Gaals Debüt auf der United-Trainerbank war ein Statement. Vor allem im Vergleich mit jenem von Moyes, der sich im letzten Sommer mit seinem Team 0:1 gegen eine lokale Auswahl in Bangkok blamierte.

Der Schotte ging im letzten Sommer dezidiert als Nachfolger Alex Fergusons an seine Aufgabe heran. Die Trainer-Legende selbst hatte ihn für den Job vorgeschlagen. Moyes sollte den Weg von „SAF“ fortführen.

„Niemals defensiv!“

Ganz anders präsentiert sich nun van Gaal: Er pfeift auf alles vor ihm Dagewesene. Der Tulpengeneral will dem Klub seine Spiel-Philosophie aufdrücken.

„Mein Training basiert auf offensiven Spielstil. Niemals einem defensiven! Um die Organisation des Gegners zu zermürben muss meine Mannschaft den Ball mit höchstmöglicher Geschwindigkeit umher passen. Bei Ballverlust darf sich das Team nicht zurückziehen, sondern soll das Spielgerät blitzschnell zurückgewinnen“, erklärte van Gaal bei seinem ersten Pressetermin als ManUnited-Coach.

Puncto System scheint sich der Ex-Bondscoach an seiner niederländischen Stamm-Formation bei der WM zu orientieren. Denn gegen LA Galaxy setzte er auf dasselbe 3-5-2/5-3-2, das die „Elftal“ in Brasilien praktizierte.

Van Gaal orientiert sich an Niederlandes WM-Formation

„Wenn man ein Spielsystem ändern möchte, muss man sofort damit anfangen. Wir haben keine Zeit, uns auf andere Dinge vorzubereiten. Ich habe mich für dieses System entschieden, weil wir dafür die besten Spieler haben“, sagte van Gaal nach dem 7:0. Gleichzeitig stellte der 62-Jährige aber eine andere Formation in Aussicht, falls die von ihm präferierte Variante nicht zu Erfolg führen sollte:

„Wenn wir verlieren, können wir jederzeit zu einem 4-3-3 wechseln. Meine Spieler kennen dieses System aus vergangenen Saisonen. Mit all der Qualität, über die wir verfügen, hätten wir bei einem 4-3-3 immer noch drei Stürmer auf der Bank, aber ich möchte gerne mit zwei Angreifern spielen.“

Wer kommt noch?

Mit Luke Shaw und Ander Herrera standen zwei Neuzugänge in van Gaals Startelf gegen Los Angeles. Vor allem der Spanier wusste zu beindrucken, lenkte das Spiel im Mittelfeld im Stile von Andres Iniesta.

Dennoch sollen noch weitere Verstärkungen nach Manchester kommen. Zuletzt gab Vize-Präsident Ed Woodward seinem Coach freie Hand bei der Suche nach neuen Spielern. „Wir haben keine Angst davor, auf dem Transfermarkt nochmal größere Summen auszugeben“, so Woodward.

Vor allem an Juventus-Mittelfeldspieler Arturo Vidal und Reals Angel di Maria soll van Gaal interessiert sein. Auch Arsenal-Verteidiger Thomas Vermaelen tendiert in Richtung Old Trafford.

 

Jakob Faber

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