Suarez entschuldigt sich für Handshake-Verweigerung

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Liverpools Luis Suarez hat sich am Tag nach seinem die englische Liga beschäftigenden "Handshake-Eklats" entschuldigt.

"Ich habe mit dem Trainer gesprochen und sehe ein, dass es falsch war", wurde der umstrittene Stürmer aus Uruguay am Sonntag in einem Club-Statement zitiert.

Dem Statement vorausgegangen war eine kräftige mediale Schelte für die "Reds" und ihren Umgang mit der Rassismus-Causa.

"Ich hätte ihm die Hand geben sollen"

Der sportliche Aspekt von Manchester Uniteds 2:1-Erfolg im Old Trafford rückte am "Tag der Schande" ("Sunday Telegraph") fast völlig in den Hintergrund.

Thema war Suarez, der seinem Kontrahenten Patrice Evra unmittelbar vor der Partie den obligatorischen Handschlag verweigert hatte. Der Uruguayer soll den Franzosen im Hinspiel im Oktober rassistisch beleidigt haben und fasste daher acht Spiele Sperre aus.

"Ich hätte ihm die Hand geben sollen und ich will mich entschuldigen. Ich würde die ganze Sache gerne hinter mich bringen und mich wieder auf Fußball konzentrieren", sagte Suarez nun.

Evra revanchierte sich mit ausschweifendem Jubel

Die Wogen waren im Old Trafford nach der überflüssigen Aktion von Suarez hoch gegangen. In der Pause gab es im Spielertunnel Tumulte, Polizisten schritten ein.

Nach Spielende revanchierte sich Evra mit ausufernden Jubelgesten vor dem Südamerikaner. Bereits vor dem Anpfiff war die Atmosphäre vergiftet gewesen.

Uniteds satirisches Fanmagazin "Red Issue" zeigte eine Maske im Ku-Klux-Klan-Stil mit den Worten: "Suarez ist unschuldig". 7.500 Hefte beschlagnahmte die Polizei von Manchester.

"Schande für den Liverpool FC"

Ungewohnt entrüstet reagierte Sir Alex Ferguson. Die Trainer-Ikone von Manchester United beschimpfte Suarez als "Schande für den Liverpool FC" und empfahl dem Rivalen, den Stürmer "loszuwerden".

Fragwürdige Rückendeckung bekam der 25-Jährige hingegen von Liverpools Coach Kenny Dalglish.

Dieser tat im TV-Interview so, als habe er die Szene nicht gesehen und schob dann die Schuld auf die Medien. Der "Sunday Telegraph" schrieb daraufhin vom "jüngsten PR-Desaster" des Vereins.

Auch Terry vor Gericht

Klar scheint, dass die Premier League in punkto Rassismus-Debatten weiter nicht zur Ruhe kommt. Neben Suarez steht auch der ehemalige englische Teamkapitän John Terry wegen diesbezüglicher Vorwürfe vor Gericht.

Das Urteil wird aber erst nach der EM-Endrunde erfolgen. Ferguson nahm die Verantwortlichen jedenfalls in die Plficht: "In diesem Land ist der Fußball einen langen Weg gegangen seit den Tagen, als Bananen auf John Barnes geworfen wurden. Wir dürfen nicht zurückgehen."

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