Der brasilianische Wunderknabe

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Oscar, der brasilianische Wunderknabe

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Pele, Ronaldo, Ronaldinho, Kaka.

Das ist nur eine elitäre Auswahl an Spielern, die am Zuckerhut das Kicken lernten, um anschließend eine Weltkarriere zu starten.

Aufgrund dieser Vorbilder drängen Jahr für Jahr weitere hoffnungsvolle Talente nach. Aufgrund dieser Vorbilder werden allerdings auch Jahr für Jahr Talente in den Himmel gelobt, die an der Bürde, in die Fußstapfen der genannten Superstars zu treten, scheitern.

Der FC Chelsea ließ sich davon nicht beirren und erleichterte sein Sparbuch im Sommer um 31,5 Millionen Euro, um einen der neuen Peles und Kakas unter seine Fittiche zu bekommen.

Triple-Pack im WM-Finale

Oscar dos Santos Emboaba Junior, kurz Oscar, war das Objekt der Begierde. Ein junger Samba-Kicker, der sich bei der U20-Weltmeisterschaft in die Notizblöcke zahlreicher Großklubs gespielt hatte und prompt zum neuen brasilianischen Wunderknaben erkoren wurde.

Seine Leistung im Endspiel ging in die Historie ein. 3:2 bezwang die „Selecao“ Portugal nach Verlängerung, alle Treffer der siegreichen Südamerikaner gingen auf das Konto Oscars. Nie zuvor war das Kunststück eines Final-Hatrricks einem Akteur gelungen.

Real Madrid, Tottenham und auch der FC Barcelona streckten ihre Fühler aus, das Rennen machte letzten Endes aber Chelsea, das sich intensiver um den Mittelfeldspieler bemühte als die hochkarätige Konkurrenz.

Oscar, ein "kompletter" Spieler

Da an der Stamford Bridge Geld nur eine untergeordnete Rolle spielt, war es auch irrelevant, dass der Marktwert des Juwels lediglich bei einem Drittel der Ablösesumme lag.

Ein schlechter Deal? Keinesfalls. Das Risiko eines Flops ist freilich nicht zu unterschätzen, doch Oscar, der die Eingewöhnungsphase gut überstand, hat sich rasch zu einer Größe im Spiel der „Blues“ entwickelt.

Chelsea vs. ManUnited - So., 17:00 h, LIVE und ausführlich im LAOLA1-Ticker

„Oscar ist ein sehr intelligenter Spieler. Er ist komplett, immer am Spielgeschehen beteiligt, ständig in Bewegung und schießt dazu Tore. Und: Er kann noch viel besser werden.“ Worte von einem, der es wissen muss.

Mano Menezes ist Teamchef der brasilianischen Nationalmannschaft und betreute Oscar unter anderem bei den Olympischen Spielen in London.

Oscar wird für Chelsea immer wichtiger

Die Elf spielt auf der Zehn

Der 21-Jährige hat seinen Lehrmeister bestätigt, sein Handeln und Wirken in London wird für seinen Arbeitgeber von immer größerer Bedeutung.

Zu Jahresbeginn veränderte Roberto di Matteo das 4-1-2-3-System und lässt seither vorwiegend ein 4-2-3-1 praktizieren. Oscar, der die Rückennummer 11 trägt, mimt dabei seit Saisonbeginn zumeist den „Zehner“.

Hinter Solo-Spitze Torres agiert der Filigran-Techniker vorwiegend in zentraler Position als Spielgestalter, Ballverteiler und Vollstrecker.

Oscar weiß, was er will. Und er scheut trotz seiner Jugend nicht davor zurück, Verantwortung zu übernehmen. „Ich betrachte mich selbst als Spieler, der hoffentlich den Unterschied ausmachen kann“, lautete eines seiner Eingangs-Statements auf der Insel.

Den eigenen Klub verklagt

Ein fundamentaler Faktor für den Erfolg ist sein Wille. Dabei scheute er auch nicht zurück, als 16-Jähriger seinen Klub zu verklagen, nachdem er angeblich dazu genötigt wurde, seine Unterschrift unter einen Fünfjahres-Kontrakt zu setzen.

Ein Thema, mit dem er abgeschlossen hat. Oscar hat sich für den Weg Chelsea entschieden und lässt bei den Engländern regelmäßig mit starken Leistungen aufhorchen.

Drei Treffer in drei Champions-League-Spielen stehen bereits zu Buche, in der Premier League ist er hingegen noch ohne Tor. Das soll sich ändern. Nach Möglichkeit bereits am Sonntag, wenn im Spitzenspiel Rekordmeister Manchester United an die Themse reist.

 

Christoph Nister

 

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