"Auf einmal ist alles eskaliert"

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"In Birmingham geht es richtig zur Sache"

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Das Länderspiel England-Holland in London – abgesagt. Ghana-Nigeria in Watford – abgesagt. Vier Carling-Cup-Spiele – abgesagt.

Die Unruhen in England gehen auch am sportlichen Geschehen auf der Insel nicht spurlos vorüber.

„Ich bin erschüttert und traurig“, erklärt ein entsetzter Stefan Maierhofer.

"Auf einmal ist alles eskaliert"

Wolverhampton, jene Stadt, in der der Gablitzer bei den Wanderers engagiert ist, liegt nur 20 Kilometer nordwestlich von Birmingham.

Die Krawalle der Jugendlichen, die Gebäude und Autos in Brand stecken, sich Straßenschlachten mit der Polizei liefern und reihenweise Geschäfte plündern, haben am Montag auch auf Birmingham übergegriffen.

„Auf einmal ist alles eskaliert. Jetzt geht es auch in Birmingham richtig zur Sache“, erzählt der Stürmer.

Am Sonntag noch dort

Die Orte der Randale kennt der 28-Jährige bestens: „Es ist irgendwie komisch. Ich bin am Sonntag noch durch die Straße, in der es gestern Zwischenfälle in Birmingham gab, gelaufen und habe eingekauft.“

Das würde er aktuell nicht mehr tun: „Es ist ein Wahnsinn, wenn man nicht weiß, ob man in Ruhe mit dem Zug in die Stadt fahren und dort spazieren gehen kann.“

Hoffnung auf Beruhigung

„Ich treffe mich immer wieder mit Andi Weimann im Bullring (Anm.: Shoppingcenter in Birmingham), wir gehen dort shoppen und Running Sushi essen oder vielleicht auf einen Kuchen zum Starbucks.“

„Wenn man sich Gedanken machen muss, ob sie nicht vielleicht das Bullring stürmen und dort etwas anzünden…“

Für den 16-fachen Internationalen ist klar: „Ich hoffe für die Umgebung, dass die Exekutive das bald in den Griff bekommt. Es ist traurig, wenn man den Fernseher aufdreht und solche Bilder sehen muss.“

Die Premier League wartet ab

Am Wochenende startet die Premier League in ihre neue Saison. Ob tatsächlich alle Spiele wie geplant über die Bühne gehen können, erscheint aktuell aber mehr als fraglich.

Die Liga wollte am Dienstag noch keine endgültige Entscheidung treffen, dafür sei es aktuell noch zu früh.

Die "Wolves" werden wohl spielen

Maierhofer hat Verständnis: „Wenn am Matchtag über 40.000 Menschen in Richtung White Hart Lane oder Stamford Bridge strömen und dort Unruhen herrschen, ist es klar, dass die Spiele nicht angepfiffen werden.“

Dass die „Wolves“ am Samstag, um 16 Uhr, bei den Rovers kicken, ist hingegen äußerst wahrscheinlich. „Wir spielen in Blackburn. Ich denke, dass es dort oben ruhig sein wird“, schätzt der Angreifer die Lage ein.

Harald Prantl

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