Rock you like a Harry Kane

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Rock you like a Harry Kane

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„Harry Kane – He’s one of our own“. „Harry Kane – Er ist einer von uns“, pflegen die Tottenham-Fans nach Toren ihres Stürmers oft zu singen.

Dazu hatten die Anhänger der „Spurs“ in dieser Saison bereits vielfach die Gelegenheit. Genauer gesagt 17 Mal. So viele Treffer erzielte Harry Kane bereits 2014/15 wettbewerbsübergreifend für seinen Klub. Zuletzt traf er bei Tottenhams 5:3-Erfolg über Chelsea doppelt. Nur der zurzeit verletzte ManCity-Stürmer Sergio Agüero hat unter allen Premier-League-Profis eine bessere Bilanz aufzuweisen.

Fairerweise sei gesagt: Kane markierte einen Großteil seiner Treffer in der Europa League und im Capital One Cup, Bewerbe die von den Engländern gerne auch als „zweitklassig“ abqualifiziert werden.

In "zweitklassigen Bewerben" aufgezeigt

Aber ohne seine hervorragenden Leistungen Abseits des ganz großen Rampenlichts hätte er sich wohl kaum auch in der Liga in die Startelf gespielt. Besonders das EL-Spiel gegen Asteras Tripolis wird vielen Fans in Erinnerung bleiben:

Zunächst markierte der Blondschopf drei Treffer. Weil Keeper Hug Lloris Rot sah, übernahm er dessen Kapitänsschleife und hütete im Finish auch das Tor.

Kane als Keeper

Letzteres verlief, weil er einen schwach getretenen Freistoß durchließ, mäßig erfolgreich, das war aber angesichts des 5:1-Zwischen- und späteren End-Stands auch egal.

Nach dieser Performance sagte Kane voraus, sich damit für Jahrzehnte als Pub-Quiz-Antwort verewigt zu haben.

Stammplatz in der Premier League

Anfang November eroberte der 21-Jährige schließlich auch einen Startplatz in der Premier League, gab ihn bis Jahresende nicht mehr her und dankte das Vertrauen mit sieben Toren.

Wenn Kane in dieser Saison in Englands höchster Spielklasse traf, gingen die „Spurs“ übrigens immer als Sieger vom Platz.

Zu seinen Einsätzen von Beginn an kam der Youngster auch aufgrund der Unform seiner Stürmerkollegen Roberto Soldado und Emmanuel Adebayor.

Soldado und Adebayor. Zwei namhafte Kicker, aber Legionäre. Noch dazu Legionäre die zwar viel verdienen, aber so agieren, als hätten sie ihren Zenit bereits hinter sich.

Kane, die Antithese

Kane ist die Antithese zu den beiden. Jung, hungrig von klein auf Spurs-Fan und sogar im Norden Londons geboren. Dazu ist er ein Produkt von Tottenhams Jugendakademie. Einer von ihnen eben.

Kein Wunder, dass der 1,83-Meter-Mann ein besonderes Verhältnis zu dem Klub und seinen Anhängern pflegt:

„Ich war früher selber im Publikum und habe mitgesungen. Das macht es heute sehr besonders, wenn die Fans meinen Namen singen. Es ist speziell, für die Spurs zu spielen und ich bin sehr glücklich“, sagte Kane unlängst zu „Soccer AM“.

Von Lineker geadelt

Ein Fan-Liebling muss natürlich nicht automatisch ein guter Kicker sein. Kane hat zwar in kaum einer Teildisziplin des Fußballspiels überragende Fähigkeiten, kann aber vieles gut bis sehr gut.

Er ist ein Allrounder, der, wie es sich für Top-Stürmer gehört, oft Lücken findet, wo es eigentlich kaum welche gibt. „Torriecher“ wird so etwas gerne genannt.

„Ich mag ihn sehr. Er hat Selbstvertrauen für Eins-gegen-Eins-Situationen, ist gut in der Luft, kann Bälle gut mitnehmen und ist augenscheinlich sehr intelligent. Wäre er eine Spur schneller, könnte man sagen, dass er alles hat“, adelte unlängst Vereins-Legende Gary Lineker den Jungstar auf der Klub-Homepage.

Ab ins A-Team?

Kanes Fähigkeiten sind auch Roy Hodgson nicht verborgen geblieben. Englands A-Teamchef soll den Angreifer, der in dieser Saison auch für die U21 der „Three Lions“ fünfmal netzte, groß auf dem Radar haben.

„Wenn er so weitermacht, wird es nicht mehr lange dauern, bis er kräftig an der Tür zum A-Team klopft“, meinte Hodgson bereits im November. Kane selbst sieht das ähnlich und hofft in den nächsten Kader einberufen zu werden.

Die Top Four als Ziel

Der 21-Jährige, der die ehemaligen „Spurs“-Angreifer Teddy Sheringham und Jürgen Klinsmann zu seinen Vorbildern zählt, weiß, dass er das Team braucht, um erfolgreich zu sein.

Besonders das Zusammenspiel mit Christian Eriksen funktioniere prächtig: „Er ist ein Top-Profi. Du brauchst Gewinner-Typen in deiner Mannschaft und Christian ist definitiv einer.“

„Es sind viele Teams auf der Jagd, wir müssen weiter gut performen und fokussiert bleiben. Das wird uns Siege bringen, mal sehen wo uns das dann in der Tabelle einordnet“, visiert der bekennende Justin-Bieber-Fan Kane („Ich war sogar auf einem Konzert“) die Top Vier und die damit verbundene Qualifikation zur Champions League an.

Das würde sowohl Harry Kane, den Spieler, als auch Harry Kane, den Fan, freuen. Schließlich ist er einer von ihnen.




Máté Esterházy

 

 

 

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