Kevin Mirallas - Zwischen Wurzeln und Zielen

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Ein 25-jähriger Fußballer hat Ziele. Das ist völlig normal.

Dass er diese auch so offen ausspricht wie Kevin Mirallas Ende April überrascht schon eher.

„Meine Wurzeln tragen mir auf, in Spanien zu spielen“, erzählte der Belgier in Diensten des FC Everton dem „Express“ und setzte gleich noch einen drauf: „Und ich will eines Tages für Standard Lüttich auflaufen.“

Seit diesem Tag verstummen die Transfergerüchte bezüglich des Flügelstürmers, der 2012 als Torschützenkönig (20 Tore) der griechischen Super League nach Liverpool gewechselt ist, nicht gänzlich.

„Spanien? - Nicht jetzt“

„Es stimmt, dass ich gesagt habe, dass ich gerne in Spanien spielen würde“, bestätigt Mirallas gegenüber LAOLA1 und beschwichtigt zugleich, „aber aktuell fühle ich mich sehr wohl in England.“

Er habe zwar Familie in Spanien, „deshalb wäre es eine gute Sache, dort zu spielen, aber eben nicht jetzt.“

Dies glaubt man gerne, vor allem, da ihm die „Toffees“ einen Gefallen getan und ein Stück Spanien an die Mersey gebracht haben – in Form von Neo-Trainer Roberto Martinez.

„Nach den ersten Wochen ist das Gefühl schon recht gut. Ich bin zufrieden“, urteilt der Offensiv-Akteur über den 40-jährigen Übungsleiter, der das Erbe von Langzeit-Trainer David Moyes antritt.

Harmonie für das zweite Jahr

Auf dem Platz spricht der Erfolgstrainer, der mit Wigan sensationell den FA-Cup geholt hat, spanisch mit seiner Nummer 11, auch darüber hinaus scheint die Chemie zu stimmen.

„Er probiert mich nun auf einer etwas anderen Position aus. Das war zu Beginn eine etwas schwierige Umstellung für mich, aber ich glaube, dass die Mannschaft in zwei drei Wochen schon recht gut funktionieren wird.“

Mirallas steht vor einer richtungsweisenden Saison, seiner zweiten in der Premier League. Mit sechs Toren in 27 Spielen und einer langwierigen Pause aufgrund einer Oberschenkelverletzung zum Jahreswechsel ist viel Luft nach oben.

„In England wird wesentlich schneller gespielt. Das hat mir zugesetzt“, gesteht der 36-fache Teamspieler, der vor seiner Zeit in Griechenland vier Jahre für Lille und zwei weitere für AS St. Etienne in der Ligue1 tätig war.

Mirallas bejubelt seinen Treffer im WM-Quali-Spiel gegen Serbien

WM im Blick

Die Spielzeit 2013/14 wird auch hinsichtlich des im Sommer stattfindenden Großereignisses „sehr wichtig" für ihn. "Durch den Trainerwechsel weiß man nie genau, wie es in der Liga läuft. Die WM nähert sich in großen Schritten und für mich ist es wichtig, in allen Spielen aufzulaufen", weiß der "Ronaldo für Arme", wie die Lille-Fans Mirallas in Anlehnung an den portugiesischen Superstar einst tauften.

Unter Belgiens Coach Marc Wilmots ist Kevin Antonio Joel Gislain Mirallas y Castillo, so sein voller Name, zwar nicht gesetzt, in den sieben Quali-Spielen kam er aber immerhin sechs Mal zum Einsatz.

Als Tabellenführer der Gruppe A, drei Punkte vor Kroatien, dürfen die „Roten Teufel“ für Brasilien bereits planen, oder wie Mirallas sagt: „Ich hoffe mit Belgien selbstverständlich nur das Beste.“

Und seine Zukunft auf Vereinsebene? „Nach der WM wird man dann weiterschauen.“

Ziele, wohin es gehen könnte, sind ja immerhin schon bekannt.

Christian Eberle

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