Viel zu große Fußstapfen

Von Beginn an war klar, dass es der Schotte nicht leicht haben würde. Viel zu groß waren und sind die Fußstapfen von Ferguson, der 27 Jahre lang die Geschicke in der 500.000-Einwohner-Stadt im Nordwesten Englands leitete.

Zweimal gewann er mit United die Champions League, 13 Mal die nationale Meisterschaft, je einmal den Europapokal der Pokalsieger sowie den Weltpokal - um nur die wichtigsten Trophäen zu nennen.

Vor dem Old Trafford, der Heimstätte des diesjährigen CL-Viertelfinalisten, steht eine Statue des 72-Jährigen, eine Tribüne wurde nach ihm benannt. Nicht von ungefähr trägt er den Titel "Sir".

Die Queen schlug den Schotten zum Ritter, nachdem er 1999 das Triple mit Manchester United gewann.

Deutlich kleinere Brötchen

Moyes hingegen verdiente seine Brötchen beim FC Everton und musste elf Jahre lang deutlich kleinere backen als sein Landsmann. Angesichts der finanziellen Möglichkeiten waren seine Verdienste jedoch mehr als beachtlich.

Die "Toffees" landeten zuletzt sechs Mal in Folge unter den Top-8 der Tabelle, Moyes wurde während seiner Zeit in Liverpool drei Mal als "LMA Manager of the Year" (2003, 2005 und 2009) ausgezeichnet.

Ferguson zeigte sich beeindruckt und setzte sich höchstpersönlich für den 50-Jährigen als seinen Nachfolger ein. Die Glazers ließen sich überzeugen, sodass am 9. Mai 2013 ein Sechsjahres-Kontrakt unterzeichnet wurde.

Giggs soll es richten

Letztendlich war es die vielleicht größte Fehlentscheidung, die Ferguson in seiner Karriere traf. Zwar gibt es immer noch Fürsprecher des Entlassenen, die der Meinung sind, man hätte ihm mehr Zeit geben müssen, ein Gros der Fans und Kritiker fordert allerdings seit längerem seinen Rauswurf.

Am 21. April war es schlussendlich soweit. 23 Punkte Rückstand auf Leader FC Liverpool, verheerende Leistungen sowie das Verpassen der Champions League haben zum Rauswurf geführt.

Interimistisch wird, wie United kurz nach der Trennung von Moyes ebenfalls bestätigte, Ryan Giggs bis Saisonende das Zepter leiten. Der 40-jährige Waliser, seit 1990 Teil der ersten Mannschaft Manchester Uniteds, kennt den Klub wie kaum ein Zweiter und soll retten, was noch zu retten ist.

Vier Spiele - gegen Norwich (h), Sunderland (h), Hull (h) und Southampton (a) - verbleiben den "Red Devils", um wenigstens einen Europa-League-Startplatz zu sichern.

Keine leichte Aufgabe, beträgt doch der Rückstand auf Tottenham bei einem Spiel weniger sechs Zähler. Viel zu verlieren hat Giggs allerdings nicht.

Nach dem Moyes-Missverständnis kann es nur noch bergauf gehen.


Christoph Nister

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