Dimitar, die Deadline-Diva

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Es gibt so viele tolle Klubs in Europa, da kann es einem Profi schon mal schwer fallen, sich für einen zu entscheiden.

So erging es Dimitar Berbatov im Finish des Transferfensters. Einmal war er sich hier einig, einmal dort. Der Bulgare war die Deadline-Diva dieses Sommers.

Im Anflug auf Florenz

Dabei schien am Mittwoch-Vormittag alles klar: Die Fiorentina überweist Manchester United fünf Millionen Euro und nimmt den Stürmer für zwei Jahre plus Option auf eine weitere Saison unter Vertrag.

Die erste Rate war bereits an die „Red Devils“ überwiesen, der Superstar im Anflug auf Florenz, die Fans warteten bereits am Trainingsgelände, um den neuen Goalgetter zu begrüßen.

Verhängnisvoller Zwischenstopp

Wäre da nicht dieser Zwischenstopp in München gewesen. Denn dort überlegte es sich der 31-Jährige plötzlich anders. Er ließ das hinterlegte Ticket verfallen und telefonierte mit seinem Berater.

Es sickerte durch: Trotz seiner Zusage an die Fiorentina hat sich Berbatov mit Juventus geeinigt. Angeblich sollen die Turiner das doppelte Gehalt geboten haben.

Auch Juve wartet vergeblich

„Viola“-Patron Andrea Della Valle war außer sich: „Das ist schändlich und amateurhaft! So ein Verhalten hätten wir nie erwartet.“

Der „alten Dame“ war das egal, sie ist Schelte der Konkurrenz sowieso gewohnt. Was ihr aber unbekannt ist: Ein Spieler, mit dem sie sich einig ist, besteigt doch nicht den Privatjet, um nach Turin zu kommen.

Einigung mit Fulham

Vielmehr flog Berbatov zurück nach England. Am Freitag dann die überraschende Nachricht: Er unterschreibt beim Fulham FC.

Tatsächlich vermeldete der Klub aus London am Nachmittag, dass der 77-fache Internationale einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben habe.

„Sobald ich von Fulhams Interesse gehört habe, war es einfach, eine Entscheidung zu treffen“, wird der Stürmer zitiert.

Florenzer Zwischenspiel

Ganz so dürfte es aber nicht gewesen sein. Denn italienische Medien berichten am Samstag, dass Berbatov am Freitag doch noch nach Florenz wollte.

Während seines medizinischen Tests habe er Fiorentina-Sportdirektor Daniele Prade angerufen, um sich zu entschuldigen und zu fragen, ob sie denn schon einen neuen Stürmer hätten. Die Antwort des Italieners soll nicht unbedingt druckreif gewesen sein.

Auch in Turin ist man nicht gerade gut auf den 31-Jährigen zu sprechen. „Angesichts dessen, was passiert ist, ist es wahrscheinlich besser, dass er nicht zu uns gekommen ist. Wir sprechen hier von einem unzuverlässigen Spieler“, sagt Massimo Carrera, Stellvertreter von Trainer Antonio Conte.

Nicht zum ersten Mal

Eine kuriose Randnotiz: Bereits 2000 scheiterte ein Wechsel Berbatovs nach Italien in letzter Sekunde.

Er hatte bei Lecce bereits den medizinischen Check erledigt, als er doch noch in Leverkusen anheuerte.

So viele tolle Klubs, aber man kann eben nur für einen spielen…


Harald Prantl

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