David Moyes - Der Meister der Konstanz

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Er hat den Schrank seines Klubs nicht mit Pokalen gefüllt und ist auch keine schillernde Medien-Figur.

Dennoch ist Everton-Coach David Moyes einer der am meist respektierten Trainer der Premier League.

Der Schotte legt mit den „Toffees“ trotz verhältnismäßig kleinem Budget eine solide Saison nach der anderen hin und das seit mittlerweile fast elf Jahren. Nur die Trainer-Legenden „Sir“ Alex Ferguson und Arsene Wenger arbeiten schon länger bei ihren jeweiligen Klubs.

Eine risikoreiche Verpflichtung

So eine lange Amtszeit hatte dem mittlerweile 48-Jährigen anno 2002 kaum einer zugetraut. Der ehemalige Verteidiger Moyes verfügte weder als Spieler noch als Trainer über Erfahrung auf dem englischen Top-Level und war nur wenige Jahre älter als einige seiner Schützlinge.

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Eine ziemlich risikoreiche Verpflichtung, vor allem für einen Klub im Abstiegsstrudel, aber eine, die sich mehr als lohnen sollte.

Konstanz an der Mersey

In der bisher zehn Saisonen lang anhaltenden Regentschaft Moyes‘ erreichten die Blauen aus Liverpool einmal das FA-Cup-Finale und beendeten die Premier League achtmal unter den ersten Acht.

2004/05 wurde sogar die Phalanx der damaligen Top Vier (Chelsea, Arsenal, ManUnited, Liverpool) geknackt und die Saison vor dem Stadtrivalen beendet. An sich schon eine Sensation, aber wenn man bedenkt, dass vor der Spielzeit Topstar Wayne Rooney den Verein verließ, ist die Leistung noch höher einzustufen.

Auch 2012/13 läuft es bisher gut. Mit Platz vier nach 19 Runden ist man im Goodison Park mehr als zufrieden. Da ist es fast nebensächlich, dass der letzte Meistertitel schon über 25 Jahre her ist.

Nachfolger von "Fergie"?

Besonders die Trainerkollegen schätzen Moyes, der von den englischen Profi-Coaches bereits dreimal zum LMA Manager of the Year gewählt worden ist.

Zum Vergleich: Arsene Wenger erhielt den Preis zweimal, Alex Ferguson dreimal.

Kein Wunder, dass Moyes immer wieder als Nachfolger seines Landsmanns bei den „Red Devils“ gehandelt wird.

Einfaches Erfolgsrezept

„Wenn man mit den großen Jobs in Verbindung gebracht wird, macht man etwas richtig. Wegen der Schwierigkeit der Liga und unserer finanziellen Situation, ist es schwer, bei Everton dauerhaft Erfolg zu haben. Die Langlebigkeit und die Konstanz des Klubs haben mich bekannt gemacht“, so Moyes in der "Liverpool Daily Post" anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums.

Das Rezept für den Erfolg an der Mersey scheint denkbar einfach: „Ich betrachte meinen Job nicht als selbstverständlich und arbeite hart. Ich bin jeden Tag am Trainingsplatz und voller Ambitionen. Ich möchte erfolgreich sein. Es gibt keine magische Formel für mich.“

Arbeiter-Mentalität

Diese Arbeiter-Mentalität passt sehr gut zum „People’s Club“ aus Liverpool und wird von den Fans geliebt.

Die Spieler können diesen an den Tag gelegten Fleiß nur bestätigen. „Er arbeitet so hart. In seinem ersten Jahr hat er alles gemacht. Vom Aufwärmen bis hin zum Aufbau-Training für verletzte Spieler“, sagte Lee Carsley, der unter Moyes sechs Jahre lang für die Aufräumarbeit im defensiven Mittelfeld Evertons zuständig war.

Was die Formation angeht, rückt Moyes kaum von seinem 4-2-3-1 (bzw. 4-4-1-1 gegen starke Gegner) ab, der Schotte gilt aber im Spiel als sehr reaktionsfreudig.

Menschenführung

Als größte Stärke wird dem 48-Jährigen aber der Umgang mit seinen Spielern ausgelegt. Immer wieder wird seine Integrität und Ehrlichkeit hervorgehoben. „Er hat alle immer fair und gleich behandelt“, so Ex-Schützling Steve Watson.

Menschenführung wäre gerade bei einem möglichen Wechsel zu einem Großklub mehr als gefragt.

 

Máté Esterházy

Saison Punkte Platzierung
2001/02 43 15.
2002/03 59 7.
2003/04 38 17.
2004/05 61 4.
2005/06 50 11.
2006/07 58 6.
2007/08 65 5.
2008/09 63 5.
2009/10 61 8.
2010/11 54 7.
2011/12 56 7.
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