Legionäre unter Druck: Weimann und Arnautovic

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Aston Villa gegen Stoke City. Andreas Weimann gegen Marko Arnautovic.

Gleich zum Auftakt der Premier League (heute, 16 Uhr) erwartet die österreichischen Fans ein echter Leckerbissen.

Vor dem Duell checkt LAOLA1 die Aussichten der Legionäre, die beide mit der Nummer 10 am Rücken auflaufen. Welche Konkurrenten haben sie im Kampf um einen Stammplatz? Was erwartet die Öffentlichkeit von ihnen?

ANDREAS WEIMANN

Letzte Saison lief es nicht so recht bei Weimann. Der Wiener unterschrieb im Juni 2013 einen neuen Vertrag bis 2016, konnte die in ihn gesetzten Hoffnungen aber nur teilweise erfüllen. Zu wenige Tore erzielte der ÖFB-Legionär. Oft traf er in der Nähe des Strafraums die falschen Entscheidungen. Am Ende der Saison durfte er sich aber doch über ein Erfolgserlebnis freuen. Mit zwei Treffern beim 3:1 gegen Hull fixierte er für Villa den Klassenerhalt. „Das war ein wichtiges Spiel für mich. Letzte Saison klappte es nicht so wie ich mir das vorgestellt habe“, erklärte Weimann während der Vorbereitung.

Was bringt die neue Saison?

Nicht wenige Experten auf der Insel prognostizieren Aston Villa den Abstieg. Um den Klub aus Birmingham ist es finanziell nicht gut bestellt. Eigentümer Randy Lerner will den Verein verkaufen, anstatt Geld zu investieren. Deswegen wurde am Transfermarkt mit Ausgaben gespart. Nur für Linksverteidiger Aly Cissokho wurde Geld (2,5 Mio. Euro) ausgegeben. Mit Kieran Richardson, Philippe Senderos und Joe Cole kamen drei Routiniers ablösefrei. Trainer Paul Lambert wollte dem jungen Team ein bisschen Erfahrung einimpfen. Mit Roy Keane stieß ein prominenter Co-Trainer zur Mannschaft. „Die Zusammenarbeit mit ihm funktioniert sehr gut“, verrät Weimann. Der 23-Jährige soll in dieser Saison in jene Führungsrolle hineinwachsen, die ihm bereits im letzten Jahr zugedacht war. Dafür beansprucht der Angreifer, der auch am Flügel zum Einsatz kommen kann, einen Platz im Sturm-Zenrum: „Ich würde gerne ein bisschen öfters ganz vorne spielen als letzte Saison. Hoffentlich kann ich dann auch mehr Tore erzielen.“

Konkurrenz

Trainer Paul Lambert schätzt Weimann für dessen Vielseitigkeit. Da Stürmer-Star Christian Benteke aber nach wie vor verletzt ist, könnte der Wiener zumindest zum Beginn der Saison tatsächlich auf seiner Wunschposition im Angriffszentrum eingesetzt werden. Die Konkurrenz bei den „Villans“ hält sich in Grenzen. Fürchten muss sich Weimann vor niemandem. Seinen Stammplatz dürfte er sicher haben. Vielleicht gelingt es dem derzeit noch verletzten Neuzugang Cole (32), bei Villa an alte Chelsea-Zeiten anzuschließen.

LAOLA1-Einschätzung

Tore, Tore, Tore. Weimann muss in dieser Saison endlich regelmäßig treffen. Davon hängt nicht nur das Wohl seiner Karriere ab, sondern auch das Schicksal von Aston Villa. Ohne einen funktionierenden Weimann wird sich das Lambert-Team schwer tun, die Klasse zu halten. Der ÖFB-Legionär steht unter Druck. Eine Saison wie die letzte darf er sich nicht noch einmal leisten.

MARKO ARNAUTOVIC

Bevor Arnautovic im Sommer des letzten Jahres nach Stoke wechselte, galten die „Potters“ als die „hässliche Fratze“ des englischen Fußballs. Lange Bälle und eine raue Gangart waren die Markenzeichen des Klubs. Doch unter Mark Hughes veränderte sich das Gesicht von Stoke City. Der Trainer verpflichtete nicht nur Arnautovic, sondern revolutionierte auch die Spielidee des Vereins. Mit ansehnlichem Kombinationsfußball erreichten die „Potters“ den hervorragenden neunten Platz. Arnautovic trug mit 14 Scorer-Punkten (vier Tore, zehn Assists) seinen Teil dazu bei. Als linker Flügelstürmer wurde der 25-Jährige dank seiner Dribblings schnell zum Publikumsliebling. "Rückblickend denke ich, dass ich vorige Saison einen Schritt nach vorne gemacht habe, ich habe mich ruhig gestellt und am Platz gezeigt, was ich kann", erklärt Arnautovic gegenüber der "APA". Die Lokalzeitung „Stoke Sentinel“ sieht den „Terminator“ gar als einen von zehn Gründen an, warum Stoke-Fans die glücklichsten Anhänger der Premier League sein sollten.

Was bringt die neue Saison?

Als bester Assistgeber war Arnautovic schon in der letzten Saison einer der wichtigsten Spieler im Teamgefüge von Hughes. Heuer wird vom ÖFB-Nationalspieler jedoch noch mehr erwartet. „Nur zwei seiner vier Tore schoss er aus dem Spiel heraus. In dieser Saison muss er sich eine zweistellige Anzahl von Treffern zum Ziel setzen“, schreibt der „Guardian“. Die englischen Medien erwarten, dass er sich weniger Schaffenspausen gönnt und seine Leistungen konstanter erbringt. "Es kann natürlich immer noch besser gehen. Ich werde hart arbeiten, um mich weiter zu steigern", verspricht Arnautovic, "mein Ziel für diese Saison ist, diese gesund zu absolvieren, natürlich alles zu geben und der Rest ergibt sich von selbst, denke ich." Im zweiten Jahr lastet also viel Druck auf dem Floridsdorfer, der gegen Aston Villa auf dem linken Flügel von Beginn weg zum Einsatz kommen wird. Für sein Team könnte am Ende ein Platz im gesicherten Mittelfeld herausschauen. Mit dem Abstieg sollte Stoke nichts zu tun haben.

Konkurrenz

Zu Saisonbeginn dürfte Arnautovic seinen Stammplatz sicher haben, doch hinter ihm lauern einige Konkurrenten. Bojan Krkic zum Beispiel. Der Offensiv-Allrounder kam um fünf Millionen Euro vom FC Barcelona. Hat der 23-jährige Spanier im Zentrum keinen Platz, so könnte er auch auf der Außenbahn zum Einsatz kommen. Peter Odemwingie und Jonathan Walters spielen normalerweise rechts, können aber auch links zum Einsatz kommen. Grundsätzlich sollte der ÖFB-Legionär seinen Platz sicher haben, doch eine langwierige Formschwäche darf er sich nicht leisten. Neben Krkic stießen auch Steve Sidwell, Mame Diouf und Phil Bardsley neu zum Klub. Arnautovic: "Es sind Spieler mit einem großen Potenzial gekommen, deswegen denke ich, dass unsere Mannschaft sich wieder weiter entwickelt hat."

LAOLA1-Einschätzung

Für Arnautovic geht es in dieser Saison wieder einmal darum zu zeigen, was er wirklich drauf hat. In Stoke hat er sein Glück gefunden. Trainer Hughes setzt auf ihn, entbindet ihn teilweise sogar von Defensiv-Aufgaben. Die Spielweise der Mannschaft kommt ihm entgegen und auch die Fans liegen dem „Astronauten“ zu Füßen. Für Marko ist alles angerichtet. Jetzt müssen Scorer-Punkte folgen.

 

Jakob Faber

 

 

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