„So einen Cup gewinnt man nicht alle Tage“

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Es ist vollbracht.

Paul Scharner und sein Klub Wigan Athletic kürten sich nach einem 1:0-Sieg über Manchester City zum FA-Cup-Sieger.

„Es ist unglaublich, so etwas zu erreichen mit ‚Little Wigan‘, wie ich immer sage. Das ist einfach ein geschichtliches Ereignis“, fasst der Niederösterreicher den Titelgewinn nach dem späten Tor durch Watson (90.) in Worte.

Trotz des größten Erfolgs der Vereins-Historie ist die Euphorie bei den „Latics“ gebremst, befindet sich der Klub doch weiterhin massiv in Abstiegsgefahr.

Vor dem wichtigen Spiel beim FC Arsenal am Dienstag (20:45 Uhr) nimmt sich Scharner dennoch kurz Zeit, das eben Erreichte kurz Revue passieren zu lassen und steht im LAOLA1-Interview Rede und Antwort.

LAOLA1: Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch! Wie ist das Gefühl, Geschichte geschrieben zu haben?

Paul Scharner: Ein Wahnsinn! Es ist fast unbeschreiblich. Es war ein extrem emotionaler Tag, ein extrem emotionaler Moment nach dem Schlusspfiff. Ich bin einfach happy, dass meine Family bei diesem erhebenden Sieg dabei war. Es ist etwas Historisches. So einen Cup gewinnt man nicht alle Tage.

LAOLA1: Auf den Fotos nach Spielende sieht man dich mit gläsernen Augen von der österreichischen Fahne umwickelt. Kam da der Nationalstolz hervor, diesen Titel als Österreicher erreicht zu haben?

Scharner: Auf alle Fälle. Ich bin der erste österreichische FA-Cup-Sieger, der auf dem Feld gestanden ist und Minuten gespielt hat. Mir war es eine Herzensangelegenheit, das der Öffentlichkeit auch zu zeigen.

LAOLA1: Wie haben die Feierlichkeiten im Detail ausgesehen? Bist du zuerst zur Familie, dann zum Team? Wie feiert man den FA-Cup?

Scharner: Auf alle Fälle ist Arsenal verwundbar. Sie müssen gewinnen und wenn sie etwas müssen, tun sie sich sehr schwer. Aber natürlich haben wir auch nicht die besten Voraussetzungen, geht es bei uns doch um die Zukunft. Das ist natürlich ein hoher Druck. Aber Wigan hat in der Vergangenheit schon öfters bewiesen, mit so einem Druck auch umgehen zu können.

LAOLA1: Ist es gefährlich, mit dem Titel im Kopf die letzten beiden Saisonspiele zu bestreiten oder beflügelt der Erfolg?

Scharner: Ich hoffe, dass wir dies als positives Gefühl mitnehmen können und in eine positive Einstellung umwandeln, um in den letzten zwei Spielen noch einmal richtig Gas zu geben, den Fokus zu finden und die nötigen Punkte einfahren zu können.

LAOLA1: Für dich persönlich war es schon der dritte Cupsieg im dritten Land. Kannst du dabei eine persönliche Wertung treffen? Welcher Erfolg war der schönste?

Scharner: Jeder Cup-Sieg hat zu seiner Zeit als das Beste gegolten. Der österreichische Cup war super, der norwegische Cup war super. Und der FA-Cup ist super. Aber er hat schon einen eigenen Stellenwert, weil er der älteste Fußball-Bewerb der Welt ist. Es war die 132. Austragung vom FA-Cup und diese zu gewinnen, ist schon massiv. Mir taugt es einfach, dass ich das Triple geschafft habe und in jedem Land, in dem ich gespielt habe, den Cup zu gewinnen.

LAOLA1: Darf man dich jetzt eigentlich offiziell „Wembley-Pauli“ nennen?

Scharner: Ihr dürft alles, wenn ihr wollt. (lacht)


Das Gespräch führte Christian Eberle

Scharner: Wir waren ziemlich lang draußen und haben mit den Fans auf dem grünen Rasen und dann auf der Tribüne gefeiert. Es blieb aufgrund des Medienaufkommens aber nicht viel Zeit. Ich habe, glaube ich, an die 20 Interviews gegeben. (lacht) Im Endeffekt war Feiern aber nicht angesagt, da wir am Dienstag schon wieder ein wichtiges Match haben. So gesehen war es eher eine verhaltene Freude. Ich habe mich mit meiner Family im Hotel neben dem Stadion getroffen und mit ihr ein gemütliches Dinner genossen.

LAOLA1: Kam auch von offizieller Vereinsseite das Veto: „Jungs, Gratulation, aber der Fokus muss auf Dienstag liegen“?

Scharner: Der Präsident war ziemlich bald nach Schlusspfiff in der Kabine und hat gesagt: „Super Achievement - super Leistung, aber wir müssen uns auf das nächste Spiel gegen Arsenal am Dienstag konzentrieren.“

LAOLA1: Du sprichst den kommenden Gegner an. Arsenal ist ein Top-Team und kämpft noch um die Champions-League-Qualifikation. Ihr habt nun den letztjährigen Meister geschlagen.

Scharner: Den amtierenden Meister, bitte. Die Saison ist noch nicht aus.

LAOLA1: Gut, den noch amtierenden Meister. Wie wichtig war es, zu sehen, dass man Top-Teams schlagen kann?

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