"In Cardiff reden sie nur vom Aufstieg"

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Am 29. Juni startet für Guido Burgstaller mit dem Trainingsauftakt bei Cardiff City sein großes Insel-Abenteuer.

Mit dem Wechsel von Rapid Wien zum Premier-League-Absteiger hat sich der 25-Jährige seinen Auslandstraum erfüllt.

Im LAOLA1-Interview spricht der Kärntner über seine ersten Erfahrungen in Wales und seine Vorfreude auf das Wiedersehen mit Kumpel Atdhe Nuhiu.

LAOLA1: Wie groß ist deine Erleichterung, dass es mit einem Auslands-Wechsel geklappt hat?

Guido Burgstaller: Jetzt fällt die ganze Last ab. Ich war ein paar Tage in Cardiff, habe mir alles angeschaut und unterschrieben. Ich bin glücklich, dass das geklappt hat.

LAOLA1: Wenn du sagst, die Last fällt ab: War das Thema eines möglichen Transfers einfach sehr präsent in den letzten Wochen und Monaten?

Burgstaller: Nein. Ich bin ein Mensch, der sich nicht unter Druck setzen lässt. Ich denke immer: Wenn es passiert, passiert’s. Ich habe immer alles für Rapid gegeben, damit ich mir da nichts vorwerfen lassen kann.

LAOLA1: Was hat den Ausschlag für Cardiff gegeben?

Burgstaller: Sie haben mich mehrmals beobachtet. Das ist ganz normal, wenn man zu solch einem Klub wechselt. Im Endeffekt haben sie sich für mich entschieden und eine Ablösesumme gezahlt, mit der Rapid zufrieden ist.

LAOLA1: Du konntest das Umfeld dort kennenlernen. Wie sind deine ersten Eindrücke vom Verein?

Burgstaller: Die Waliser sind sehr stolze Menschen, lieben ihr Land sehr, sind sehr heimatbezogen. Fußball steht an erster Stelle, das merkt man sofort, wenn man hinkommt. Es läuft alles sehr professionell ab. Ich habe mir das Umfeld wie das Stadion und das Trainingsgelände angeschaut. Es ist schon noch einmal eine andere Welt im Gegensatz zu Österreich.

LAOLA1: Wie plant dich Trainer Ole Gunnar Solskjaer ein?

Burgstaller: So genau kann man es noch nicht sagen. Er freut sich natürlich, dass ich komme. An die Details geht es, wenn ich dort bin. Auf welcher Position ich spielen werde, kann man noch nicht sagen. Aber ich hatte das Gefühl, dass sich jeder freut, dass ich dort unterschrieben habe.

LAOLA1: Wie hast du Solskjaer im persönlichen Umgang erlebt?

Burgstaller: Er ist sehr professionell, ein sehr zielstrebiger und konsequenter Mensch. Man darf sich nichts erlauben, muss alles dem Fußball unterordnen, immer 100 Prozent geben. Ich glaube, wenn man immer alles gibt dafür, um Leistung zu bringen, kann man alles haben von ihm.

LAOLA1: Du hast betont, dass du Rapid mit einem weinenden Auge verlässt. Wie fällt dein Resümee der drei Jahre in Hütteldorf aus?

Burgstaller: Ich habe mich bei Rapid sauwohl gefühlt. Ich bin von Tag eins an von Spielern, Trainern und Umfeld super aufgenommen worden. Mit dem jetzigen Trainer-Team und auch mit jenem davor hat alles gepasst. Ich denke, wir haben immer das Bestmögliche herausgeholt, waren zwei Mal in der Europa League, zwei Mal Vizemeister. Ich bin zufrieden. Ich wünsche Rapid alles Gute und dass sie wieder einmal einen Titel holen.

LAOLA1: Dein Abgang ist fix, um Marcel Sabitzer und Louis Schaub gibt es Gerüchte. Muss man Angst haben, dass diese hoffnungsvolle Mannschaft im Sommer zerfallen könnte?

Burgstaller: Nein. Ich glaube, dass Sportdirektor Andreas Müller alles im Griff hat. Er hat Ahnung, war nicht umsonst bei Schalke und Hoffenheim. Um Rapid brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, sie werden immer eine gute Truppe haben. Wir müssen uns aber überraschen lassen, was noch passiert. Ich weiß auch nichts Genaues.

Das Gespräch führte Peter Altmann

LAOLA1: Cardiff ist in dieser Saison abgestiegen. Unternimmt der Verein alles, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen?

Burgstaller: Nach meinen paar Tagen vor Ort habe ich dieses Gefühl auf jeden Fall. Sie reden eigentlich nur vom Aufstieg. Die Rückkehr in die Premier League ist das große Ziel. Es kommen viele neue Spieler. Vor einigen Tagen hat mit Javier Guerra ein Spanier unterschrieben, der vergangene Saison für Valladolid 15 Tore geschossen hat. Sie holen also schon noch einige Kaliber. Im Endeffekt wird es an uns als Mannschaft liegen, ob wir es schaffen. Es wird sicher nicht leicht, aber der Wiederaufstieg ist das große Ziel.

LAOLA1: Inwiefern war England dein großer Wunsch? Oder hätten dich auch andere Ligen interessiert?

Burgstaller: Mein absoluter Wunsch war England! Das klingt vielleicht blöd, weil ich gerade hingewechselt bin, aber ich habe meinem Berater Mario Weger immer gesagt, dass ich dorthin möchte.

LAOLA1: Was schätzt du so am englischen Fußball?

Burgstaller: Dass er für Leidenschaft und Kampf steht, dafür niemals aufzugeben. Diese Attribute bringe ich mit. Das sind die Grundvoraussetzungen. Mir taugt einfach die Art und Weise, wie in England Fußball gespielt wird, dass es hart zur Sache geht.

LAOLA1: Welche Berührungspunkte hattest du bisher mit dem englischen Fußball?

Burgstaller: Ich kenne die Liga nur aus dem Fernsehen. Mein bester Kumpel Atdhe Nuhiu spielt jedoch seit einem Jahr bei Sheffield Wednesday. Er hat mir immer wieder Videos geschickt, wie die Fans ausflippen. Das ist schon imposant. Ich freue mich bereits riesig auf die Stadien und die Fans. Das wird sicher eine coole Geschichte. Atdhe konnte mir viel über den englischen Flair und die Leute dort erzählen. Er freut sich riesig und ich freue mich auch, dass ich bald gegen ihn spielen kann. Wir werden sicher die Trikots tauschen.

LAOLA1: Inwiefern war dieser Wechsel auch im Hinblick auf das Nationalteam notwendig, um sich im Ausland weiterzuentwickeln? Im ÖFB-Team bist du mit einer Vielzahl von Legionären konfrontiert…

Burgstaller: Ich bin nicht ins Ausland gegangen, damit ich im Nationalteam bessere Chance habe, sondern weil es schon immer ein Traum für mich war. Jetzt habe ich diese Chance ergriffen. Ich will mich nicht nur fußballerisch, sondern auch persönlich weiterentwickeln. Ich glaube, es war die richtige Entscheidung für mich, das ist der richtige Fußball für mich. Wie es sich aufs Nationalteam auswirkt, kann ich nicht genau sagen. Der Teamchef muss entscheiden, ob es der richtige Wechsel für mich war oder nicht. Ich hoffe natürlich, dass ich wieder im Kader dabei sein werde. Dafür muss ich aber meine Leistungen bringen.

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