Das Vorspiel auf die neue Saison

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Butter bei die Fische

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Neuauflage des CL-Finales soll offene Fragen klären

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Das Warten hat ein Ende. Die, wenn auch kurze, Sommerpause ist in Deutschland Geschichte. Mit dem Supercup zwischen Vizemeister Borussia Dortmund und Triple-Champion FC Bayern München wird am Samstag die neue Saison eröffnet und es ist Zeit, für die Beantwortung einiger offener Fragen.

Auch wenn der 2010 wieder eingeführte Bewerb nur die Ouvertüre für die 1. DFB-Pokalrunde und den nahenden Bundesligastart (9. August) bildet, dürfen sich die Fans auf den ersten echten Härtetest zwischen den beiden besten deutschen Mannschaften freuen.

Stellenwert de Supercups wird betont

Beide Seiten bemühen sich im Vorfeld, den Stellenwert des Spieles zu hervorzuheben. „Der Supercup ist in Verbindung eines Titels zu sehen. Es ist ein Finale, wir wollen das Spiel gewinnen, wir wollen erfolgreich in die Saison starten“, stellt Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer klar.

Auch für Coach Pep Guardiola handelt es sich bei der Neuauflage des Champions-League-Finales um kein besseres Vorbereitungsspiel: "Ich werde mein Bestes geben und das Beste aus der Mannschaft herausholen.“

BVB-Sportdirektor Michael Zorc weiß auch um die Verpflichtung den Fans gegenüber. „Wir sind noch in der Vorbereitung, aber es ist der erste Titel der Saison, es werden 80.000 Menschen im Stadion sein, ich glaube nicht, dass eine B-Elf auflaufen wird.“

Schluss mit Experimenten

Auch wenn beiden Teams wichtige Akteure fehlen, werden die Startformationen erstmals konkrete Züge annehmen. Die Zeit der großen Experimente dürfte vorbei sein.

Während die Bayern auf die leicht angeschlagenen Franck Ribery und Manuel Neuer sowie den rekonvaleszenten Holger Badstuber verzichten müssen, fehlt dem BVB neben dem langzeitverletzten Lukasz Piszczek auch Neuzugang Henrikh Mkhitaryan mehrere Wochen.

Universell einsetzbar: Philipp Lahm

Pierre-Emerick Aubameyang und Jakub Blaszczykowski werden nach überstandenen Magen-Darm-Problemen auf der Bank Platz nehmen.

Nicht zu vergessen der große Abwesende - Mario Götze. Der Ex-Dortmunder steigt erst nächste Woche ins Mannschaftstraining der Bayern ein und erspart sich die Reise in seine alte Heimat.

Welche Rolle nimmt Lahm ein?

Man darf aber dennoch Antworten auf zahlreiche Fragen erwarten, die die Saisonvorbereitung aufgeworfen hat. Vor allem die Vorfreude auf die Starformation für Gurardiolas erstes Pflichtspiel könnte kaum größer sein.

Mit teils unerwarteten Umstellungen wusste der Spanier in den Testspielen zu überraschen. Kapitän Philipp Lahm zog mehrmals im offensiven Mittelfeld die Fäden. Eine Dauerlösung dürfte das jedoch nicht sein – oder doch? Pep lässt sich jedenfalls nicht in die Karten blicken.

„Er ist der beste Außenverteidiger der Welt. Das ist klar! Aber: Jedes Mal, wenn Philipp im Mittelfeld gespielt hat, hat er ein Tor erzielt. Er ist ein sehr intelligenter Spieler. Ich habe noch Zweifel über meine Aufstellung“, erklärte Guardiola am Freitag.

Thiago, Martinez, Schweinsteiger - wer gibt den 6er?

Auch im Sturm herrscht noch Unklarheit. Müller oder Robben als falsche Neun oder gar ein Doppelsturm mit Mandzukic?

Die heißesten Diskussionen ranken sich allerding um den Platz im defensiven Mittelfeld. Nachdem Guardiola auf einen Sechser umgestellt hat, drängen sich mit Bastian Schweinsteiger, Javi Martinez und Peps Wunschspieler Thiago Alcantara gleich drei Weltklasse-Kandidaten um den Posten des Taktgebers. Selbst „Selecao“-Stammspieler Luiz Gustavo darf sich ob dieser Konkurrenz nur geringe Chancen auf regelmäßige Einsätze ausrechnen.

Wer macht Dortmunds Spiel?

Auch beim BVB sind einige Positionen vakant. Als Rechtsverteidiger probierte Trainer Jürgen Klopp Sokratis ebenso aus, wie Youngster Erik Durm. Auch Multitalent Kevin Großkreutz gilt als Alternative.

Nach dem längerfristigen Ausfall von Neuzugang Mkhitaryan sucht der BVB zudem noch den Götze-Nachfolger auf der Spielmacherposition. Wahrscheinlichste Variante ist das Aufrücken von Ilkay Gündogan. Aber auch Marco Reus ist ein Kandidat für den Platz hinter der gesetzten Spitze Robert Lewandowski.

Jahr Spielort Meister Pokalsieger Ergebnis
1987 Frankfurt FC Bayern Hamburger SV 2:1
1988 Frankfurt Werder Bremen Eintracht Frankfurt 2:0
1989 Kaiserslautern FC Bayern Borussia Dortmund 3:4
1990 Karlsruhe FC Bayern
  1. FC Kaiserslautern
4:1
1991 Hannover 1. FC Kaiserslautern Werder Bremen 3:1
1992 Hannover VfB Stuttgart Hannover 96 3:1
1993 Leverkusen Werder Bremen Bayer 04 Leverkusen 7:6 i.E.
1994 München FC Bayern Werder Bremen 1:3 n.V.
1995 Düsseldorf Borussia Dortmund Borussia Mönchengladbach 1:0
1996 Mannheim Borussia Dortmund
  1. FC Kaiserslautern
4:3 i.E.
2010 Augsburg FC Bayern FC Schalke 04* 2:0
2011 Gelsenkirchen Borussia Dortmund FC Schalke 04 3:4 i.E.
2012 München Borussia Dortmund FC Bayern* 1:2
<span style=\'color: #999999;\'>* Vizemeister

Lewandowski gegen seinen Klub in spe

Womit wir bei einem der meistdiskutierten Themen wären, das sowohl Dortmunder als auch Bayern-Fans beschäftigt. Wie verhält sich Robert Lewandowski gegen seinen designierten Klub in spe?

Wie verhält sich Lewandowski?

Nach dem Veto des BVB darf Dortmunds Knipser erst im Sommer 2014 nach München wechseln. Bis dahin erwarten sich Fans und Verantwortliche volle Leistung im schwarz-gelben Trikot. Der 24-Jährige machte im Sommer aber keinen Hehl daraus, dass er unbedingt zu seinem Wunsch-Verein transferiert werden möchte. Bleibt also abzuwarten, ob Lewandowski dem BVB das Ausschlagen seines Wunsches übel nimmt.

Zorc attestiert dem Polen jedenfalls erstklassigen Charakter: „Robert ist Profi durch und durch. Er kennt die Situation.“ Für Lewandowski bietet sich eine große Chance, mit einem Treffer im Supercup gegen die Bayern könnte er gleich zu Beginn der Saison alle Skeptiker verstummen lassen.

Kann Dortmund die Serie beenden?

Während der BVB zwischen 2010 und 2012 fünf Siege in Folge gegen den Rivalen aus Bayern feierte, haben die Münchner die Statistik mittlerweile wieder zu ihren Gunsten gedreht.

In den letzten fünf Partien konnte die Ruhrpott-Truppe dem FC Hollywood keine Niederlage zufügen. Am Samstag haben die Dortmunder vor heimischer Kulisse die Chance, diese Serie zu stoppen.

Ein Monat und zwei Tage nach dem Champions-League-Finale von Wembley sind der FCB und der BVB zurück. Das große Versteckspiel ist zu Ende. Endlich geht es wieder um Titel. Dortmund gegen Bayern, 80.000 Fans im Signal Iduna Park, 195 Länder vor dem Bildschirm – und alle warten auf Antworten.

 

Christoph Kristandl

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