Pucheggers harter Kampf bei den Bayern

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„Man kann jeden Tag den Profis einer der besten Mannschaften der Welt zusehen. Das ist schon cool“, sagt Patrick Puchegger.

Der Niederösterreicher lebt seit rund eineinhalb Jahren in München und spielt für die Amateure des FC Bayern.

Eine Chance, die sich im Sommer 2013 aufgetan hat. „Ich habe ein Probetraining absolviert und es hat super funktioniert – das hat mich selbst ein wenig überrascht. Ich war schon nervös, aber die Trainings waren richtig cool und ich habe mich schnell in die Mannschaft eingefunden“, erzählt der 19-Jährige.

"Da hat es nicht viel zum Überlegen gegeben"

Nachdem er die Münchner überzeugen konnte, wurde er verpflichtet. „Da hat es nicht viel zum Überlegen gegeben“, lacht der Abwehrspieler, wenn er auf seinen Auszug aus der St. Pöltner Akademie angesprochen wird.

Doch ein wenig überraschender Nachsatz: „Der infrastrukturelle Unterschied zwischen St. Pölten und den Bayern ist gar nicht so groß. Die Akademie in Niederösterreich kann da gut mithalten.“

Zunächst lief es für Puchegger richtig gut – in der U19 des FCB regelmäßig im Einsatz und auch Spiele in der UEFA Youth League. Zudem das Leben im Internat an der Säbener Straße. „Da habe ich von meinem Fenster aus das Training der Profis gesehen. Seit einem Jahr habe ich aber eine eigene Wohnung in München“, berichtet der Teenager.

"Es ist gerade nicht so leicht"

Nach einem Jahr im Nachwuchs folgte der Umstieg zu den Amateuren. „Es war ein großer Schritt in den Erwachsenenfußball. Die Konkurrenz ist riesig, es ist schwierig, einen Stammplatz zu erarbeiten“, sagt der ÖFB-Legionär.

So richtig den Anschluss scheint Puchegger in der zweiten Mannschaft noch nicht gefunden zu haben. Insgesamt stehen noch nicht einmal 45 Einsatzminuten zu Buche.

„Es ist gerade nicht so leicht für mich. Aber ich gebe in den Trainings alles. Wenn ich weiter Vollgas gebe, werde ich meine Chance kriegen. Die muss ich dann nutzen. Und die Trainer sagen auch, dass sie zufrieden mit mir sind.“

Vertrag verlängert und Plan B im Auge

Dass ihm die Bayern noch Zeit zur Entwicklung zugestehen, beweist nicht zuletzt der Umstand, dass sein Vertrag erst neulich um ein Jahr bis Sommer 2016 verlängert wurde.

Doch Puchegger ist völlig klar, dass der Durchbruch bei den Profis fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. „Wenn es nicht klappt, sind die Amateure trotzdem ein gutes Sprungbrett zu anderen Vereinen in Deutschland“, findet er. Die Beispiele Alessandro Schöpf (1. FC Nürnberg) und Ylli Sallahi (Karlsruher SC) geben ihm Recht.

Wie der Letztgenannte ist der Oberndorfer auf der Position des Linksverteidigers daheim. „Das spiele ich hauptsächlich, aber ich kann genauso als Innenverteidiger eingesetzt werden“, präzisiert Puchegger.

Nachsatz mit einem Augenzwinkern: „Nach meinem Vorbild brauchst du mich deshalb erst gar nicht zu fragen, da gibt es nur einen!“ Überhaupt sei David Alaba „ein Supertyp, der mich auch immer wieder fragt, wie es mir geht“.

Der Traum von Neuseeland

Besonders gut würde es dem Niederösterreicher gehen, wenn seine Sommerpause diesmal ins Wasser fallen würde – dann stünde er nämlich im WM-Kader des U20-Nationalteams. Die Chancen, dass ihn Teamchef Andreas Heraf mit nach Neuseeland (30.5.-20.6.) nimmt, stehen gut.

„Das Kribbeln ist auf jeden Fall schon da. Und es wäre eine große Ehre, Österreich bei einer Weltmeisterschaft vertreten zu dürfen“, sagt Puchegger mit einem Strahlen in den Augen.

Harald Prantl

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