Bayerns Pokalerfahrung gegen Dortmunds Lauf

Aufmacherbild
 

Das DFB-Pokal-Finale wird einmal mehr ein Spiel der Superlative. Mehr als 150 Länder schauen Dortmund und den Bayern am Samstag bei der 69. Auflage dieses Endspiels auf die Beine. Allein bei Meister Borussia Dortmund gingen über 350.000 Ticket-Anfragen ein, insgesamt waren es an die 800.000.

Der FC Bayern ist die unangefochtene Nummer eins in Fußball-Deutschland. Daran ändert auch der aktuell schwere Stand der Münchner gegen den BVB nichts. Die lange Liste der Erfolge spricht eindeutig  für den Rekordmeister und-pokalsieger.

Während der FC Bayern am Samstag in sein 18. Pokal-Endspiel geht, ist es für Dortmund erst das vierte Finale der Vereinsgeschichte. Die Ausbeute der Münchner ist dabei beeindruckend, gingen sie doch unglaubliche 15 Mal auch mit dem Pott in den Händen vom Platz, erstmals 1957.

Nur zwei Final-Niederlagen für die Bayern

Lediglich gegen Bayer Uerdingen 1985 und 1999 gegen Werder Bremen scheiterten die Bayern kurz vor dem Ziel. Der bisher letzte Erfolg gelang den Münchnern 2010 mit einem 2:0 gegen Schalke 04.

Der BVB stand 1963 erstmals im Finale, das bessere Ende hatte damals aber der HSV für sich. Zwei Jahre später konnten sich die Dortmunder dann, nach einem Sieg gegen Alemannia Aachen, über den ersten Pokal-Titel freuen.

Bis zum nächsten und bisher letzten Triumph sollten viele Sommer ins Land ziehen, 1989 führte Norbert Dickel den BVB mit zwei Toren beim 3:1-Sieg über Bremen zum Erfolg. Zum bisher letzten Mal fand ein Finale mit Dortmunder Beteiligung 2008 statt.

Nach einer 1:2 Niederlage in der Verlängerung (1:1) schlichen die Schwarz-Gelben mit hängenden Köpfen vom Feld. Der damalige Gegner: Der FC Bayern.

Der Meister gegen seinen Vize - ein Novum

Das diesjährige Endspiel könnte nicht hochkarätiger besetzt sein, kämpfen doch die zwei besten Mannschaften Deutschlands auf neutralem Berliner Boden um den Pott. Die besten Liga-Teams müssen aber nicht zwangsläufig auch im Pokal die Nase vorne haben, sagt zumindest die Statistik.

Das Duell Meister gegen Vizemeister gab es zuvor erst ein Mal. 2005 musste Schalke nicht nur in der Liga (mit 14 Punkten Rückstand) sondern auch im Pokal Bayern den Vortritt lassen.

2008 setzte sich Bayern gegen Dortmun durch

Diese „Doppelfunktion“ hat in München schon fast Tradition. Seit der letzten Jahrhundertwende stand der FCB am Ende der Saison entweder mit null oder zwei Titeln da.

Sechs Mal holten die Bayern in diesem Zeitraum das nationale Double, 2001 wurde neben dem Meistertitel die Champions League errungen.

Sowohl im Halbfinale des Pokals als auch in jenem der Champions League setzte sich der FCB in dieser Saison im Elfmeterschießen durch.

Vorteile vom Punkt für Bayern

Dank sicherer Schützen, auch David Alaba übernimmt in diesen Situationen immer wieder die Verantwortung, konnten die Bayern die letzten fünf Elfmeterschießen im Pokal für sich entscheiden. Auf internationalem Bankett gingen die Bayern - bei vier Fällen - gar noch nie als Verlierer aus der Entscheidung vom Punkt hervor.

Dortmund muss man hingegen eine eklatante Abschlussschwäche aus elf Metern diagnostizieren. Zwar konnte sich der BVB in der dritten Pokal-Runde im Elfmeterschießen gegen Düsseldorf durchsetzen, in der Bundesliga wurden aber sechs der letzten sieben Strafstöße vergeben.

Insgesamt kommen alle Bayern-Spieler zusammengerechnet in der Bundesliga auf 49 verwandelte Elfmeter, alle Dortmunder auf zwei.

Dafür steht mit Roman Weidenfeller ein Elfer-Killer zwischen den Pfosten des Meisters. Beide Bundesliga-Elfer, die Dortmunder Gegnern in dieser Saison zugesprochen wurden, konnte der Schlussmann parieren.

An Ablenkungen steht es unentschieden. Der BVB musste seine Meisterfeierlichkeiten im Zaum halten, die Bayern haben das Endspiel der Champions League „dahoam“ vor der Brust.

Der BVB kann sich einen weiteren Rekord holen

Die Dortmunder konnten die letzten vier Bundesliga-Duelle mit Bayern für sich entscheiden. Sollte ihnen auch am Samstag ein Sieg gelingen, wäre ein weiterer Rekord eingestellt.

Fünf Pflichtspiel-Siege am Stück gegen den FC Bayern schaffte Eintracht Frankfurt in den Jahren 1976 und 1977. Drei Mal setzten sich die Hessen in der Liga durch, zudem gewannen sie die beiden Begegnungen im Achtelfinale des UEFA-Cups.

Ob am Ende der FC Bayern jubelt oder Borussia Dortmund zur Titel-Party (LAOLA1.tv überträgt die Meisterfeier des BVB am Sonntag ab 18 Uhr LIVE in Österreich und der Schweiz. In Deutschland ist die Feier unter korso2012.meinbvb.de zu sehen) auch den Pokal mitbringt, entscheidet ein hoffentlich packender Pokal-Fight am Samstag.

Bayern oder Dortmund – Hauptsache, ein Fußball-Leckerbissen.

 

Christoph Kristandl

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen