Feuerzeug beendet Pokal-Fight in Osnabrück

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Ein Eklat überschattete den abschließendne Spieltag in der ersten Runde des DFB-Pokals.

Die Partie zwischen dem VfL Osnabrück und RB Leipzig wurde nach einem Feuerzeugwurf gegen Schiedsrichter Petersen abgebrochen.

Blitzstart für den Außenseiter

Osnabrück gelang gegen den Favoriten aus Leipzig ein Blitzstart. Nach einem weiten Einwurf nahm RBs Defensive nur die Zuschauerrolle ein, Savran nutzte die Unsicherheit und erzielte bereits in der ersten Spielminute die Führung.

Leipzig blieb auch in der Folge vieles schuldig und hatte noch vor der Pause Glück, dass der bereits verwarnte Nukan nicht die Ampelkarte sah. 

In einem emotional und teils hitzig geführten Pokal-Fight behielten die Hausherren auch in Halbzeit zwei die Oberhand, ehe es zur verhängnisvollen 70. Minute kam.

Sensation wohl dahin

Nach einer Chance für Selke wurde der RB-Stürmer vom Osnabrücker Ersatzspieler Hohnstedt am Spielfeldrand, direkt vor dem VfL-Block, proviziert. Augenblicke später traf ein Feuerzeug Schiedsrichter Petersen, der das Wortgefecht klären wollte, an der Schläfe.

Nach einer viertelstündigen Unterbrechung entschied sich der Unparteiische dazu, die Partie nicht wieder anzupfeifen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wie schwer Petersen verletzt wurde, ist noch unklar. Osnabrück droht nun das Pokal-Aus am grünen Tisch.

"Natürlich ein Debakel"

"Das ist der bitterste Tag in meiner Amtszeit als VfL-Präsident", rang Hermann Queckenstedt um Worte, als er die 13.000 Zuschauer vom endgültigen Abbruch informierte und sie bat, das Stadion in Ruhe zu verlassen. "Diese Aktion schadet dem VfL und dem Fußball."

VfL-Manager Lothar Gans meinte: "Das ist natürlich ein Debakel für uns. Das ist einer von 13 000 im Stadion, aber das ist nicht zu entschuldigen. Es tut mir sehr leid."

Spieler am Boden zerstört

Fassungslosigkeit regierte auch bei den Osnabrücker Spielern, die drauf und dran waren, für eine Sensation zu sorgen. "Wir sitzen alle in der Kabine und sind total erschüttert und traurig. So etwas habe ich noch nie erlebt", schilderte Nicolas Feldhahn und fügt hinzu: "Wir sind uns sicher, dass wir das Spiel gewonnen hätten. Was jetzt passiert, weiß ich auch nicht."

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat unmittelbar nach dem Abbruch des Spiels Ermittlungen aufgenommen. "Über die Spielwertung wird dann das DFB-Sportgericht entscheiden. Daneben geht es um die sportrechtliche Sanktion gegen den Verein, dem der Vorfall zuzurechnen ist", teilte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker mit.

Herbert Fandel, der Vorsitzende der DFB-Schiedsrichterkommission, meinte zur Entscheidung des Unparteiischen: "Bei dem Vorgang in Osnabrück handelt es sich um einen tätlichen Angriff auf den Schiedsrichter. Der Spielabbruch ist dann die logische und notwendige Konsequenz."

Nürnberg zittert sich weiter

Der 1. FC Nürnberg hat sich gegen VfR Aalen aus der dritten Liga zum Aufstieg in die nächste Runde gemüht. Nach torlosen 120 Minuten fiel die Entscheidung im Elfmeterschießen.

Dort hatte der "Club" das bessere Ende für sich, siegte 2:1. ÖFB-Legionär Alessandro Schöpf verwertete bei 0:0 erst den fünften Elfmeter und brachte sein Team damit auf die Siegerstraße. Sein Kollege Guido Burgstaller wurde zur Pause der Verlängerung ausgewechselt.

Hertha BSC setzte sich bei Arminia Bielefeld dank zweier Treffer in der Schlussphase von Kalou (73.) und Darida (88.) mit 2:0 durch.

Borussia Mönchengladbach meisterte die Hürde FC St. Pauli und siegte in Hamburg mit 4:1. Die Kiez-Kicker gingen zwar durch einen Rzatkowski-Schuss in Führung (33.), ein Doppelschlag von Stindl (54.) und Traore (56.) brachte die Borussia aber wieder auf Kurs. Erneut Stindl (67.) und Hazard (86.) besiegelten den souveränen Sieg.

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