Emotionales Wiedersehen von Guardiola mit Barca

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Das Wiedersehen mit seinem Herzensclub hat sich Pep Guardiola angenehmer vorgestellt.

Ausgerechnet vor dem wichtigen Testspiel der Superlative am Mittwoch gegen seinen langjährigen Verein FC Barcelona musste der neue Bayern-Coach eine sehr emotionale Nachricht verdauen.

Barcas Tito Vilanova, viele Jahre sein Intimus musste aufgrund der abermaligen Ohrspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung sein Traineramt niederlegen.

Guardiola war bestürzt: "Ich liebe ihn. Ich wünsche ihm und seiner Familie jetzt ganz viel Kraft."

Wie wird das Beste besser?

Der hochgelobte Heilsbringer des deutschen Rekordmeisters benötigt aber selbst jede Menge Energie und vor allem Durchsetzungsvermögen, um sein Großprojekt FC Bayern weiter erfolgreich voranzutreiben. Die ersten Auftritte waren eindrucksvoll.

Trotzdem wird rund um den Münchner Luxuskader mit ÖFB-Teamspieler David Alaba immer wieder die Systemfrage gestellt. Mit welcher taktischen Formation will Guardiola den Triple-Sieger noch besser, noch flexibler und noch unberechenbarer machen?

Die Bayern-Stars geben sich bisher lernwillig und halten ihre Eitelkeiten zurück.

Ohne Trainer, mit neuem Trikot

Barca hat vor der Standortbestimmung genügend eigene Sorgen. Nach dem tragischen Abgang von Vilanova müssen die Katalanen Gerardo "Tata" Martino so schnell wie möglich als neuen Trainer integrieren.

Der Argentinier wird gegen die Münchner noch nicht auf der Bank sitzen. Auch der brasilianische Neuzugang Neymar ist nicht dabei.

Dafür will Barcelona in der Allianz Arena sein neues Auswärtstrikot präsentieren, das in den katalanischen Nationalfarben gelb-rot gehalten ist. Außerhalb Kataloniens wird diese Wahl als politische Stellungnahme gewertet.

Erinnerungen an Demontage

Auch sportlich hat die Partie durchaus Brisanz. Zu frisch ist die Erinnerung an die Demontage des spanischen Über-Teams im Semifinale der Champions League durch die Münchner.

"Die Art und Weise, wie der FC Bayern uns rausgeworfen hat, war für uns sehr schmerzhaft", hatte Barcas Weltfußballer Lionel Messi vor kurzem gestanden.

Bayern weiter "hungrig"

Die Gemütslagen beider Clubs vor der Partie im Rahmen des "Uli-Hoeneß-Cups" könnten jedenfalls unterschiedlicher kaum sein.

Bei Bayern scheint unter Guardiola bisher alles wie geschmiert zu laufen. Sogar der sonst überkritische Sport-Vorstand Matthias Sammer fand angesichts der ersten Guardiola-Wochen nichts als lobende Worte:

"Großes Kompliment bis hierhin an Pep und die Mannschaft, die mitzieht und die nicht den Eindruck vermittelt, dass sie genug hat, sondern dass sie weiter hungrig ist."

Scharmützel vorerst vergessen

Vergessen waren angesichts der schlimmen Vilanova-Nachricht auch die jüngsten Scharmützel zwischen Guardiola und seinem früheren Verein.

Der Neu-Münchner hatte der Barca-Führung vorgeworfen, falsche Informationen über ihn in Umlauf gebracht und Vilanovas Krankheit dazu genutzt zu haben, ihm Schaden zuzufügen. Dies bestritt jedoch Vilanova. "Pep hat mit seinen Äußerungen nicht Recht", hatte er betont.

Guardiola hat mehr als sein halbes Leben bei den Katalanen verbracht. Mit 13 Jahren stieß er zu Barcelonas Jugendakademie, mit 19 debütierte er in der Primera Division.

Der 42-Jährige gewann in 17 Jahren bei Barca 16 Titel. Noch eindrucksvoller ist seine Ausbeute als Trainer.

Sagenhafte 14 Titel, darunter zweimal die Champions League, gewann er mit Barca - und mit seinem Zauber-Fußball die Herzen der Fans in aller Welt.

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