Kölns neuer Hoffnungsträger

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Riether: Der neue Leit-Geißbock

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Wenn der 1. FC Köln am Samstag gegen den VfL Wolfsburg antritt, wird Sascha Riether wohl etwas mulmig zumute sein.

Der Königstransfer der Rheinländer war bis vor wenigen Wochen noch im Trikot der „Wölfe“ zu sehen, insgesamt kickte der 28-Jährige vier Jahre beim VW-Werksklub.

Und jetzt geht es ausgerechnet zum Auftakt gegen seinen Ex-Klub.

Neuer Leit-Geißbock

„Das ist schon ein witziger Zufall“, lacht Riether im Gespräch mit LAOLA1 und fügt schmunzelnd hinzu: „Felix Magath sagte mir zum Abschied: ‚Bitte sieh zu, dass Du am ersten Spieltag nicht spielst.‘“

Aber Riether wird definitiv spielen. Er ist nämlich als neuer Leitwolf, oder besser gesagt Leit-Geißbock, ein wichtiger Bestandteil im System von Neo-Trainer Stale Solbakken.

Darum ist der zweifache DFB-Teamspieler auch hinter Abwehrchef Geromel zum Vizekapitän ernannt worden.

„Ich will hier – nicht nur auf dem Feld – Verantwortung übernehmen. Das habe ich in Freiburg und Wolfsburg auch schon so gemacht“, ist sich der Defensiv-Allrounder seiner Rolle bewusst.

Tradition und Euphorie entscheidend

Den Wechsel zu den Geißböcken hat in Fußball-Deutschland nicht jeder sofort verstanden.

Immerhin tauschte Riether einen Spitzenklub, der 2009 Meister wurde, gegen einen traditionsreichen, aber auch selten konstanten Mittelständer.

„Der FC war schon immer ein Verein, der mich interessiert hat. Die Fankultur, die unheimliche Euphorie um den Klub begeistert mich total. Die Erfahrung, die ich jetzt in Köln machen kann, die kann mir am Ende keiner mehr nehmen, und die ist durch Geld nicht zu ersetzen.“

Aufbauarbeit

Geld hätte er bei anderen Vereinen – auch Schalke war interessiert – sicher mehr haben können, aber Riether geht es nicht nur ums Materielle.

„Geld ist nicht alles im Leben. Köln ist eine neue Herausforderung. Der Verein hat in den nächsten Jahren einiges vor, und da will ich ein Teil davon sein.“

Mainz und Co. als Vorbild

Gerade die vergangene Saison habe bewiesen, dass Überraschungen immer möglich sind. Frag‘ nach in Mainz oder Hannover.

„Die letzte Saison hat gezeigt, dass nicht immer die großen Klubs vorne sind, sondern auch die, die sich als Mannschaft präsentieren. Man muss nicht unbedingt die besten Spieler haben, um vorne dabei zu sein. Wichtig ist, dass du eine Einheit am Platz bist“, schwört Riether seine Teamkollegen auf die neue Spielzeit ein.

Er, der Königstransfer, wird dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Auch und gerade gegen seinen Ex-Klub am ersten Spieltag.

Kurt Vierthaler/Christoph Nister

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