ROBERT KÖRNER

(1. FC Nürnberg)

* 21. August 1924; † 22. Juni 1989

Der frühere Rapid-Star wurde in der deutschen Bundesliga zum Fall für die Geschichtsbücher. Gerade einmal 18 Tage beziehungsweise zwei Niederlagen gegen Duisburg und den HSV lang hielt er es als Cheftrainer auf der Betreuerbank des „Clubs“ aus. Neu im Verein war der Wiener wohlgemerkt nicht. 1968 fuhr er als Co-Trainer von Max Merkel die Meisterschaft ein, der Rest der Geschichte ist mit dem Abstieg als Meister bekannt (siehe oben). Der damalige Nürnberg-Spieler Ferdinand Wenauer erinnert sich in seiner Autobiographie: „Was mit zu unserer Talfahrt beitrug: Max Merkel ging im Meisterschaftsjahr geschäftlich zu viele Verpflichtungen ein, die er in unserem Abstiegsjahr erfüllte. Er fehlte zu oft. Freilich hatte sein Assistent Robert Körner bereits im Meisterschaftsjahr das Training geleitet, doch war Merkel stets als strenger Beobachter dabei. Körner war ohne Merkel im Abstiegsjahr nur eine halbe Portion, ein durchschnittlicher Trainer.“ Dennoch genoss Merkels rechte Hand genügend Vertrauen, um nach der Entmachtung des Meistermachers in die erste Reihe befördert zu werden. Die Talfahrt in Richtung Abstieg konnte er jedoch nicht stoppen. Für Wenauer kam dies wenig überraschend: „So richtig es von Merkel war, dass er ging, so falsch war es von Robert Körner, dass er die Nachfolge antrat. Körner kannten wir bereits 16 Monate. Durch ihn wurden keine neuen Impulse geschaffen. Gute Menschen wie Körner haben im scharfen Fußball-Existenzkampf keine Chance. Wie im harten Leben werden die Guten zerrieben, aufgefressen, erledigt. Körner war ein Mann, der keinem böse sein konnte. Wenn das eine Mannschaft erst einmal merkt, ist es schon zu spät. Körner stolperte über seine Gutmütigkeit. (…) In Wirklichkeit war Robert Körner den Bundesliga-Strapazen und dem Nervenkampf im Abstiegsstrudel nicht gewachsen.“

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