Der Hut brennt

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Aufatmen beim VfB, Krise in Dortmund verschärft

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Daran hat selbst Trainer Armin Veh nicht mehr geglaubt.

Nachdem der VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen zur Halbzeit mit 0:3 zurücklag, trauten nur noch die kühnsten Optimisten den Schwaben einen Punktgewinn zu.

„In der ersten Hälfte war unsere Leistung sicherlich nicht bundesligatauglich“, fand der Meister-Trainer von 2007 entsprechend deutliche Worte.

Der VfB schaffte das Comeback

Versöhnt war er dennoch, schaffte sein Team doch tatsächlich noch ein 3:3-Unentschieden. Angeführt von den ÖFB-Legionären Florian Klein und Martin Harnik kämpften sich die Schwaben zurück.

Zunächst bediente Klein Youngster Werner per Flanke, ehe er selbst erstmals in der Bundesliga zuschlug und per Hammer aus 20 Metern traf. Zu guter Letzt war es Harnik, der den Ball per Kopfball über die Linie drückte.

Dass der ÖFB-Nationalspieler in der Schlussphase sogar noch den Siegtreffer am Fuß hatte, geriet zur Nebensache, weil man beim VfB in erster Linie froh war, Charakter gezeigt und einen Punkt geholt zu haben.

Veh appellierte an die Ehre

„Dieses Spiel ist schwierig zu erklären“, rätselte Harnik. „Der erste Spielabschnitt war desolat von uns, wir haben jeden entscheidenden Zweikampf verloren. Nach der Pause haben wir Charakter bewiesen und eine gute Reaktion gezeigt, die nicht jedes Team hinbekommt.“

Maßgebend für die Wandlung war wohl eine Halbzeitansprache von Veh, die es in sich hatte. „Der Trainer hat uns Mut gemacht und zugleich an unsere Ehre appelliert“, verriet Harnik.

Der 53-Jährige lobte sein Team dafür, dass es „die Ruhe bewahrt, an sich geglaubt und eine unglaubliche Moral gezeigt hat“. Wichtig sei laut Harnik, dass man die erste Hälfte aufarbeitet und aus der zweiten Mut für die Zukunft schöpft.

Nächster Rückschlag für Schwarz-Gelb

Während der VfB am Ende Grund zur Freude hatte, herrschte bei Borussia Dortmund – einmal mehr – Tristesse. Mit der 1:2-Niederlage bei Peter Stögers 1. FC Köln („Wir sind sehr, sehr glücklich, das ist eine Riesenüberraschung“) wurde eine unrühmliche Serie ausgebaut, die Westfalen sind seit nunmehr fünf Liga-Spielen ohne vollen Erfolg (ein Remis, vier Niederlagen).

Jürgen Klopp, der mit seinen Mannen nur noch auf Tabellenplatz 14 liegt, war entsetzt über die Spielweise seiner Mannen.

„Wir haben eine Art Fußball gespielt, die absolut keinen Sinn macht“, konnte er kaum glauben, was da gerade passiert war. „Wir hatten eine hohe Fehlpassquote und haben einfache Fehler begangen, die richtig wehtaten. Dadurch fehlte uns am Ende die Kraft.“

Klopp weiß, dass der Hut brennt und sein Team dringend Punkte braucht. Meister Bayern ist als Leader bereits 13 voraus und nur noch äußerst schwer einzuholen, doch auch Gladbach (neun), Mainz oder Wolfsburg (jeweils sieben) haben sich ein komfortables Punktepolster gegenüber dem Vize-Meister erarbeitet.

Fehler „jetzt“ abstellen

Der Fußballlehrer fordert: „Diese Fehler müssen wir abstellen. Nicht morgen oder übermorgen, sondern jetzt!“ Das Hauptproblem ortet er in der Defensivarbeit. „In jedem Spiel zwei Gegentore zu bekommen, ist Quatsch. Wir müssen das schaffen, dabei kann uns keiner helfen.“

Zuversicht können die Borussen schöpfen, weil a) Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan und Ilkay Gündogan (nach 430 Tagen) ihr Comeback feierten und b) unter der Woche wieder die Champions League (auswärts bei Galatasaray) auf dem Programm steht. Dort präsentierten sich die Schwarz-Gelben bislang mit einem völlig anderen Gesicht.

Spätestens am kommenden Samstag, wenn Hannover 96 im Signal Iduna Park zu Gast ist, müssen sie ihre Europacup-Form auch auf nationaler Ebene abrufen. Sonst droht nämlich der Absturz auf einen Abstiegsrang.

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