Wembley-Generalprobe erhitzt die Gemüter

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Platzverweis, Rudelbildung, Wortgefechte - schon in der eigentlich bedeutungslosen Ouvertüre für Wembley flogen die Fetzen.

Wutentbrannt und lautstark stritten Dortmunds Trainer Jürgen Klopp und Münchens Sportvorstand Matthias Sammer während der Partie an der Seitenlinie über die Gelb-Rote Karte für Rafinha.

Und auch nach dem 1:1 im Gift-Gipfel der deutschen Fußball-Bundesliga, bei dem der Wiener David Alaba zu den Stärksten am Platz zählte, wurde hüben wie drüben kräftig gestichelt.

Final-Generalprobe erhitzt die Gemüter

"Da war richtig Pfeffer drin", kommentierte Klopp.

Ähnlich sah es Bayern-Torhüter Manuel Neuer: "Ein Spiel gegen Dortmund ist, egal wo, nie ein Freundschaftsspiel."

Bereits drei Wochen vor dem Champions-League-Finale in London bekamen alle Beteiligten die gewachsene Rivalität zwischen dem alten und neuen Meister zu spüren.

Allein die durch den Platzverweis von Rafinha in der 65. Minute verursachte Aufregung gab einen Vorgeschmack auf das, was im Showdown an der Themse blühen könnte.

"Der Wembley-Wahnsinn geht los", titelte die "Bild" am Sonntag.

"Emotional, aber mit Respekt"

Der zurecht mit der "Ampelkarte" geahndete Ellbogen-Check des Brasilianers gegen BVB-Mittelfeldspieler Jakub Blaszczykowski verwandelte die bis dahin gemächliche Partie in ein hitziges Duell.

"Ich habe Rafinha gesagt, er soll die Finger von Kuba lassen. Daraufhin hat Sammer zu mir gesagt, dass ich den Spieler in Ruhe lassen soll", schilderte Klopp den hitzigen Disput. Erst nach Aufforderung von Schiedsrichter Peter Gagelmann gaben sich der BVB-Coach und Sammer die Hand.

Wirklich versöhnt wirkten die beiden Streithähne jedoch zunächst nicht. "Ich war heute nicht darauf aus, neue Freunde zu finden", giftete Klopp. Erst lange nach dem Schlusspfiff glätteten sich die Wogen.

"Man soll das alles nicht auf die Goldwaage legen. Wir haben uns emotional, aber mit Respekt die Meinung gesagt", sagte Sammer im ZDF-Sportstudio.

Heißsporne stellen Sportliches in den Vordergrund

Auch Klopp brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass es in Wembley vor allem wieder um rein sportliche Dinge geht.

"Jetzt ist es auch wieder gut. Ich glaube nicht, dass Matthias Sammer und ich bei diesem Finale im Mittelpunkt stehen sollten. Ich für meinen Teil kriege das auch hin."

Die beiden Heißsporne täten gut daran, sich Routinier Jupp Heynckes zum Vorbild zu nehmen. Der 68-jährige Trainer des FC Bayern hielt sich inmitten des Tohuwabohus wohltuend zurück:

"Mittlerweile bin ich da so gelassen. Diese Dinge, die am Rande passieren, schaue ich mir nicht an."

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