Stevens wütend - Neuer muss sich erklären

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Der Siegeszug der Bayern durch fremde Stadien ist in der deutschen Bundesliga vorerst gestoppt.

Beim 1:1 in Nürnberg musste sich der Spitzenreiter erstmals mit einem Remis begnügen.

Doch die Niederlage des Verfolgers FC Schalke half über den Dämpfer hinweg. "Es sollte heute einfach nicht sein", musste ÖFB-Teamspieler Christian Fuchs nach dem 0:2 bei Leverkusen bekennen, sein Coach Huub Stevens jedenfalls reagierte höchst erregt auf die Schlappe.

"Haben gebettelt"

"Wir haben gebettelt, um zu verlieren", schimpfte der erregte Niederländer mit hochrotem Kopf über das "kollektive Versagen".

Krach zettelte er schon während der Partie an, als er die ausgewechselten Lewis Holtby und Jefferson Farfan wutentbrannt in die Kabine scheuchte.

Am liebsten hätte Stevens wohl fast die ganze Elf in die Kabine geschickt.

"Alles vermissen lassen"

"Ich hätte neun Spieler auswechseln können - und von den zwei übrigen hat einer noch die Gelb-Rote-Karte bekommen", sagte der Coach der Bayern-Jäger.

"Wir haben alles vermissen lassen. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal so ein schlechtes Spiel gemacht haben", meinte wiederum Manager Horst Heldt.

Keine Ausflüchte suchte ebenso Kapitän Benedikt Höwedes: "Wir haben es unheimlich schlecht gemacht und das Spiel über 90 Minuten nie richtig in den Griff bekommen."

Bayern zieht dennoch davon

Durch die Niederlage ihres ärgsten Verfolgers vergrößerten ÖFB-Teamkicker David Alaba und die Bayern den Vorsprung von sieben auf acht Punkte.

Dabei hatte die Mannschaft eine ihrer schwächsten Leistungen in dieser Saison abgeliefert, wenn nicht sogar die schlechteste - was Heynckes wenig aufregte.

Die angeschlagenen Franck Ribery und Luiz Gustavo durften sich wie der rekonvaleszente Mario Gomez in aller Ruhe zu Hause schonen, selbst Kapitän Philipp Lahm kam nur auf eine halbe Stunde Spielzeit.

Neuer musste sich erklären

Dafür rotierte Heynckes eine ganze Reihe von Stamm-Reservisten ins Team, die im Kollektiv enttäuschten.

"Wir hatten sehr viele Spiele in den letzten Wochen und Monaten. Man denkt als Trainer natürlich darüber nach, wer wann und wie viel spielt - vor allem auch im Hinblick auf die nächsten Spiele", bemerkte Torwart Manuel Neuer, der ungewollt in den Mittelpunkt geriet.

Nach 496 gegentorlosen Saisonminuten auf fremden Plätzen kassierte er seinen ersten Auswärtsgegentreffer - einen etwas skurrilen, weshalb sich Neuer hinterher erklären musste.

"Es war ein sehr schwieriger Ball für mich, weil er rechts an Dante vorbei geht und eine komische Flugkurve bekommt", sagte er.

Thomas Müller sprach von einem "ein bisserl selbst eingeschenkten" Tor, Heynckes meinte im ZDF trocken: "Wenn Manuel Neuer einen Gegentreffer kriegt, ist der immer unhaltbar."

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