Canadis Sprung zu den Fohlen

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Die Canadis: "Gladbach steht für eine gute Ausbildung"

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Seit dieser Woche ist es perfekt: Marcel Canadi ist Spieler von Borussia Mönchengladbach.

Mit 16 Jahren wechselt der Sohn von Altach-Trainer Damir in den Nachwuchs des deutschen Bundesliga-Klubs, ein Vertrag wurde für drei Jahre unterschrieben, sein Abenteuer startet in der U19.

„Am ersten Tag war ich schon aufgeregt, es ist ja doch ein ganz anderer Verein vom Umfeld und der Infrastruktur her, und es ist für mich natürlich auch eine Herausforderung, von Österreich wegzugehen und diesen Schritt zu wagen. Ich freue mich auf dieses Erlebnis“, sagt der Jungspund, der zuletzt in der Akademie Vorarlberg dem runden Leder nachjagte, im LAOLA1-Gespräch.

„Gladbach steht für eine gute Ausbildung“

Der Linksfuß, der sich selbst im zentralen offensiven bzw. defensiven Mittelfeld am besten aufgehoben sieht, freut sich vor allem auf die nächsten Schritte seiner weiteren Entwicklung.

„Gladbach steht für eine gute Ausbildung. In der U19 wird da ein ganz anderes Tempo gegangen, auch vom körperlichen Aspekt sind sie dort natürlich extrem stark, aber ich werde einfach probieren, mich durchzusetzen“, sagt der Teenager, der bis 2012 in der Austria Akademie spielte.

Durch einen Deutschland-Besuch mit den Veilchen wurden die „Fohlen“ bei zwei Duellen auch auf den versierten Techniker aufmerksam, der positiv hinterlassene Eindruck blieb hängen.

Der Sohnemann flog mit den Eltern nach Deutschland, um alles unter Dach und Fach zu bringen.

„Es hat ein Angebot von Gladbach gegeben und das ist für ihn eine tolle Sache. Als Vater ist es natürlich etwas schwierig, wenn der Sohn wegzieht, aber ich freue mich natürlich. Er will das machen, er will Profi werden, hat diesen Traum und wir werden ihn dabei unterstützen. Er kann dort sein Talent unter Beweis stellen, hat eine tolle Bühne und Klub dort.“

Trainer van Lent und Neuville

Was bringt er mit? „Er ist ein technisch versierter Spieler, er hat Qualitäten im Spiel nach vorne und einen hervorragenden Abschluss, auch was Standards betrifft. Wenn er sich noch in den einen oder anderen Dingen verbessert, dann wird ihm Deutschland sicher gut tun. Es ist sicher kein Nachteil, Österreich in jungen Jahren zu verlassen, da kann er sich als Spieler und Mensch weiterentwickeln.“

Cheftrainer Arie van Lent, u.a. früherer Stürmer bei Werder Bremen, und sein „Co“ Oliver Neuville, ehemaliger Nationalspieler und WM-Torschütze, werden sich um Marcel kümmern.

„Sie sehen viel in ihm und haben ihm auch die Perspektiven gezeigt. Sie sehen ihn auch irgendwann in der Kampfmannschaft. Diesen Weg muss er aber erst einmal gehen. Wenn er es geschafft hat, dann war es ein toller Weg“, weiß Canadi, der Gladbachs Akademie als „eine der besten Akademien, wenn nicht die beste in Deutschland“ bezeichnet. „Sie haben zehn Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Profi-Kader, haben sich für Europa qualifiziert und mit Lucien Favre einen sehr guten Trainer.“

Mit Altach-Profis trainiert

Die Kampfmannschaft ist freilich noch weit entfernt. Wenngleich auch Marcel schon in der Altacher Profi-Truppe mittrainierte. „Seine Entwicklung ist in Ordnung, er hat hervorragende Leistungen gezeigt, vor allem bei uns“, zeigt sich der Vater stolz.

Auch Altach-Veteran Hannes Aigner weiß zu berichten: „Er ist im Training überhaupt nicht abgefallen, das sagt über einen 16-Jährigen schon sehr viel aus.“

Doch nun gilt es nicht in Euphorie zu verfallen: „Man muss mit Lobeshynmen aufpassen. Wenn sein Charakter passt, da gehört es auch dazu, etwas frech zu sein, dann kann er es weit bringen. Er ist ein guter Typ und ich wünsche es ihm von Herzen“, meint der Tiroler Stürmer.

Er soll es besser als der Papa machen

Und hat Marcel eigentlich das Talent vom Papa?

„Der Papa war vielleicht einmal talentiert, aber nicht schlau genug, das im Profi-Fußball zu festigen. Ich hoffe, er macht das besser. Ich denke auch, denn er hat die Qualität als Spieler und Mensch“, gibt sich Canadi senior selbstkritisch.

„Ich hoffe, dass er Fehler macht. Das gehört auch in der Entwicklung dazu, daraus lernt man. Entscheidend ist, dass er seine Chance bekommt und sie auch nützt. Dann hat er eine große Karriere vor sich.“

 

Claus Schlamadinger / Bernhard Kastler

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