Eine Papierkugel und viele Facts

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Das Nordderby: Von Papierkugeln und Überläufern

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Jubiläum in der deutschen Bundesliga.

Am Samstag (15:30 Live im LAOLA1-Ticker) steigt zum 100. Mal das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV.

Keine andere Partie wurde in Deutschland häufiger ausgetragen, als das Duell der beiden Nordrivalen.

Die ewige Bilanz ist ziemlich ausgeglichen. Es gab 35 Siege für Bremen, 31 Mal setzten sich die Hamburger durch. 33 Aufeinandertreffen endeten in einem Remis.

Die 100. Auflage ist an Brisanz kaum zu überbieten. Geht es doch im Jubliäums-Duell nicht nur um das Prestige, sondern auch um ganz wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg.

Bremen liegt mit 22 Punkten auf dem 14. Tabellenplatz, drei Zähler vor dem HSV, der aktuell als 16. auf einem Relegationsplatz steht.

Vor dem Schlagabtausch liefert LAOLA1 einige – zum Teil kuriose – Anekdoten zum Nordderby:

Wusstest du, dass…

… Bremen einmal in einem Duell mit der HSV-Raute auf der Brust auflief? Richtig gehört. Bremen musste am 27. November 1971 in Hamburg mit dem Logo des Gegners spielen. Wie das geht? Werder spielte damals in den Bremer Landesfarben Rot und Weiß. Da Schiedsrichter Eschweiler in der ersten Hälfte Probleme hatte, beide Teams auseinanderzuhalten, weil sich die Dressen zu ähnlich sahen, zwang er die Gastmannschaft zu einem Trikot-Wechsel in der Pause. Die Bremer konnten jedoch kurzfristig keinen Ersatz besorgen und mussten deswegen mit den Jerseys des HSV vorlieb nehmen. Und da ein Unglück selten alleine kommt, wurde das Spiel auch noch mit 1:2 verloren.

… es in der Saison 2008/09 gleich fünf Duelle zwischen den beiden Erzrivalen gab? Bremen und HSV trafen neben der Meisterschaft auch im DFB-Pokal und im UEFA-Cup aufeinander. Dabei gab es zwischen April und Mai 2009 gleich vier Begegnungen innerhalb von 18 Tagen. Die Hamburger konnten zwar zwei Spiele gewinnen, Bremen holte aber die „Big-Points“ und setzte sich sowohl im nationalen als auch im internationalen Cup-Bewerb durch.

… im UEFA-Cup-Halbfinal-Rückspiel 2008/09 eine Papierkugel zum Sargnagel der Hamburger avancierte? Beim Stand von 1:2 wollte Gravgaard den Ball kurz vor der Torauslinie zu Torhüter Rost zurückspielen. Doch das Leder hoppelte über eine am Feld liegende Papierkugel, sprang dem Dänen ans linke Bein und von dort ins Toraus. Ecke für Werder – Tor durch Baumann. Zwar gelang noch das 2:3 durch Olic, doch Bremen stand nach der 0:1-Hiemniederlage dank der Auswärtstorregel im Endspiel.

… die Spieler Ailton, Andreas Reinke, Benno Möhlmann, Boubacar Sanogo, Bruno Labbadia, Dennis Diekmeier, Dietmar Beiersdorfer, Dirk Weetendorf, Eljero Elia, Fabian Ernst, Frank Ordenewitz, Frank Rost, Hans Schulz, Marinus Bester, Mohamed Zidan, Ole Björnmose, Raphael Wicky, Rodolfo Esteban Cardoso, Pawel Wojtala und Werner Dreßel bei beiden Klubs unter Vertrag standen? Fun Fact: Der spätere Altach-Legionär Ailton schoss im HSV-Trikot am letzten Spieltag der Saison 2005/2006 im direkten Duell (2:1 für Bremen) am leeren Tor vorbei - Werder überholte den HSV, dem ein Remis gereicht hätte, und stand als Zweiter in der Champions League.

… die höchste Niederlage für Bremen viermal ein 1:4 war? Jene vom 14. Mai 1988 war jedoch zugleich wohl auch die schönste Derby-Niederlage der Vereinsgeschichte. Warum? Schließlich schmerzt eine Pleite gegen den Erzrivalen in dieser Höhe doppelt. Ganz einfach: Bremen feierte an diesem Tag trotz des Debakels die bis dato zweite Meisterschaft in der Bundesliga-Geschichte nach 1965.

 

… Bremen mit einem 6:0 für den höchsten Sieg der Derby-Historie sorgte? Am 1. Mai 2004 – dem Tag der Arbeit – schien bei den Hamburgern eher Arbeitsverweigerung an der Tagesordnung zu stehen. Nach einem Eigentor von Barbarez fixierten Ismael, Klasnic, Ailton, Valdez und Skripnik mit ihren Treffen das bisher einzigartige Ergebnis.

… 155 Spieler in den bisherigen 99 Liga-Derbys genau 296 Mal ins Tor trafen? Am häufigsten gelang das Horst Hrubesch und Franz-Josef Hönig auf Seiten des HSV sowie Arnold Schütz auf Seiten der Bremer mit je sieben Treffern. Aus den aktuellen Kadern beider Teams haben Rafael van der Vaart und Nils Petersen schon jeweils drei Derby-Tore auf ihrem Konto.

… die HSV-Legende Manfred Kaltz mit 31 Derbys und 2758 gespielten Minuten der Rekordhalter unter allen 503 bisher eingesetzten Spielern ist? Auf Platz zwei rangiert Bremens Dieter Burdenski mit 26 Einsätzen und 2340 gespielten Minuten. Aktuell weist Werders Clemens Fritz mit 14 Derby-Teilnahmen in der Bundesliga die größte Erfahrung auf. Beim HSV ist es Marcell Jansen mit zehn Auftritten. Fun Fact: Oliver Bierhoff durfte 1988 immerhin noch eine Minute auf den Rasen mitmischen, genau wie Jelle van Damme auf Seiten von Bremen im Mai 2006.

… ÖFB-Legionär und Bremen-Verteidiger Sebastian Prödl bereits genauso viele Punkte gegen den HSV geholt hat, wie Rekordnationalspieler Andreas Herzog? Beide kommen auf 19 Zähler. Ersterer feierte sechs Erfolge bei einem Remis sowie vier Niederlagen. Letzterer ging vier Mal als Sieger vom Platz, holte sieben Unentschieden und kassierte fünf Niederlagen. Doch während Herzog drei Treffer und drei Vorlagen lieferte, wartet Prödl noch auf einen Scorerpunkt. Dem Ex-Bremer Marko Arnautovic gelang in fünf Begegnungen (3 Siege, 2 Niederlagen) ein Treffer, Zlatko Junuzovic in drei Partien (2 Siege, 1 Niederlage) eine Vorlage. Einen Assist steuerte übrigens auch Heimo Pfeifenberger bei, ein Sieg blieb dem aktuellen Neustadt-Coach in drei Spielen gegen die Hamburger jedoch verwehrt (2 Unentschieden, 1 Niederlage). Auf Seiten des HSV blieb Markus Schopp gegen Werder in drei Aufeinandertreffen ungeschlagen (1 Sieg, 2 Unentschiede). Der Steirer steurte einen Assist bei. Paul Scharner kam in einem Derby nie zu Einsatz.

 

Zusammengestellt von Martin Wechtl

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