Nur Erfolg gibt's nur bei Bayern

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"Wer nur Erfolg haben will, muss Bayern-Fan werden"

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Die sportliche Situation von Borussia Dortmund könnte aktuell kaum mehr Tristesse enthalten. Nach 13 absolvierten Spieltagen steht der BVB mit nur elf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz der Bundesliga.

Ein Tiefschlag jagt den nächsten, den Weg aus der Krise sucht man immer noch vergeblich.

Auch Trainer Jürgen Klopp sieht man mittlerweile an, wie sehr die Situation an ihm zehrt. Die markigen Sprüche gehen dem zweifachen Meistercoach dennoch nicht aus.

Im Erfolg ist alles einfach

Bei einer Veranstaltung mit dem Motto "Motivation und Führung - Titel, Thesen, Tore" in Frankfurt haut der 47-Jährige am Montag wieder ein paar davon raus. Der Termin stand bereits seit einem halben Jahr fest, lange also bevor sich eine Krise beim BVB abzeichnete.

"Im Erfolg ist es leicht, auf einem Lastwagen mit 8,4 Promille durch die Stadt zu fahren", sagt er und gibt zu, dass er gerne in einer besseren Situation aufgetreten wäre. "Aber mir hat seit Sommer das Leben ein paar mal auf die Fresse gehauen. Ich wäre auch lieber hierhergekommen und hätte locker über die Dinge geplaudert. Leider geht das nicht", 

Keine Rücktrittsgedanken

Vor 260 Zuhörern und Moderator Bela Rethy spricht Klopp einen Tag nach der 0:2-Niederlage bei Eintracht Frankfurt auch über die derzeitige Lage.

"So schwierig, wie es jetzt ist, hätte ich es mir nicht vorgestellt", wird er von der "Bild" zitiert. "Seit zwei, drei Wochen überrascht mich das nicht mehr. Gründe: Viele Verletzte und Gegentore, die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten waren. Das gestern Abend war noch das normalste."

Mit Gedanken an einen Rücktritt, nach denen Klopp am Sonntagabend von Reportern erstmals gefragt wurde, schlägt er sich aber nicht herum.

"Ich bin niemand für einen Rücktritt", stellt er klar. "Ich mache das ganz oder gar nicht. So lange Dortmund das möchte, mache ich das auch. Ich bin ein Kämpfer."

"Ich bin ein besserer Trainer als 2012"

Während zuletzt einige Stimmen laut wurden, die vom Ende des Systems Klopp sprachen, sieht sich der gebürtige Stuttgarter in seiner Entwicklung gereift. "Ich bin ein besserer Trainer als 2012", sagt er und gibt im selben Atemzug zu: "Aber man sieht es an der Tabelle leider nicht."

Natürlich kommt der Total-Absturz seiner Truppe in der Tabelle auch für Klopp unerwartet, er war sich aber auch immer bewusst, dass es in diesem Geschäft nicht nur Höhen geben kann.

"Ich habe nie gedacht, dass mir mein Leben lang die Sonne aus dem Arsch scheint", formuliert er es gewohnt bildlich und hat das Rezept für jene parat, die es sich einfach machen wollen:

"Wer nur Erfolg haben will, hat nur eine Chance: Bayern-Fan zu werden. Soll er damit glücklich werden."

Pfiffe helfen nicht

Dass die Stimmung der bislang bedingungslos hinter der Mannschaft stehenden Fans nach dem Spiel in Frankfurt erstmals teilweise umschwänkte, sei bei dem anhaltenden Negativlauf nachzuvollziehen.

"Ich verstehe total die Kritik, das ist menschlich. Auch die Pfiffe verstehe ich. Sie sind völlig normal. Nur: Jeder, der pfeift, muss sich hinterfragen, ob es einem hilft, wenn er gerade eine Prüfung verhauen hat, dass dann jemand kommt und sagt: Du bist zu doof, um in den Schnee zu...!", mahnt Klopp aber auch zur Vorsicht.

"Peitschenknallen hilft nichts. Das würde bei mir auch nicht helfen. Nichtsdestotrotz fühlt sich die Situation katastrophal an. Braucht kein Mensch."

Keine Arschlöcher

Im Laufe des Abends spricht Klopp zudem darüber, dass die Persönlichkeit für ihn bei der Auswahl von Neuzugängen eine wichtige Rolle spielt. "Ein komplettes Arschloch würde ich nie verpflichten. Das war immer richtig. Auch wenn viele gerade glauben, uns würden fünf Arschlöcher helfen", erklärt er.

Zu der Ansicht eines Gastes, der meint, er würde in der aktuellen Situation gerne einen Typen wie Matthias Sammer beim BVB sehen, hat Klopp eine deutliche Meinung. "Der fehlt bei Borussia Dortmund niemandem. Entschuldigung, aber diese Vorlage musste ich nutzen!"

 

Christoph Kristandl

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