"Salzburg war schon fast wie Deutsche Bundesliga"

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Florian Klein hat einiges vorzuweisen.

Er ist Vater zweier Buben, er ist zukünftiger Ehemann, er ist noch Spieler des FC Red Bull Salzburg sowie bald jener des VfB Stuttgart - und er ist Firmpate von seinem langjährigen Teamkollegen Niklas Hoheneder (LAOLA1-Interview). Die Zeremonie fand damals Stunden vor einem LASK-Spiel gegen die Austria statt.

Die Welt ist Klein. Nach seinem ersten Meistertitel - das Double könnte noch folgen - und der Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin Tamara folgt die Partnerschaft mit dem Klub von Nationalteam-Kollege Martin Harnik.

Mit dem LASK stieg der 27-Jährige 2007 in die Bundesliga auf, 2009 wechselte der Rechtsverteidiger nach Wien zur Austria, um 2012 in Salzburg zu landen.

Mit dem Wechsel in die Deutsche Bundesliga geht für Klein ein Traum in Erfüllung.

LAOLA1: Eines nach dem anderen: Warum bist du eigentlich Firmpate von Niklas?

Florian Klein: (lacht) Nik wollte damals Firmpate werden, war aber selbst noch nicht gefirmt. Wir waren gerade beim Bundesheer, da gab es die Gelegenheit und er fragte mich, ob ich sein Firmpate werden möchte. Das war eine lässige Geschichte, alle waren in Bundesheer-Uniform, nur wir in Anzug (lacht). Wir kennen uns ja schon ewig und haben seit der U7 gemeinsam gespielt, waren beim LASK in der Kampfmannschaft und sind auch beide 2009 gewechselt. Danach haben sich die Wege getrennt, aber wir stehen viel in Kontakt. Bei meiner Hochzeit ist er im Juni natürlich auch dabei.

LAOLA1: Wie hat sich dein Wechsel zu Stuttgart entwickelt?

Klein: Es ist nach den Spielen gegen Uruguay und Basel sehr intensiv geworden. Ich habe mit Stuttgart schon einmal vor zwei Jahren gesprochen, ehe ich nach Salzburg gegangen bin. Da war es noch nicht so konkret wie jetzt. Nach guten Gesprächen mit Fredi Bobic war dieser Schritt für mich klar, weil es ein lässiger Traditionsverein ist. Ich denke, es ist ein super nächster Karriereschritt, so wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hoffe, es geht dementsprechend weiter.

LAOLA1: War Stuttgart immer in der Pole Position?

Klein: Es waren schon mehrere Sachen, auch mit Salzburg. Ich hatte mit Ralf Rangnick ein halbstündiges Gespräch, er wollte, dass ich bleibe und das wäre auch eine super Sache gewesen. Es wäre dann Salzburg oder möglicherweise Leipzig geworden. Stuttgart war dann in der Pole Position, auch wegen der Liga, in der ich schon immer einmal spielen wollte. Diese Chance wollte ich nützen.

LAOLA1: Eure Reunion mit Niklas bei RB Leipzig wäre interessant gewesen.

Klein: Auf alle Fälle, es war aber nicht so konkret. Unabhängig davon hätte ich mich für Stuttgart entschieden, weil ich eben diese Möglichkeit wahren wollte. Zum Schluss gab es dann nur die Überlegung Stuttgart oder Salzburg und ich habe mich eben für den VfB entschieden.

Niklas Hoheneder bei seiner Firmung mit Klein

LAOLA1: Deine Karriere hat sich mit den Stationen LASK, Austria, Salzburg und nun Stuttgart nach und nach weiterentwickelt. Klingt nach einem Plan.

Klein: Hätte sich mit 20 Jahren schon etwas Entsprechendes aufgetan, dann wäre ich wohl auch zu diesem Zeitpunkt schon ins Ausland gegangen. So ist es kein schlechter Karriereplan, Schritt für Schritt zu denken. Es entwickelt sich so das Fundament für die nächste Herausforderung und ich hoffe, dass sich das so fortsetzen kann. Ich sehe das auch nicht als Ende. In Deutschland kennen mich noch nicht so viele, da muss ich mich jetzt einmal beweisen und das ist der Reiz. Ich will, dass es nicht der letzte Schritt ist, sondern dass es weitergeht.

LAOLA1: Du widerlegst die weit verbreitete Meinung, im höheren Alter nicht mehr von Österreich aus in eine Spitzenliga wechseln zu können.

Klein: Es gibt keine Regel, dass man so oder so ins Ausland gehen muss. Ich bin schon auch der Meinung, dass man die Chance nutzen sollte, zu einem tollen Verein zu gehen, wenn man sie früh bekommt. Bei David (Alaba, Anm.) war das etwa mit den Bayern der Fall. Aber ich fühle mich mit 27 Jahren jetzt auch nicht alt, da habe ich sicherlich noch einige Jahre vor mir.

LAOLA1: Wie hat dir Salzburg bei diesem Schritt geholfen?

Klein: Salzburg ist einfach ein wirklich guter Verein und im Prinzip unterscheidet sich da nicht mehr viel vom Ausland, vor allem was Deutschland betrifft. Du spielst mit tollen Legionären, ich hatte hier einen deutschen Trainer und Sportdirektor, es war fast schon wie deutsche Bundesliga hier. Freilich warten andere Gegner und andere Stadien, aber von der Qualität und Intensität ist Salzburg auf einem sehr hohen Niveau.

LAOLA1: Wie schwer wird es, sich beim VfB durchzusetzen?

Klein: Ich lasse mich überraschen, wie es in Stuttgart wird, aber wir haben in Salzburg diese Saison absolute Top-Leistungen gezeigt. Jeder, der von hier weggeht, wird es nicht so leicht haben, zu einer besseren Mannschaft zu kommen. Es wäre auch eine Umstellung, denn so wie wir gespielt haben, mit dieser Art von Pressing, spielen nicht viele, fast keiner. Dortmund vielleicht noch. Ich freue mich jetzt einfach auf diese Herausforderung und Stuttgart ist ja in der Meisterschaft auch von den Ergebnissen her schlechter weggekommen. Wenn man mal unten drinsteht, dann ist es eben nicht so einfach.

 

Das Interview führte Bernhard Kastler

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