Alles (un)klar bei Ivanschitz und Baumgartlinger

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Thomas Tuchel steht auf Rotation.

In Deutschland würde man sagen: Das ist sein Ding. Egal ob nach Sieg, Remis oder Niederlage, die Startaufstellung des Cheftrainers vom 1. FSV Mainz 05 im folgenden Spiel gleicht selten jener zuvor.

Das Motto „Never change a winning team“ kennt der 39-Jährige, der sich zuletzt mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz zu einem angeblich informellen Gespräch traf, nicht wirklich.

Doch nicht alle Mainzer fallen der Rotation dann und wann zum Opfer, Andreas Ivanschitz und Julian Baumgartlinger betrifft das etwa nicht. Österreichs Mainz-Exporte sind aktuell echte Schlager dort.

Konstanten in der Rotation

Sowohl der Offensiv- als auch der Defensivspieler standen im Frühjahr bislang immer in der Startelf, sind also bei einem Spiel der Mainzer in der deutschen Bundesliga gar nicht mehr wegzudenken.

„Es geht mir insgesamt sehr gut“, wundert einen die Antwort von Ivanschitz nach der Frage des Befindens somit nicht wirklich. Zuletzt traf der 29-Jährige zum Sieg gegen Leverkusen per Elfer.

Ob der Burgenländer nach seinem zweiten Elfertor nun schon nominierter Schütze ist?

„Das bin ich zwangsläufig. Immer wenn ich am Platz stand, habe ich geschossen. Ich stelle mich gerne der Verantwortung, bislang hat es gut geklappt“, so der Linksfuß, der am 22. Spieltag beim 2:2 auf Schalke aus dem Spiel heraus auch sehenswert mit rechts traf.

Überhaupt klappt es für Mainz über die Saison gesehen ganz gut. Auch wenn es im Frühjahr bereits eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg gab, fehlt den Pfälzern nur ein Punkt auf den CL-Quali-Platz.

CL-Quali-Platz in Reichweite

Geträumt wird noch allerdings nicht. „Das legitime Ziel sind einmal 40 Punkte, davon sind wir noch zwei Punkte entfernt“, so Baumgartlinger, der wie Ivanschitz für das WM-Quali-Spiel gegen Färöer gesetzt wärem aber wegen eines Schlags auf dem Fuß fraglich ist, im Gespräch mit LAOLA1.

Der 25-Jährige weiß aber: „Wir haben es in den letzten paar Spielen ein bisschen verabsäumt, die Big Points zu machen, die Siege zu haben, die möglich gewesen wären. Es gilt nun den entscheidenden Lucky Punch zu setzen, damit wir uns vielleicht bis zum Saisonende in diesen Regionen halten können.“

Aktuell heißt diese Region Europacup-Platz. Champions League ist möglich, allerdings können die Mainzer auch leer ausgehen. In diesem Tabellenbereich geht es in der deutschen Bundesliga eng zu.

Und dass hier der „Karnevalsverein“ mitmischt, ist für Baumgartlinger keine Überraschung. „Wir werden nach wie vor als kleiner Verein gesehen, der zwar sehr gute Arbeit leistet und ein gesundes Umfeld hat, aber so richtig ernst nimmt uns da oben trotzdem nach wie vor keiner.“

Die beiden Österreicher werden in Mainz richtig ernst genommen, zählen sie doch zu den Leistungsträgern. Das wirft zwangsläufig die Frage nach der Zukunft auf, vor allem bei Ivanschitz.

Alles offen bei Ivanschitz

Der Vertrag des ehemaligen ÖFB-Teamkapitäns läuft im Sommer aus. „Es gab zwei Gespräche, da haben wir nicht über Verträge gesprochen, sondern nur, wie es aussehen könnte. Es gab noch kein Angebot und das ist der Stand der Dinge im Moment. Ins Detail möchte ich nicht gehen.“

Zumindest kann der ehemalige Spieler von Rapid, Salzburg und Panathinaikos Athen seinen Wunsch formulieren: „Der ist, eine gute Herausforderung zu finden. Dort zu sein, wo das Gesamtpaket passt. Und das werden wir dann sehen, wo das sein wird und in welcher Form das sein wird.“

Die Frage, wann die Entscheidung über seine Zukunft fällt, kann Ivanschitz nicht beantworten. In jedem Fall hängt es nicht mit der Mainzer Platzierung in dieser Saison zusammen.

Nicht auszuschließen, dass sich der sechsfache Saisontorschütze und vierfache Assistgeber auch eine andere Herausforderung sucht – oder darauf wartet. Die USA, die im Winter mitunter in Form von Gspurning-Klub Seattle Sounders ein Thema war, wird es (noch) nicht sein.

„Das ist damals von der ‚Bild‘ entstanden. Sie haben das aufgeschnappt, dass ich ein Fan bin und da wurde hineininterpretiert, wonach ich sofort hin wollen würde“, schildert Ivanschitz.

„Im Moment ist meine Einstellung dahingehend so, dass es schon ein Ziel und ein Traum ist, dort einmal hinzukommen. Aber es geht um den Zeitpunkt und auch darum, dass ich jetzt noch in der Nähe bleiben möchte, um auf Top-Niveau zu spielen. Wobei die MLS insgesamt sehr attraktiv ist und sich sehr weiterentwickelt hat. Ich verfolge das mehr und besser, da tut sich einiges, was sicherlich reizvoll wäre“, outet sich der zeitweilige Flügelspieler einmal mehr als Fan Amerikas.

Keine Wechsel-Gedanken bei Baumgartlinger

Baumgartlinger ist auch ein solcher, zumindest haben es ihm US-Sportarten wie American Football angetan. Ein Wechsel in die USA ist für den Ex-Austrianer aufgrund seines Alters freilich kein Thema.

Außerdem stellt sich die Frage eines Transfers nicht unmittelbar, hat der defensive Mittelfeldspieler doch noch Vertrag bis 2015. Seit eineinhalb Jahren ist der Salzburger in Mainz tätig, in seinem zweiten hat der ehemalige 1860-Legionär den nächsten Schritt gemacht.

„Ich habe eigentlich jedes Spiel gemacht, auch fast jedes von Beginn an (zwei Mal gesperrt, einmal eingewechselt, Anm). Das war mein Ziel, dass ich mich festbeiße, spiele und konstant gute Leistungen bringe. Deswegen war dieser Schritt auf jeden Fall sehr gut und weiter nach vorne.“

Und was kommt als nächstes? „Ich fühle mich sehr wohl und wir spielen eine sehr gute Saison. Wenn wir uns nächstes Jahr wieder dorthin bewegen können mit unserem Trainer, der uns Woche für Woche weiterbringt, gibt es für mich keinen Grund, weil ich auch noch zwei Jahre Vertrag habe. Mit diesem Gedanken spiele ich momentan überhaupt nicht.“

Also alles klar bei Baumgartlinger, alles unklar bei Ivanschitz – was die nähere Zukunft betrifft.

 

Bernhard Kastler / Peter Altmann

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