Hoeneß zeigt Reue und nimmt FC Bayern in Schutz

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Steuersünder Uli Hoeneß hat voller Reue Einblick in sein Seelenleben gewährt und seinen FC Bayern gegen jeden Verdacht in Schutz genommen.

Der Vereinspräsident schloss Verbindungen seines Schweizer Kontos zum deutschen Fußball-Rekordmeister aus.

"Dieses Konto war ganz allein Uli Hoeneß", sagte der Bayern-Präsident der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag) in einem Interview, aus dem "Zeit Online" am Mittwoch erste Auszüge veröffentlichte.

Nach seiner Selbstanzeige ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung gegen den 61-Jährigen.

"Eine Situation, die kaum auszuhalten ist"

"Es ist eine Situation, die kaum auszuhalten ist. Ich schlafe sehr schlecht", sagte Hoeneß.

Trotz des Wirbels hatte er aber die Reise zum Champions-League-Halbfinalrückspiel der Münchner beim FC Barcelona am Mittwoch angetreten.

Der Bayern-Patriarch betonte: "Ich habe Riesenmist gebaut, aber ich bin kein schlechter Mensch." Er wolle seinen Fehler "so gut wie möglich korrigieren".

Hoeneß räumte ein, mit seiner plötzlichen Rolle als Buhmann ein "großes Problem" zu haben. "Ich fühlte mich in diesen Tagen auf die andere Seite der Gesellschaft katapultiert, ich gehöre nicht mehr dazu", sagte er.

Hoeneß gibt Zockerei zu

Erstmals gab er auch Einblicke in seine Börsen-Spekulationen. "In den Jahren 2002 bis 2006 habe ich richtig gezockt, ich habe teilweise Tag und Nacht gehandelt, das waren Summen, die für mich heute auch schwer zu begreifen sind, diese Beträge waren schon teilweise extrem. Das war der Kick, das pure Adrenalin", erklärte Hoeneß.

Nach dem Platzen der Internetblase am Finanzmarkt habe er schwere Verluste eingefahren.

Der frühere Adidas-Chef Robert-Louis Dreyfus habe ihn mit Geld unterstützt. "So kamen die Millionen auf das Konto, es war immer klar, das war ein Konto zum Zocken, für nichts anderes", sagte Hoeneß. Schließlich habe er aber zu viele Verluste gemacht und seine Aktivitäten an der Börse zurückgefahren.

Er halte sich nicht für krank, versicherte der frühere Nationalspieler.

"Zumindest heute nicht mehr. Sollte ich vor Gericht müssen, erscheine ich dort nicht als kranker Mann. Ein paar Jahre lang war ich wohl nah dran. Aber inzwischen halte ich mich für kuriert", erklärte Hoeneß.

"Da begann die Hölle für mich"

Der Bayern-Präsident zeigte sich überrascht vom Bekanntwerden seiner Selbstanzeige. Er sei lange davon ausgegangen, keine Strafverfolgung befürchten zu müssen.

Am 20. März habe jedoch morgens um sieben Uhr die Staatsanwaltschaft an der Tür seines Hauses am Tegernsee geläutet.

"Da begann die Hölle für mich", sagte er. Gegen Hoeneß lag sogar ein Haftbefehl vor, der aber gegen die Zahlung einer Kaution in Millionenhöhe außer Vollzug gesetzt wurde.

In dem Interview reagierte Hoeneß auch auf die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich über ihren Sprecher "enttäuscht" vom Bayern-Spitzenfunktionär gezeigt hatte.

"Ich würde mir wünschen, dass ich irgendwann die Gelegenheit bekäme, der Bundeskanzlerin in einem persönlichen Gespräch zu erklären, wie es so weit kommen konnte, der ganze Mist", sagte Hoeneß.

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