Rückzug ja, Rücktritt nein

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Heynckes gibt Rückzug, aber keinen Rücktritt bekannt

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Jupp Heynckes verlässt den FC Bayern und wird nicht zu Real Madrid wechseln.

So viel steht nach der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz des scheidenden FCB-Trainers fest. Einen endgültigen Rücktritt gab der 68-Jährige allerdings nicht bekannt, womit er sich ein kleines Hintertürchen offen hält.

"Ich werde mich zurückziehen"

"Ich werde erst mal Urlaub machen", erklärte der gebürtige Gladbacher, nachdem 40 Minuten über seine lange Karriere philosophiert wurde.

"Ich werde weder im Inland, noch im Ausland ab dem 1. Juli ein Engagement eingehen. Ich werde mich zurückziehen und ich werde versuchen, zu regenerieren und reflektieren, was passiert ist."

Nach der höchst erfolgreichen, zugleich aber auch kräftezehrenden letzten Saison, in der das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League gewonnen wurde, benötigt der Fußball-Lehrer eine Auszeit.

Hintertürchen bleibt offen

Endgültig will er sich vom Fußball-Geschäft nicht verabschieden, weshalb ein Comeback weiter im Bereich des Möglichen bleibt. "Ich habe persönlich etwas gegen 'endgültig'", so Heynckes.

Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der wie Präsident Uli Hoeneß neben dem scheidenden Coach auf dem Podium Platz nahm, bedankte sich für die grandiose Arbeit.

"Der gesamte Verein ist Jupp unendlich dankbar." Der 57-Jährige habe "noch nie so einen Intensität" erlebt. "Neben dem Erfolg ist genauso wichtig, welche Solidarität in diesem Klub geherrscht hat."

Kein Ärger im Bayern-"Zirkus"

Heynckes habe sie beispielhaft vorgelebt. "Es ist wie in einer Zirkus-Manege, wo du die Leute bei Laune halten musst. Es hat in der ganzen Saison nicht einmal einen Spieler gegeben, der Zirkus gemacht hat. Die ganze Solidarität, die Jupp auf die Mannschaft übertragen wurde, ist auf den Klub übergegangen."

Auch Hoeneß ließ es sich nicht nehmen, seinem engen Freund für dessen Verdienste vor der versammelten Pressemeute Respekt zu zollen.

"Es ist kein Zufall, dass Jupp jetzt schon zum dritten Mal beim FC Bayern gearbeitet hat. Er kam als Fremder, er ging aber immer als Freund."

Rückzug auf dem Höhepunkt

Heynckes sei stets vorangegangen und habe alles Mögliche versucht, um das Team zu den oben erwähnten Erfolgen zu führen. "Das Team ist ihm gefolgt, zum Teil blind. Dafür können wir Jupp nur dankbar sein."

Nun ist aber Schluss - zumindest vorerst. Nach 302 Pflichtspielen für die Bayern sagt Heynckes "Lebewohl". Der 68-Jährige tritt auf dem Höhepunkt ab.

Insgesamt gewann er mit zwei verschiedenen Klubs - den Bayern und Real Madrid - die Champions League, holte dreimal die Deutsche Meisterschaft sowie einmal den DFB-Pokal. Dazu triumphierte er 1997 in der spanischen Supercopa sowie dreimal im DFB-Supercup.

 

Christoph Nister

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