Vier gewinnt: Die große Titelkandidaten-Analyse

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Der Titelkampf in der deutschen Bundesliga spitzt sich immer weiter zu.

Nach 20 Spieltagen ist das Top-Quartett nur durch drei Zähler getrennt, die Fans von Borussia Dortmund, Bayern München, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach träumen vom großen Coup.

Titelkandidaten am Prüfstand

Eine Prognose zu treffen, fällt ungemein schwer. Wir haben daher versucht, die Meisterkandidaten in mehreren Kategorien zu beurteilen.

Die vier Aspiranten wurden in puncto Kader, Trainer, Umfeld und Erfahrung im Meisterkampf geprüft. Zudem gaben zwei Redakteure ihre ganz persönliche Einschätzung zum Besten.

Ein klassisches Punktesystem ermittelte am Ende einen (denkbar knappen) Sieger.

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ERFAHRUNG IM TITELKAMPF

Borussia Dortmund: Ein Gros des Kaders entspringt der letztjährigen Meister-Truppe, womit fast alle Akteure das Gefühl des Titelgewinns bereits aufsaugen konnten. Neu ist, dass der BVB Woche für Woche hart um den Platz an der Sonne kämpfen muss, nachdem 2010/11 ein Alleingang gelang. Dieser zusätzliche Druck kann vor allem in der Endphase einer Saison belasten. Bislang zeigten sich die Schwarz-Gelben unbeeindruckt davon. 3 Punkte

FC Bayern: „Wir wollen Meister werden!“ Eine Aussage, in diesem Fall von Philipp Lahm getätigt, die das bayrische Selbstverständnis widerspiegelt. Beim FCB wird nicht lange herumgeeiert, Spieler und Verantwortliche machen sich selbst den größten Druck. Alles andere als die Meisterschaft gilt als Enttäuschung. Dementsprechend abgehärtet sind die „Roten“ im Titelkampf. 4 Punkte

Schalke 04: An Erfahrung im Titelkampf mangelt es Schalke nicht. Alleine in den letzten sieben Jahren waren die „Königsblauen“ drei Mal Vizemeister, ein Mal Dritter und ein Mal Vierter. Unvergessen auch das dramatische Meisterschaftsfinale von 2001. Schalke wähnte sich damals für vier Minuten am Ziel aller Träume, ehe die Bayern zuschlugen und am Ende doch nur der Titel „Meister der Herzen“ übrig blieb. Auf den ganz großen Coup warten die Gelsenkirchener also schon eine halbe Ewigkeit (1957/58). 2 Punkte

Borussia M'gladbach: Lang, lang ist’s her. Als die „Fohlen“ ihren letzten Meistertitel (1976/77) feierten, war noch kein Spieler aus dem aktuellen Kader auf der Welt. Auch der letzte Spitzenplatz ist schon eine halbe Ewigkeit her: 1995/96 erreichte der Traditionsverein Platz vier. Seitdem steht als beste Platzierung ein zehnter Rang aus der Saison 2005/06 zu Buche. Vergangenes Jahr schaffte die Favre-Elf nur ganz knapp den Klassenerhalt, da Bochum in der Relegation bezwungen werden konnte. Im Meisterkampf fehlt Stranzl und Co. die nötige Erfahrung, um wirklich bis zum Schluss ganz oben dran zu bleiben. 1 Punkt

Zwischenstand:


LAOLA1-MEINUNG: Kurt Vierthaler

Borussia Dortmund: Wie sich eine Liga-Niederlage anfühlt, weiß in Dortmund fast keiner mehr. Seit Mitte September bzw. seit 14 Spielen ist die Klopp-Truppe schon unbesiegt. Und so wie sich Lewandowski und Co. in der Rückrunde bisher präsentierten, werden nicht mehr viele Niederlagen dazukommen. Das aktuelle Auftreten erinnert stark an die vergangene Saison. Und wie die ausging, ist allseits bekannt. 4 Punkte

FC Bayern: Mit drei Punkten Vorsprung und der "besten Vorbereitung aller Zeiten" (Heynckes) ging der FC Bayern in die Rückrunde. Mittlerweile liegt der Rekordmeister zwei Zähler hinter Meister Dortmund und hat auch sonst mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen. Schweinsteiger verletzt, Robben außer Form und zum Ersatzspieler degradiert, das Spiel der Bayern zu leicht ausrechenbar. Außerdem ist der FCB im Gegensatz zu Dortmund noch in der CL vertreten. Es wird wohl auch heuer nicht zum Titel reichen. 3 Punkte

Schalke 04: Ist Schalke im vermeintlichen Titel-Duell am Ende der lachende Dritte? Eher nein. Der Kader ist zwar gut besetzt, aber eben nicht so gut wie jener von Dortmund oder Bayern. Außerdem muss die Stevens-Truppe noch beim Spitzenduo antreten. Und schon die Heimspiele waren deutliche Angelegenheiten für den BVB und FCB. Schalke wird den dritten Platz behalten, mehr ist aber nicht drin. 2 Punkte

Borussia M'gladbach: Wer vor einem Jahr noch Letzter war und sich nur dank der Relegation in der Liga hielt, der darf mit Platz vier mehr als zufrieden sein. An den ganz großen Coup glauben in Mönchengladbach wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten. Reus und Co. spielen in dieser Saison am absoluten Limit und hatten in der Hinrunde auch das nötige Glück auf ihrer Seite. Fünf 1:0-Siege zeigen, wie knapp es oft herging. Die erstmalige EC-Teilnahme seit über 15 Jahren dürfte aber ein schöner Trost sein. 1 Punkt

Zwischenstand:


LAOLA1-MEINUNG: Christoph Nister

Borussia Dortmund:Götze fällt wochenlang aus und was macht der BVB? Er siegt einfach weiter. Klopp hat seine Truppe fest im Griff, die Laufbereitschaft (im Schnitt knapp 120 km) ist unglaublich, der Fußball zudem ansehnlich. Entscheiden wird die Phase ab dem 30. Spieltag (alle Titelkonkurrenten hintereinander). Das CL-Aus ist ein Vorteil, dafür ist die Erwartungshaltung deutlich gestiegen. Das "Wir wollen nicht über den Titel reden"-Gerede ist kaum noch aufrecht zu erhalten. Am Ende langt es knapp nicht zur Titelwiederholung. 3 Punkte

FC Bayern: Der Klub träumt vom CL-Finale in München und scheint abgelenkt – ein Irrglaube. Nach der verpatzten Vorsaison brennen die Bajuwaren auf den Gewinn der Meisterschaft. Kroos spielt wieder auf der Zehn (dort, wo er am besten zur Geltung kommt), Neu-Reservist Robben brennt darauf, es seinen Kritikern zu zeigen, Ribery kommt immer besser in Form und Müllers Torsperre steht kurz vor dem Durchbruch. Es wird eine Zitterpartie bis zum Schluss, doch der FCB hat - wie so oft - das bessere Ende für sich. 4 Punkte

Schalke 04: Mit Raul, Huntelaar, Farfan oder Höwedes kann Knappen-Coach Huub Stevens auf hochkarätiges Spielermaterial zurückgreifen. Der Unterschied zu den Rivalen aus Dortmund und München ist der zweite Anzug. Auf der Bank der Königsblauen tummeln sich keine Hochkaräter, der Ausfall von ein, zwei Schlüsselspielern kann nicht kompensiert werden. Platz drei ist das Maximum für Schalke 04. 2 Punkte

Borussia M'gladbach: Verblüffend, was Lucien Favre in Gladbach hingezaubert hat. Mit Reus verfügt er über einen der besten Spieler der Saison, dazu steht die Abwehr (erst zwölf Gegentore – Ligaspitze!) bombensicher. Die zahlreichen knappen Erfolge (sieben von zwölf Siegen mit nur einem Tor Vorsprung) zeugen zwar von Nervenstärke, werden jedoch auf Dauer nicht gut gehen. Gladbach spielt erfrischenden Fußball, kommt aber nicht an die Klasse der Top 3 heran. Die Rückkehr nach Europa darf dennoch gefeiert werden. 1 Punkt

ENDSTAND:

 

Christoph Nister/Kurt Vierthaler

 

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