Ein Fall für vier

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Vier gewinnt: Die große Titelkandidaten-Analyse

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Der Titelkampf in der deutschen Bundesliga spitzt sich immer weiter zu.

Nach 20 Spieltagen ist das Top-Quartett nur durch drei Zähler getrennt, die Fans von Borussia Dortmund, Bayern München, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach träumen vom großen Coup.

Titelkandidaten am Prüfstand

Eine Prognose zu treffen, fällt ungemein schwer. Wir haben daher versucht, die Meisterkandidaten in mehreren Kategorien zu beurteilen.

Die vier Aspiranten wurden in puncto Kader, Trainer, Umfeld und Erfahrung im Meisterkampf geprüft. Zudem gaben zwei Redakteure ihre ganz persönliche Einschätzung zum Besten.

Ein klassisches Punktesystem ermittelte am Ende einen (denkbar knappen) Sieger.

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KADER

Borussia Dortmund: Lewandowski trifft und trifft. Großkreutz läuft und läuft. Dazu begeistern Bender und Götze (sofern nicht verletzt), Kagawa wird von Woche zu Woche stärker, der "Kinderriegel" Hummels/Subotic ist erwachsen geworden und mit Piszczek spielt der vielleicht beste Rechtsverteidiger der Liga in Dortmund. Wer dann noch Barrios in der Hinterhand hat, darf sich gesegnet fühlen. 3 Punkte

FC Bayern: Kein anderer deutscher Klub kann auf eine solche Vielzahl an Hochkarätern wie Ribery, Robben, Schweinsteiger oder Gomez bauen. Speziell im Mittelfeld gibt es - trotz Schweinsteigers Verletzung - ein Überangebot. Wer es sich erlauben kann, Robben ohne Qualitätsverlust auf die Ersatzbank zu schicken, hat ein Luxusproblem. Punkto Potenzial der Einzelspieler ist der FCB die klare Nummer eins, nun gilt es, dieses auch wieder vermehrt auf dem Platz abzurufen. 4 Punkte

Schalke 04: Schalkes Kader kann sich vor allem in der Offensive sehen lassen. Huntelaar, der mit 24 Punkten (16 Tore, acht Assists) sogar die Scorerwertung anführt, Raul (10/5), Farfan und Jurado müssen sich auch im internationalen Vergleich nicht verstecken. Zudem hat Stevens im Winter mit Obasi (Hoffenheim) eine weitere Alternative dazubekommen. Lediglich in der Defensive drückt etwas der Schuh. 25 Gegentreffer sind für ein Stevens-Team ungewöhnlich. Von den vier Meisterkandidaten hat Schalke damit die mit Abstand meisten bekommen. 2 Punkte

Borussia M'gladbach: Obwohl, oder gerade weil der Kader im Sommer kaum verändert wurde, mischt Gladbach vorne mit. Die Mannschaft ist eingespielt und aufgrund des turbulenten vergangenen Jahres zusammengeschweißt. Vor allem die Defensive ist kaum zu knacken. Jung-Goalie Marc-Andre ter Stegen (19) und seine Viererkette haben die wenigsten Gegentore der Liga (12) zugelassen. Und im Angriff sorgt Marco Reus (zwölf Tore, sechs Assists) für die entscheidenden Momente. Allerdings wird im Sommer ein Umbruch stattfinden, mit Reus und Neustädter zwei Leistungsträger wechseln. Weitere Stars wie Dante oder Hermann könnten folgen. 1 Punkt

Zwischenstand:


TRAINER

Borussia Dortmund: Jürgen Klopp verfolgt konsequent seinen Weg. Das Wort Meisterschaft zählt bis Ende Mai nicht zu seinem Vokabular, da können die Medienvertreter noch so oft nachbohren. Der 44-Jährige und sein Trainerstab verstehen es, die Spieler heiß zu machen. Die sehr lauforientierte Spielphilosophie haben Lewandowski und Co. längst verinnerlicht. Das "System Klopp" greift, wie auch Taktik-Fachmann Frank Wormuth „Leiter der Fußball-Lehrer-Ausbildung in Deutschland, Anm.) in einem Interview mit Spox bekräftigte: "Klopp ist seiner Zeit immer voraus." 3 Punkte

FC Bayern: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an … Jupp Heynckes erlebt bei den Bayern seinen x-ten Frühling, dabei hat er bereits zahlreiche Titel (u.a. Champions League, Deutsche Meisterschaft) gewonnen. "Don Jupp" ist ein Junggebliebener, der nach dem Van-Gaal-Rauswurf wieder Spaß in die Truppe des FC Bayern brachte. Auch scheut er sich nicht davor, namhaften Spielern nach schwachen Leistungen (siehe Robben im Pokal) eine Pause zu gönnen. 4 Punkte

Schalke 04: Wenn etwas wie die Faust aufs Auge passt, dann Huub Stevens und Schalke. Der königsblaue Jahrhundert-Trainer musste vergangenen Herbst nicht lange überredet werden, als Ralf Rangnick überraschend seinen Posten räumte. Der 58-Jährige kennt Klub, Umfeld und Mechanismen wie kein Zweiter, war er doch bereits von 1996-2002 als Schalke-Trainer tätig. Das Image des Defensiv-Apostels hat der Niederländer in den letzten Monaten auch abgelegt. „Ich finde, dass wir immer wieder mit einer sehr offensiven Aufstellung beginnen. Wir stellen uns nicht hinten rein und verteidigen nur, sondern wir wollen kontrolliert spielen“, erklärt ÖFB-Teamkapitän Christian Fuchs. 2 Punkte

Borussia M'gladbach: Fast genau ein Jahr ist Lucien Favre nun bei Gladbach im Amt. Und der Schweizer ist für die „Fohlen“ ein absoluter Glücksfall. Er rettete den Klub nicht nur vor dem Abstieg, sondern führte ihn nach langer Durststrecke wieder an die Spitze. „Lucien Favre hat Borussia mit strukturellen Änderungen, mit Ordnung auf dem Platz und seinem Spielsystem in den Griff gekriegt, die Spieler haben 100 Prozent mitgezogen“, lobte Legende Günter Netzer erst kürzlich. Interessant wird, wie Favre den Aderlass im Sommer kompensiert. 2 Punkte

Zwischenstand:


UMFELD

Borussia Dortmund: Signal Iduna Park – und eine Wand steht hinter ihnen! So oder so ähnlich könnte ein Slogan lauten, denn die Fans sind beim BVB in der Tat ein zwölfter Mann. Selbst, wenn die Mannschaft mal zurück liegt (kommt selten genug vor), gibt es kein Murren oder Meckern. Hinzu kommt, dass die Klubbosse – von Watzke abwärts – geschlossen hinter der Mannschaft stehen und auch die Medienlandschaft im Vergleich zu München oder Hamburg überschaubar ist. 3 Punkte

FC Bayern: Hoeneß sagt dies, Beckenbauer das, Nerlinger wieder dies. Bei den Bayern wird jedes noch so unbedeutende Wort von den Medien auf die Goldwaage gelegt und medial bis ins kleinste Detail zerpflückt. Dies ist nicht nur mühsam, sondern auch wenig förderlich. Hinzu kommt, dass die Fans als „Schönwetter-Fans“ gelten und teilweise noch während eines Spiels durchwachsene Vorstellungen der Mannschaft mit Pfiffen quittieren. In diesem Zusammenhang möge man sich nur an Hoeneß‘ Wutausbruch bei der Jahreshauptversammlung 2007 erinnern: „Eure Scheiß-Stimmung – da seid ihr (Fans, Anm.) doch dafür verantwortlich und nicht wir.“ 1 Punkt

Schalke 04: Zum großen Problem könnte die gestiegene Erwartungshaltung werden. Nach dem 1:1-Heimremis gegen Mainz, für Fans und Medien fast eine Niederlage, platzte Heldt der Kragen: „Die Leute waren viel zu schnell nervös. Das hat mich irritiert. Die Mannschaft legt sich schon selbst genug Druck auf.“ Natürlich dürfe man träumen, „und sie sollen auch pfeifen, wenn sie unzufrieden sind. Aber das muss nicht gleich nach dem ersten Fehlpass sein“, so Heldt. Mit durchschnittlich 61.076 Zuschauern belegt Schalke übrigens Rang drei in der Zuschauer-Tabelle. 2 Punkte

Borussia M'gladbach: Keine Frage: Das Umfeld lechzt nach Erfolgen. Der letzte Titel liegt schon fast 17 Jahre zurück (Pokalsieg 1995), die letzte Europacup-Teilnahme über 15 Jahre. „Wir wollen oben dranbleiben, keine Frage. Dafür dürfen wir aber nicht ein Prozent nachlassen. Heute will ich noch keine Prognose abgeben, wo wir im Sommer stehen. Dafür ist der Weg noch zu weit“, dämpft Martin Stranzl die Erwartungen von Fans und Medien. Der Burgenländer hat nicht vergessen, dass die Borussia vor einem Jahr noch auf dem letzten Platz stand. Unter dem Strich lässt es sich in Gladbach aber definitiv leichter arbeiten als bei den anderen Meister-Kandidaten. 4 Punkte

Zwischenstand:


 

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